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Was das Sandwich besonders macht

Ihre Namen sind international bekannt: Club-Sandwich, Pastrami-Sandwich oder die berühmten Toastscheiben mit Peanutbutter und Jelly. Doch was macht den Erfolg von weichem Brot mit Belag aus?



Tramezzini
Bei der italienischen Sandwich-Variante, dem Tramezzini, kommen Tomate, Mozzarella und Basilikum auf den Toast.   Foto: Daniela Haug/Brandstätter Verlag » zu den Bildern

New York, Tokio oder Rom - Sandwiches kennt man in fast allen Küchen der Welt. «Sie sind schnell gemacht, es gibt schier unendliche Abwandlungsmöglichkeiten, man braucht keine besonderen Kochkenntnisse, und sie lassen sich gut mitnehmen», erklärt Kochbuchautorin Margit Proebst.

Als Erfinder des Sandwiches gilt allgemein der Brite John Montagu, 4. Earl of Sandwich (1718-1792). «Er ließ sich Bratenscheiben zwischen zwei Brotscheiben klemmen, damit er dieses, künftig nach ihm benannte Sandwich, am Spieltisch ohne Besteck verzehren kann», erzählt Proebst aus der Geschichte des berühmten Snacks.

Gerade das Club-Sandwich geht nach Ansicht des Hamburger Kulinarikexperten Stevan Paul locker als Hauptmahlzeit durch. Er belegt es im «French Style» mit gebratener Hähnchenbrust und gebratenem Speck. Außerdem kommen Salat, Tomatenscheiben, mit Salz, Zucker und Essig aromatisierte Zwiebelringe, selbst gemachte Estragon-Senf-Mayonnaise, frisches Basilikum und Gryuère zwischen je drei getoastete Weißbrotscheiben, die dann mit einem kleinen Spieß fixiert und diagonal durchgeschnitten werden.

Aber auch bei den Klassikern sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt, sagt Foodexpertin Lisa Shoemaker. Sie gibt in Berlin Kochkurse für internationale und amerikanische Küche. In der Möglichkeit, sich die Zutaten für jedes Sandwich auch im Restaurant oder Deli individuell zusammenstellen zu lassen, sieht sie ein wichtiges Kennzeichen der amerikanischen Sandwich-Kultur.

Zu den Sandwich-Klassikern in den USA gehört neben dem Corned-Beef-Sandwich mit Sauerkraut auch das Pastrami-Sandwich, für das das New Yorker Traditions-Deli «Katz's Delicatessen» weltweit berühmt ist. Für das üppig mit zarten dünnen Fleischscheiben belegte Brot wird Rindfleisch zunächst gepökelt, dann geräuchert und zum Schluss gekocht - ein Vorgang, der mehrere Wochen in Anspruch nimmt.

Während diese aufwendige Zubereitung eher etwas für Restaurantküchen ist, werden in amerikanischen Familien vor allem einfache Sandwiches wie das Eggsalad-Sandwich oder das Grilled-Cheese-Sandwich zubereitet, weiß Shoemaker. Die gebürtige Amerikanerin bevorzugt für das Grilled-Cheese-Sandwich Cheddar oder jungen Gouda und streicht das Brot zusätzlich mit Senf ein.

Für ein Picknick oder fürs Büro empfiehlt Paul, vor allem feste Zutaten wie Salat, Käse oder Gewürzgurken zwischen die Brotscheiben zu packen. Tomaten oder Salatgurken sind nicht geeignet, weil sie zu stark wässern und das Sandwich matschig werden lassen.

Gegen das Aufweichen hilft auch eine dünne Schicht Butter oder Mayonnaise. Mit einer Buttermischung, beispielsweise einer Schinken-Oliven-Butter oder einer Sardellen-Kapern-Butter kommt zusätzliche Würze ins Spiel. Schnell zubereitet und ein Muss im amerikanischen Sandwich-Angebot ist auch das BLT-Sandwich: BLT stehe für Bacon (Frühstücksspeck), Lettuce (Salat) und Tomatoes (Tomaten), erläutert Shoemaker.

Aber nicht nur die USA haben in Sachen Sandwich einiges zu bieten. Während die Briten zu ihrem abendlichen High Tea gerne ein Lachs- oder Gurkensandwich reichen, haben die Italiener mit ihrem Tramezzini einen internationalen Hit gelandet. Der Name des Sandwiches leitet sich vom italienischen Wort «tramezzare» ab, das einschieben oder dazwischenschieben bedeutet.

Eigentlich ist das ursprüngliche Tramezzini, das in den Nationalfarben Italiens (grün, weiß, rot) daherkommt, Caprese auf Toast. Zwischen die Toastscheiben kommen als Grundzutaten Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Paul variiert das raffiniert, indem er einen Toast des Sandwiches mit Frischkäse, den anderen mit Basilikum- oder Tomatenpesto bestreicht. Auf den Frischkäse kommt zusätzlich frisches Basilikum. Dazwischen liegen ganz leicht gezuckerte Tomatenscheiben und leicht gesalzene Scheiben Büffelmozzarella.

Und last not least hat die Sandwich-Riege auch etwas für Schleckermäulchen auf Lager: «Das Peanutbutter- und Jelly-Sandwich, kurz PBJ, Toastbrot mit Erdnussmus und Gelee oder Marmelade, ist in Amerika ein sehr beliebtes Pausenbrot für Kinder», erzählt Shoemaker. Paul macht aus dem Pausenbrot ein knusprig süßes Dessert, indem er den Toast zusätzlich röstet und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäubt.

Literatur:

Margit Proebst: Sandwich & Toast, Christian Verlag, 192 Seiten, 19,99 Euro, ISBN-13: 9783884729755

Stevan Paul: Auf die Hand, Brandstätter Verlag, 272 Seiten, 34,90 Euro, ISBN-13: 9783850338127

Veröffentlicht am:
21. 02. 2018
04:43 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 02. 2018
04:43 Uhr



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