Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

So hält sich Obst und Gemüse

Nicht nur der Mensch hat Lieblingsplätze. Auch Obst und Gemüse mögen eine Umgebung, die sie nicht schneller welken oder gar faulen lässt. Doch wie sieht die optimale Lagerung aus?



Äpfel lagern
Äpfel verströmen das Reifegas Ethylen und bringen anderes Obst in der Nähe zum Nachreifen. Im Kühlschrank verlieren Äpfel allerdings an Aroma.   Foto: Robert Günther » zu den Bildern

Früher wurde das Wissen um die Eigenschaften von Lebensmitteln und ihre Lagerung von Generation zu Generation weitergegeben. Doch in Zeiten, in denen der Außer-Haus-Verzehr zunimmt und in vielen Familien oft nur am Wochenende gekocht wird, erfolgt das kaum mehr nebenbei.

Das beobachtet auch Prof. Dietlind Hanrieder, Expertin für Lebensmittellehre an der Hochschule Anhalt. «Sämtliches Obst aus südlichen Ländern gehört beispielsweise nicht in den Kühlschrank», erklärt sie. Allerdings waren Kühlschränke ebenso wie exotisches Obst der Groß- oder Urgroßelterngeneration noch gar nicht bekannt. «Von daher konnte natürlich entsprechendes Wissen auch nicht weitergegeben werden», schränkt Hanrieder ein.

Den richtigen Nachbarn wählen

Einen Überblick mit den Lagerungsvorlieben aller Obst- und Gemüsesorten gibt das Lagerungs-ABC der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) - von A wie Ananas bis Z wie Zwiebel. «Damit wollen wir dazu beitragen, dass weniger Essen weggeworfen wird», betont Antonia Blumenthal, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale NRW. «Bei jedem Lebensmittel, das wir wegwerfen, sollten wir auch daran denken, dass in den Produkten wertvolle Ressourcen wie Wasser, Böden und menschliche Arbeitskraft stecken.»

Viele Verbraucher wissen zwar, dass Äpfel das Gas Ethylen ausstoßen und so auch Obst, das nebenan in einer Schale liegt, zum Nachreifen bringen. «Aber viele Menschen wissen nicht, dass auch Tomaten das Reifegas abgeben. Auch ist nicht allen bekannt, dass sie im Kühlschrank ihr Aroma verlieren», sagt Antonia Blumenthal.

Äpfel ab in den Keller. Und Bananen?

Doch nicht nur Äpfel und Tomaten lässt die Nachbarschaft schneller reifen. Avocados, Birnen, Feigen, Nektarinen und Pflaumen können das auch. «Oftmals werden Äpfel dekorativ in einer Schale angerichtet. Im Kühlschrank wären sie allerdings besser aufgehoben. Oder noch lieber an einem kühlen, dunklen und gut durchgelüfteten Ort, im Keller zum Beispiel. Unter optimalen Bedingungen können sie dort bis zu fünf Monate gelagert werden», so Antonia Blumenthal.

Bananen bevorzugen hingegen einen hellen, wärmeren Platz zur Aufbewahrung. Eine hängende Lagerung ist optimal, um braunen Stellen vorzubeugen, dann hält die gelbe Frucht eine Woche durch. Das schaffen Beeren in den seltensten Fällen. Weiche Beeren wie Himbeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren halten im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks nur zwei bis drei Tage, Heidelbeeren etwas länger.

Ute Gomm, Ernährungswissenschaftlerin beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), rät zur regelmäßigen Vorratskontrolle: «Beeren, die von Schimmel befallen sind, sollten sofort aussortiert werden, damit sie die anderen nicht anstecken.»

Wohin mit den Zitronen?

Der Kühlschrank ist hingegen für Zitronen nicht optimal. Landen sie dort, geht das auf Kosten des Aromas. «Im Gemüsefach, wo die Luftfeuchte am höchsten ist, können sie sogar verschimmeln. Am besten bewahrt man sie im kühlsten Raum der Wohnung in einem Drahtkorb auf, so dass die Luft zirkulieren kann», erläutert Dietlind Hanrieder. Deshalb dürfe man sie auf keinen Fall in einer Plastiktüte lagern. Da schimmeln sie sehr schnell.

Oft haben Zitronen auch schon einige Zeit im Handel unter zu feuchten Bedingungen zugebracht. «Kommt dann die Wärme der Wohnung dazu, beginnt das Schimmelwachstum sehr rasch. Wenn sich die Zitronen berühren, können sie sich auch gegenseitig anstecken», erklärt Hanrieder. Ihr Tipp: «Ein Küchentuch aus Papier dazwischen gelegt, reduziert die Gefahr.» Zitronen, die neben einer verschimmelten gelegen haben, aber selbst noch einwandfrei aussehen, könne man noch verzehren.

