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Zweitsprache lernen Kinder am besten im natürlichen Kontext

Manche Eltern wollen schon früh die Sprachentwicklung ihrer Kinder fördern. Idealerweise lernt der Nachwuchs dann schon im Kindergarten eine Zweitsprache. Die Kleinen dürfen dabei aber nicht überfordert werden.



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Kinder lernen Sprachen fast nebenbei.   Foto: Daniel Reinhardt/Symbolbild

Kinder lernen Sprachen meist viel leichter als Erwachsene. «Sprachen lernt man im frühen Lebensalter im natürlichen Kontext», sagt Elsbeth Stern, Professorin für Lernforschung an der ETH Zürich in der Zeitschrift «Forschung & Lehre» (Ausgabe 7/2018). Das gilt auch für eine Zweitsprache.

Deshalb wollen manche Eltern ihre Sprachentwicklung schon früh mit einer Zweitsprache erweitern. Ideale, aber nicht immer leicht umsetzbare Voraussetzungen sind laut Stern: Die Gruppe der Kinder kommt zur Hälfte beispielsweise aus chinesisch sprechenden Familien und ist zur anderen Hälfte deutschsprachig.

Zudem sollten die Kinder länger den Kindergarten besuchen und ein Teil der Betreuer sollte die Fremdsprache als Muttersprache sprechen und auch Deutsch verstehen. Zudem sollten Eltern und Betreuer die Sprache wirklich beherrschen, sagt Stern. Denn bereits Babys orientieren sich an grammatischen Feinheiten.

Kinder lernen Sprachen fast nebenbei, wenn bestimmte Voraussetzungen stimmen. Dabei spielt der natürliche Kontext eine wichtige Rolle. «Wenn die Kinder aber nicht einmal wissen, was Chinesisch ist und sie noch keine Ahnung haben, was Sprache ist, ist es völlig unangemessen, eine Lehrerin in den Kindergarten zu schicken, die den Kleinen beibringt, was 'Guten Tag' auf Chinesische heißt.»

Eine Zweitsprache instruktiv zu lernen, setzt Wissen voraus und die Vorstellung, dass Menschen in unterschiedlichen Ländern auch unterschiedlich sprechen. Ohne diese Vorstellung von Sprache bringt eine direkte Instruktion Prof. Stern zufolge nichts. Man sollte seine Kinder also nicht überfordern: «Quält man Kindergartenkinder mit Dingen, die sie noch nicht verstehen können, erleben sie Lernen als etwas Fremdbestimmtes.» Dies sei kein guter Start.

Besser sei eine angemessene Sprachförderung: Also an etwas anzuknüpfen, was das Kind gerade interessiert. «Wenn das Baby einen Gegenstand anschaut, dann nennt man dessen Namen und bietet ihm damit eine indirekte Lerngelegenheit.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 07. 2018
11:57 Uhr

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Eltern Kindergärten Spracherwerb und Sprachentwicklung Zweitsprachen
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