Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelGerchRegionale Videos: Kellerwetter, Tiny House

 

Wie viel Fleisch gesund ist

Fleisch essen ist gar nicht so ungesund, wie viele denken. Fleisch enthält sogar wichtige Nährstoffe. Problematisch wird es aber, wenn man zu viel davon zu sich nimmt. Und das tun die meisten Deutschen - jedenfalls statistisch gesehen.



Stück Fleisch
Ein zünftiges Stück Fleisch - es gehört für viele zur Ernährung dazu. Und das ist auch in Ordnung. In den darauf folgenden Tagen sollte es dann aber mehr Gemüse geben.   Foto: Lino Mirgeler » zu den Bildern

Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf Fleisch oder essen zumindest weniger davon. Man könnte glatt meinen, Deutschland mutiere zu einer Nation von Vegetariern, Veganern und Flexitariern.

Doch noch immer essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie empfohlen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind es pro Kopf und Jahr rund 60 Kilogramm Fleisch und Wurstwaren. Das ist eindeutig zu viel, sagen Experten - gesunde Ernährung sieht anders aus.

Ganz aufs Tier verzichten muss nicht, wer sich ausgewogen ernähren will: Die DGE empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst zu essen. Das entspricht 31 Kilogramm pro Kopf und Jahr, erklärt DGE-Sprecherin Antje Gahl. Fleisch enthält nämlich wichtige Nährstoffe.

Aber wie so oft kommt es auf das richtige Maß an. In Wurst steckt meist viel Fett. «Zusätzlich wird beim Zubereiten von Fleisch noch Fett dazu gegeben, zum Beispiel beim Braten und noch mehr beim Panieren», erläutert Gabriele Janthur, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW.

In Fleisch steckt zudem Cholesterin, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann. «Die ebenfalls enthaltenen Purine erhöhen die Harnsäure im Blut und können einen Gichtanfall auslösen», sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED).

Wer sehr viel rotes Fleisch isst, erhöht womöglich sein Risiko für Darmkrebs. Zum roten Fleisch gehören Fleisch und Fleischerzeugnisse vom Rind, Schaf, Ziege oder Schwein. Der Verzehr von weißem Fleisch, etwa Geflügel, geht dagegen nicht mit einem höheren Krebsrisiko einher.

Wer mag, kann auch ganz ohne leben: «Fleisch ist grundsätzlich kein Muss bei der Ernährung», betont Janthur. Bei einer Ernährung ohne Fleisch stammt das Eiweiß aus pflanzlichen Lebensmitteln wie etwa Bohnen, Linsen, Getreide sowie Milch und Milchprodukten.

«Auch der Vitamin- und Mineralstoffbedarf lässt sich gut decken, solange man Milch und Milchprodukte mit einplant sowie vollwertig und abwechslungsreich isst», sagt Janthur. Wichtig sind eine bewusste Zusammenstellung von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie von ausgewählten Ölen und Nüssen.

Wer nicht auf Fleisch verzichten will, sollte es eher als Beilage zu Gemüse, Salat, Kartoffeln und Nudeln essen - und nicht als Hauptbestandteil einer Mahlzeit. «Eine Bolognese muss nicht nur aus Fleisch bestehen», sagt Morlo. Mit Möhren, Zwiebeln, Tomaten, Pilzen und Paprika wird eine gesündere Alternative daraus.

Auch bei der Zubereitung von Fleisch sollten Hobbyköche einiges beachten: Ideal ist es, Fleisch zu kochen oder mit wenig Öl zu braten. Beim Anbraten auf eine mäßige Bräunung achten. Wird Fleisch lange gegrillt oder gebraten, können Stoffe entstehen, die als krebserregend gelten.

Ob beim Metzger, im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder beim Bauern - gutes Fleisch kann es überall geben. Aber es ist für Verbraucher oft schwer zu erkennen, vor allem dann, wenn sie Wert auf bessere Tierhaltung legen. Eine Möglichkeit ist, auf Bio-Qualität zu achten. Janthur rät, sich vom Fachpersonal beraten zu lassen. So gibt es Rassen mit besonders guter Fleischqualität.

Veröffentlicht am:
21. 02. 2018
04:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ernährung unter gesundheitlicher und wissenschaftlicher Perspektive Fleisch Gesundheitsgefahren Nährstoffe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Veganes Essen

19.04.2018

Kindheit ohne Fleisch und Wurst - gesund oder riskant?

Wenn Kinder plötzlich Vegetarier sein wollen, sind so manche Eltern ratlos. Doch so lang Eier und Milch auf dem Speiseplan stehen, halten Experten diese Variante für gut machbar. Kritischer ist es, wenn Kinder auf alles ... » mehr

Fleischtheke

10.01.2018

Wintergrillen und Burger-Wahn - Deutsche stehen auf Fleisch

Hack, Steak und Schinken - auf dem Speiseplan der Deutschen stehen Tiere weit oben. Mit schwerwiegenden Folgen. Viele essen zwar schon weniger Fleisch, doch manche ziehen da nicht mit. Im Gegenteil. » mehr

«Hier kocht Alex»

03.09.2018

Vegane Rezepte vom Straßenbaumeister

Alexander Flohr ist Straßenbaumeister und hat einen kräftezehrenden Alltag. Der 38-Jährige isst bewusst vegan und ist zu einem gefragten Hobby-Koch geworden. Jetzt gibt es seine Küchentipps auch als Buch. » mehr

Algen. Das große Kochbuch

20.09.2017

Algen: Kochen und backen mit der Trend-Zutat

Aus Asiens Küchen sind sie kaum wegzudenken, hierzulande denkt man eher an glitschige Haufen am Strand. Dabei sind Algen ein Allrounder auf dem Teller: reich an Mineralien und vielfältig in der Zubereitung. Sie sind alle... » mehr

Peter Karasch

06.09.2017

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Pilze erkennen und zubereiten

Das Sammeln von Pilzen ist wieder im Kommen. Doch nur wenige Menschen kennen sich wirklich mit Pilzen aus. Dabei gibt es beim Sammeln und Kochen der Gewächse vieles zu beachten. » mehr

Ceasar Salad

24.01.2018

Was die pegane Ernährung kann

Pegane Ernährung setzt auf möglichst unverarbeitete Lebensmittel, viel frisches Gemüse und vermeidet raffinierte Kohlenhydrate. Aber wie sinnvoll ist es, sich so zu ernähren? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
21. 02. 2018
04:28 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".