Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Worauf es bei gutem Honig ankommt

In den Regalen gibt es Honig in vielen Geschmacksrichtungen. Für Verbraucher weniger schön: Auch bei der Qualität herrscht Vielfalt, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Bei einigen Sorten hält der Inhalt nicht, was die Verpackung verspricht.



Honig
Süße Versuchung mit schwankender Qualität: Die Noten für Honig in einer Untersuchung der Stiftung Warentest reichten von «gut» bis «mangelhaft».   Foto: Franziska Gabbert

Honig schmieren sich die Deutschen gerne auf ihr Brot, doch die Qualität des süßen Naturprodukts stimmt nicht immer. Das zeigt eine neue Untersuchung der Stiftung Warentest.

Nur 11 von 36 getesteten Produkten bekamen gute Noten. Schlecht fiel das Ergebnis unter Wildblüten-, Akazien- und Lindenhonigen aus: Zwei Drittel der vergleichsweise teuren Honige waren «mangelhaft».

Wo lagen die Probleme?

Einige Produkte schmeckten nicht, wie sie sollten. Bei den Akazienhonigen, von denen fünf von sieben mangelhaft abschnitten, wurde zum Beispiel häufig künstlicher Geschmack kritisiert. Mild und schwach blumig müsste er eigentlich schmecken, schreibt das Deutsche Lebensmittelbuch vor. Auch war die Menge bestimmter Pollen, welche in Sortenhonigen enthalten sein muss, zum Teil zu gering.

Was genau sind Sortenhonige?

Sie haben eine gewisse Sensorik zu erfüllen, Farbe, Aroma und Konsistenz müssen Vorgaben genügen. Lindenhonig zum Beispiel muss «intensiv, medizinisch-minzig, mentholartig, leicht bitter und lang anhaltend» schmecken sowie flüssig oder kristallin sein. Zudem gibt es bestimmte Richtlinien bei der inhaltlichen Zusammensetzung.

Und Wildblüten- und Mischblütenhonig?

Waldhonig muss aus Honigtau bestehen, den Bienen aus Honigtau von Laub- und Nadelbäumen sowie Nektar von waldnahen Blumen gewinnen. Bei Mischblütenhonig gibt es große Unterschiede zwischen den Sorten, weil er aus dem Nektar unterschiedlicher Pflanzen stammt. Vorgaben für die Menge bestimmter Pollen etwa gibt es nicht.

Welche Rolle spielt das Pollenspektrum?

«Das hängt davon ab, ob es sich um einen Blütenhonig oder Honigtauhonig handelt. Vor allem Honigtauhonig wird über die Sensorik beurteilt», sagt Annette Schroeder. Sie leitet die Abteilung für Honiganalyse an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in Baden-Württemberg. Aber auch bei Blütenhonigen gibt es Honige, die deutlich weniger Pollen einer bestimmten Pflanze enthalten als vorgegeben und dennoch eindeutig die Kriterien einer Sorte erfüllen. «Die Prozentangaben für Pollen sind Richtwerte», betont sie. Das Gesamtbild zähle. Das heißt im Umkehrschluss auch: Selbst wenn ein Honig innerhalb der Vorgaben des Pollenspektrums liegt, ist er nicht automatisch sortentypisch.

Wie können Imker die Sensorik beeinflussen?

«Das ist eine Erfahrungssache», sagt Schroeder. Dennoch kann ein Honig jedes Jahr anders schmecken, auch wenn die Bienenstöcke nicht umgestellt worden sind. Eine wichtige Rolle spielt das Wetter. «Wenn etwa während der Obstblüte keine Bienen fliegen können, dann wird der Imker keinen Obstnektar in den Völkern haben.» Fakt sei jedoch: Wenn ein Honig nicht nach einer bestimmten Sorte schmeckt, darf er nicht so bezeichnet werden - auch wenn er genug typische Pollen enthält.

Was kritisierten die Tester noch?

Die Deklaration. Aufschriften wie «Imkerhonig» oder «aus traditioneller Imkerei» bei Produkten, die aus Honigen aus verschiedenen Ländern hergestellt sind, täuschten Verbraucher. So ein Honig kann nicht direkt vom Imker abgefüllt und verkauft worden sein, hieß es. Solche Honige wurden in der Note abgewertet. Insgesamt jeder fünfte Honig war wärmegeschädigt. Dadurch sind enthaltene Enzyme kaum oder gar nicht mehr aktiv, was dazu führen kann, dass der Honig kaum mehr entzündungshemmend wirkt, so Schroeder.

Welche Honige waren «gut»?

Unter den Mischblütenhonigen ohne Sortenangabe «Maribel Cremiger Blütenhonig streichzart» von Lidl, «Bienenhonig cremig streichfest» von Nektarquell, «Bienenhonig cremig» von Dr. Krieger's, «Landhonig goldcremig» von Langnese. Bei den Waldhonigen «Wald Honig» von Aldi Nord, «Goldland Wald Honig herb-würzig» von Aldi Süd sowie «Marlene aromatischer Waldhonig feinwürzig». Außerdem «Akazienhonig» von Rewe Bio und «Feiner Lindenhonig» von D'arbo sowie die beiden Rapshonige «Rapsblüte herzhaft» von Breitsamer Honig und «Deutscher Imkerhonig Rapshonig mild cremig» von Dreyer.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 01. 2019
14:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aldi Gruppe Aldi Nord Aldi Süd Honig Imker Lidl Pollen Rewe Gruppe Sensorik Stiftung Warentest Universität Hohenheim
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Yayla Krefeld

20.11.2019

Halal-Produkte im deutschen Supermarkt

Die Fleischindustrie steckt im Wandel. Neben Bio-Siegeln sind in deutschen Supermärkten inzwischen auch immer öfter Halal-Siegel zu sehen. » mehr

Espresso

01.10.2019

Viele Espressos überzeugen nur beim Geschmack

Er soll schmecken und eine leckere Crema haben. Nicht nur nach dem Aufwachen schlürfen viele gerne einen Espresso. Ein Test zeigt aber: Lässt man den Geschmack beiseite, wird es häufig bitter. » mehr

Wiener Würstchen

25.09.2019

Zwei von drei Wienern schneiden gut ab

Ob in Kartoffelsuppe, im Brötchen oder pur beim Kindergeburtstag - eine Wiener geht immer. Doch was macht die Würstchen wirklich lecker? » mehr

Hähnchensalat

25.10.2019

Hersteller ruft Hähnchensalate zurück

Nach einem Bakterienfund ruft die Firma Fresh Care Convenience B.V. zwei Sorten Hähnchensalat zurück. Verkauft wurden die Produkte bei mehreren Discountern. Welche Margen sind betroffen? » mehr

Kartoffelknödel

20.11.2019

Kartoffelklöße im Test

Ein Mix aus gekochten und rohen Kartoffeln, leicht klebrig, und auf der Zunge spürt man kleine Kartoffelraspeln. Klingt nach dem perfekten Kartoffelkloß! Doch welcher Fertigkloß kommt ihm am nächsten? » mehr

Wasser aus der Flasche

26.06.2019

Was Sie über Wasser wissen müssen

Es prickelt, erfrischt, macht munter: Ganz ohne Wasser kommt niemand durch den Tag. Die Vielfalt im Handel ist dabei groß. Sind es die Unterschiede auch? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 01. 2019
14:57 Uhr



^