Lade Login-Box.
Topthemen: Video: Hof im Radwege-CheckHof-GalerieStromtrasse durch die RegionGerch

 

Was Sanddorn so gesund macht

Die rohen Beeren sind den meisten zu sauer, dabei sind sie wahre Nährstoff- und Vitaminbomben. Auch verarbeitet zu Saft, Konfitüre und Co. ist Sanddorn noch eine Bereicherung für den Speiseplan. Aber was macht ihn eigentlich so gesund?



Saft und Marmelade
Sanddorn ist pur vom Geschmack her sehr gewöhnungsbedürftig. Die Beeren lassen sich aber zum Beispiel zu Saft oder Marmelade verarbeiten.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn » zu den Bildern

Berlin(dpa/tmn) - Bei Vitamin C denken die meisten an Zitronen oder Orangen. Tatsächlich enthalten die unscheinbaren Früchte der Sanddornpflanze aber fast zehnmal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte.

Die Pflanze trotzt nicht nur widrigen Witterungsbedingungen - sie stärkt auch die menschlichen Abwehrkräfte. Beliebt ist Sanddorn vor allem bei Vegetariern und Veganern. Denn die Früchte sind eines der wenigen Lebensmittel, die Vitamin B12 enthalten. Das müssen sie sonst durch Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.

Sanddorn enthält laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zudem Fruchtsäuren, drei bis sieben Prozent Fett, Provitamin A, Vitamin E, Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sowie sekundäre Pflanzenstoffe. «Sanddorn ist ein aktiver Virenhemmer und schützt unser Herz», sagt Evemarie Löser, die gemeinsam mit ihrem Mann Frank ein Buch über Sanddorn geschrieben hat.

Wer frischen Sanddorn essen möchte, muss im Handel lange suchen. «Frische Beeren werden auch kaum roh gegessen. Sie schmecken fruchtig herb, färben stark ab und sind aufwendig zu ernten», erklärt die Autorin. Viele der im Handel angebotenen Produkte seien aber genauso gesund wie die frischen Früchte.

In Deutschland wird Sanddorn vor allem in den östlichen Bundesländern angebaut, sagt Silvia Hinrichs. Sie ist Geschäftsführerin der Sanddorn Storchennest GmbH, die im Mecklenburgischen Ludwigslust auf 120 Hektar Sanddorn anbaut, erntet und vertreibt. Die Früchte werden zu Saft, Sirup, Senf, Gummibärchen oder Schnaps und auch zu Kosmetik verarbeitet.

Ursprünglich kommt Sanddorn aus dem Himalaya, hat sich aber nach der letzten Eiszeit vor 17 000 Jahren bis nach Europa ausgebreitet. Heute wird die «Zitrone des Nordens» besonders häufig an den Küstengebieten der Nord- und Ostsee angebaut.

Wer selber Sanddorn ernten möchten, kann die Sträucher im Garten pflanzen - muss dafür aber genug Platz haben: Hippophae rhamnoides, so die lateinische Bezeichnung, wird bis zu fünf Meter hoch und vier Meter breit. Botanisch gesehen handelt es sich bei den Früchten übrigens nicht um Beeren, sondern um vom fleischigen Blütenboden umgebene Nüsse.

Wichtig ist, so das BZfE, die Früchte früh zu ernten, da sie zu Beginn der Reife am aromatischsten sind. Auch der Säure- und Vitamin-C-Gehalt ist dann am höchsten. Für die Ernte kann man die Beeren vorsichtig einzeln abdrehen oder abschneiden. «Das ist sehr mühsam», sagt Evemarie Löser. Sie rät, gut besetzte Zweige abzuschneiden, vom Laub zu befreien, in handliche Stücke zu schneiden und mehrere Stunden zu frosten. Danach lösen sich die Beeren leicht vom Zweig.

Wer aus dem selbst geernteten Sanddorn Saft machen möchte, wäscht zunächst die Beeren und kocht sie dann mit Wasser und etwas Honig kurz auf. Anschließend filtert man den heißen Saft durch ein Passiertuch und füllt ihn ab. Auch eine Kürbissuppe und einen Smoothie kann man mit einem Schuss Sanddornsaft aufpeppen. Mit dem Mark der Früchte lassen sich Joghurt und Quark verfeinern. «Dann schmeckt der Sanddorn auch nicht mehr so intensiv», sagt Hinrichs. «Ein Schnapsglas voll Direktsaft reicht schon aus, um von den gesunden Inhaltsstoffen zu profitieren.» Viel mehr kann der Körper ohnehin nicht aufnehmen.

Literatur:

Evemarie und Dr. agr. Frank Löser: Der Sanddorn. Herkunft, Anwendung und Rezepte, Demmler Verlag, 128 Seiten, Euro 8,95, ISBN-13: 9783944102030

Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
04:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ernährung unter gesundheitlicher und wissenschaftlicher Perspektive Marmelade Nahrungsergänzungsmittel Sanddorn Vegetarier Vitamine Zitronen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Orangen und Zitronen

12.07.2018

Gibt es Sonnenschutz von innen?

Wer sich übers Jahr ausgewogen und vielseitig ernährt, kann der Haut im Sommer Gutes tun - und sogar den Lichtschutzfaktor leicht erhöhen. Trotzdem führt kein Weg an Sonnencreme vorbei. » mehr

Veganes Essen

19.04.2018

Kindheit ohne Fleisch und Wurst - gesund oder riskant?

Wenn Kinder plötzlich Vegetarier sein wollen, sind so manche Eltern ratlos. Doch so lang Eier und Milch auf dem Speiseplan stehen, halten Experten diese Variante für gut machbar. Kritischer ist es, wenn Kinder auf alles ... » mehr

Blaubeeren

17.04.2019

Kann man Weisheit mit dem Löffel essen?

Täglich eine Kapsel schlucken, und schon viel besser denken können. Die Werbeversprechen sogenannter Brainfood-Produkte sind verführerisch - aber leider auch oft Quatsch. Experten sagen: Sich schlau zu futtern, geht auch... » mehr

Spiegeleier

16.04.2019

Eier sind besser als ihr Ruf

Eiern haftet der Makel der Cholesterinbombe an. Dabei sind sie gesünder als viele denken, auch und gerade für Ältere. Gegen ein paar Eier mehr zu Ostern spricht daher in der Regel nichts, sagen Experten. Nur frisch sollt... » mehr

Äpfel lagern

27.02.2019

So hält sich Obst und Gemüse

Nicht nur der Mensch hat Lieblingsplätze. Auch Obst und Gemüse mögen eine Umgebung, die sie nicht schneller welken oder gar faulen lässt. Doch wie sieht die optimale Lagerung aus? » mehr

Familie in Form

12.07.2018

Obst und Gemüse geschickt kombinieren

«Mehr Obst und Gemüse essen» - das raten Ernährungsexperten. Aber was ist eigentlich, wenn man grundsätzlich schon gesund isst? Gibt es Tipps und Tricks, wie man Gemüse und Obst richtig kombiniert? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
04:37 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".