Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeBlitzerwarnerVER Selb30 Jahre Grenzöffnung

 

Kind mit erhöhtem Förderbedarf: Anspruch auf Unterhalt

Wenn ein Kind behindert ist, braucht es oft mehr Aufmerksamkeit und Zeit von dem betreuenden Elternteil - auch wenn es bereits älter ist. Nicht immer ist eine zeitintensive Betreuung mit einem Vollzeitjob vereinbar. Welche Folgen hat das für den Unterhaltsanspruch?



Urteil zur Unterhalt
Wird ein krankes Kind fremdbetreut, hat die Mutter trotzdem Anspruch auf Unterhalt. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn   Foto: dpa

Ein krankes oder behindertes Kind hat oft einen erhöhten Förderbedarf. Dieser muss bei der Bemessung des Kindesunterhalts berücksichtigt werden - insbesondere bei der Frage, ob und wie viel der betreuende Elternteil arbeiten gehen kann.

Auch wenn das Kind fast volljährig ist und es die Möglichkeiten einer Fremdbetreuung gibt, kann weiterhin ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt bestehen. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm (AZ.: 6 WF 19/16) weist die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein hin.

Im verhandelten Fall ging es um einen Jungen mit Autismus, der im Jahr 2000 geboren wurde und unter Neurodermitis sowie Migräne litt. Er besuchte die Schule sowie alle zwei Wochen ein Autismuszentrum zur Therapie. Die alleinerziehende Mutter arbeitete 16 Stunden pro Woche und bekam nachehelichen Unterhalt. Der getrennt lebende Vater sah sich aber nicht mehr in der Pflicht, den Betrag in Höhe von rund 590 Euro pro Monat zu zahlen. Er argumentierte, aufgrund der Fremdbetreuung seines Sohnes könne die Mutter voll arbeiten.

Das sahen die Richter anders. Trotz der Möglichkeit einer Fremdbetreuung bestehe krankheitsbedingt ein erhöhter Förderbedarf bei dem Jungen, befand das OLG. Es errechnete eine wöchentliche Mehrbelastung von 13,5 Stunden. Die Mutter sei zudem eine wichtige Bezugsperson für das Kind, das aufgrund des Autismus sonst kaum soziale Kontakte habe. Somit sei für die Frau nicht mehr als eine Zweidrittelstelle zumutbar. Auf Grundlage der möglichen Einkünfte bestehe weiterhin ein Unterhaltsanspruch von 470 Euro pro Monat.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 08. 2017
04:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autismus Elternteile Oberlandesgerichte Unterhalt Unterhaltsanspruch Vollzeitjobs
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kind mit Eltern

02.09.2019

Wann getrennte Mutter mit Kind den Wohnort wechseln darf

Nach der Trennung vom Vater wollte eine Mutter mit dem Kind in einen mehr als 200 Kilometer entfernten Ort ziehen. Das hat ein Gericht untersagt. Aber warum? » mehr

Arbeiten mit Kind

11.12.2019

Immer mehr Eltern mit Kleinkind arbeiten

Eltern mit kleinen Kindern sind immer häufiger beide berufstätig. Doch wie sieht die genaue Verteilung aus? Das Statistische Bundesamt präsentiert die Zahlen. » mehr

Kindergeld

06.12.2019

Kindergeld geht aus Kontinuitätsgründen an Mutter

Wenn ein Kind im Wechselmodell betreut wird, geht das Kindergeld trotzdem immer nur an einen Elternteil. Wer die Hortkosten trägt, ist dabei nicht entscheidend, zeigt ein aktuelles Urteil. » mehr

Kind spielt

29.11.2019

Trennungskind an Weihnachten nichts vorgaukeln

Weihnachten gilt als Fest der Familie. Haben sich die Eltern jedoch getrennt, stellt sich mit Blick auf das Kind oft die Frage: Wie wird gefeiert? » mehr

Rückforderung von Bafög

04.10.2018

Eltern müssen Kindern keine Zweitausbildung bezahlen

Die Ausbildung ihres Kindes müssen die Eltern zahlen. Das hat jedoch Grenzen: Möchten Kinder nach der ersten Ausbildung einen ganz anderen Weg einschlagen, müssen sie dafür in der Regel selbst aufkommen. » mehr

Trennungskinder

01.11.2019

Eltern sollten Trennung nicht verheimlichen

Sich als Paar trennen, aber gemeinsam Eltern bleiben - geht das? Für Kinder ist es wichtig, dass beide Eltern für sie da sind. Und die Erwachsenen können viel dafür tun, damit das gelingt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 08. 2017
04:50 Uhr



^