Auberginen und Tomaten mögen sich nicht

Zu den kälteempfindlichen Gemüsesorten gehört die Aubergine. In der Pfanne verträgt sie sich ja prima mit Tomaten, bei der Lagerung allerdings reagiert sie ethylenempfindlich und mag deshalb nicht neben ihnen platziert werden. Im Vorratsregal hält sich die Aubergine maximal zehn Tage frisch bei 10 bis 13 Grad.

Deutlich sensibler sind hingegen Bohnen und Blumenkohl, sie wollen schnell zubereitet werden. Frische rohe Bohnen etwa sollten nicht länger als drei Tage an einem kühlen, dunklen Ort in einem luftdurchlässigen Behälter lagern. Müssen sie länger ausharren, kann es zu Fäulnisbefall oder Kälteschäden kommen.

Blumenkohl und Karotten optimal lagern

Auch der Blumenkohl hält sich in der Regel nicht länger als ein, zwei Tage. «Zeigen sich schwarze Stellen, ist das ein Hinweis auf einen Verderb durch Schwärzepilze, dann ist er nicht mehr zum Verzehr geeignet», sagt Ute Gomm. Diese Schimmelpilze könnten giftige Stoffe bilden, die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. «Diese können sich nach einem Verzehr im Körper anreichern. Neben den sichtbaren Stellen gibt es ein unsichtbares Wurzelgeflecht des Pilzes, weshalb das Herausschneiden der verschimmelten Stellen in der Regel nicht ausreicht», warnt Gomm.

Aus der Folienverpackung schnellstmöglich herauszunehmen und in eine dunkle, kühle und trockene Umgebung zu verfrachten sind Karotten. Man unterscheidet zwischen Bund- und Waschkarotten. Lose verkaufte Waschkarotten halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa vier Wochen, Bundkarotten nur eine Woche. Ihr Grün sollte laut Verbraucherzentrale NRW vor der Lagerung entfernt werden, da es dem Gemüse Flüssigkeit entzieht.

Veröffentlicht am:
27. 02. 2019
14:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auberginen Blumenkohl Gemüse Hochschule Anhalt Kühlschränke Lagerung Obst Tomaten Verbraucherzentralen Zitronen Äpfel
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Haselnuss-Apfel-Kuchen

08.10.2019

So gelingen unwiderstehliche Apfelkuchen

Der Apfelkuchen hat jetzt seinen großen Auftritt. Denn am besten schmeckt er, wenn die rundlichen Früchte geerntet werden. Doch für den Kuchenklassiker eignet sich nicht jede Apfelsorte. » mehr

Mann guckt in Kühlschrank

06.11.2019

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Runzlige Kartoffeln, altes Brot, graue Schokolade - diese Makel sind noch längst kein Grund zum Wegwerfen von Essen. Sieben Tipps gegen Lebensmittelverschwendung. » mehr

Abwehrkraft-Smoothie

04.12.2019

Schnelle Küche für Kleinkinder

Pizza, fette Pommes und zuckersüßer Milchreis - das klingt nach Kinderparadies. Doch man kann die Kleinen auch an gesundes Gemüse gewöhnen - mit Fantasie, Blitzrezepten und wenig Zutaten. » mehr

Zubereiten von Fleisch

27.11.2019

So bleiben Vitamine und Nährstoffe erhalten

Gemüse und Obst sind gesund, logo. Das liegt vor allem an den Vitaminen und anderen Nährstoffen, die darin stecken. Doch wie bereitet man Essen so zu, dass das Gute auch darin bleibt? » mehr

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

14.10.2019

Der mühsame Kampf gegen die Verpackungsflut

Immer mehr Verbrauchern sind aufwendige Plastikverpackungen ein Ärgernis. Der Handel reagiert und verkauft inzwischen etwa Toastbrote ohne Plastikhüllen oder Schlangengurken ohne Schrumpffolien. Verbraucherschützern ist ... » mehr

Frau mit Obst und Gemüse

01.10.2019

Wie gesund ist Rohkost wirklich?

Egal ob Karotte, Apfel oder Zucchini: Obst und Gemüse sind gesund. Und das gilt besonders dann, wenn sie roh gegessen werden. Je mehr, desto besser also. Oder etwa nicht? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
27. 02. 2019
14:03 Uhr



^