Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"BlitzerwarnerCoronavirus

 

Darf man Besuch bitten, ein Hotelzimmer zu buchen?

Bis zur letzten Sekunde warten und dann eine Notlüge auftischen - so sollte man seinem Besuch nicht sagen, dass man ihn nicht bei sich einquartieren will. Jemanden bitten, sich ein Hotelzimmer zu nehmen, ist kein Tabu. Auf das Wie kommt es an.



"Zimmer frei"
Falls es mal nicht so passt mit dem Schlafbesuch, dann kann ein günstiges Hotel in der Nähe weiterhelfen.   Foto: Stefan Sauer

Manche Frage traut man sich kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt.

Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen. Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn...

Die Frage heute: Darf er angereisten Besuch bitten, ein Hotelzimmer zu buchen?

Ja, aber lieber mit entsprechender Begründung und eventuell dem Angebot, bei der Suche nach einem Hotelzimmer zu helfen. Im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung bestimme man selbst, wer dort schläft, sagt Linda Kaiser von der Deutschen Knigge-Gesellschaft. Die Gründe, warum jemand nicht dort übernachten soll, können vielfältig sein.

Der Platz: Eine kleine Wohnung bietet wenig Raum, hier ist die Argumentation einfach. Wer ein großes Haus mit Gästezimmer hat, ist wiederum darauf eingestellt, Gäste zu beherbergen. Erwartet man jedoch eine große Gesellschaft, etwa zu einer Geburtstagsfeier, können schon alle Zimmer belegt sein - an Verwandte, oder Leute, die bei Aufbau oder Organisation helfen. Auch dann ist die Begründung leicht.

Die Personen: Manchmal ist der Platz nicht der Grund, warum man jemanden nicht bei sich schlafen lassen möchte. Bei manchen Menschen weiß man zum Beispiel, dass es dabei zu Konflikten kommt. Oder es hat beim letzten Mal einfach nicht gut funktioniert mit dem Übernachten.

«Dann sollte man das offen genau so kommunizieren», rät Kaiser. Wichtig ist, solche eher heiklen Begründungen mit Ich-Botschaften rüberzubringen. Also, dass einem das selbst unangenehm wäre und man sich nicht wohlfühlen würde. «Wer mit Ihnen befreundet ist und Sie besuchen kommt, wird dafür Verständnis haben.»

Gut ist, wenn man zu einer Absage ein günstiges Hotel in der Nähe empfiehlt. Das kann man auch buchen. Erwarten, dass man dafür auch die Kosten übernimmt, müssen Freunde oder Verwandte aber nicht. «Auch wenn man Hausgast ist, ist das ja nicht kostenfrei», sagt Kaiser. Man bringe ja trotzdem ein Geschenk mit oder ein paar Blumen. Ob man 30 Euro in einen Blumenstrauß oder etwas mehr in ein Hotelzimmer um die Ecke investiert, ist dann auch egal.

Solange man umsichtig sei und finanzierbare Alternativen anbietet, habe man seiner Gastgeberpflicht Genüge getan, sagt Kaiser. Natürlich kann es sein, dass man dann auch mit Absagen rechnen muss, weil sich jemand das Hotelzimmer nicht leisten kann. Ist einem der Besuch sehr wichtig, kann man immer noch finanzielle Unterstützung anbieten.

Es macht auch einen Unterschied, ob man einlädt oder Gäste sich selbst angekündigt haben. Wer auf eigene Faust vorbeikommt, müsse nicht damit rechnen, dass er eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten bekommt, stellt die Knigge-Expertin klar.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
12:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Besuch Finanzierbarkeit Hotelzimmer Kaiserinnen und Kaiser Verwandte Wohnungsbesitz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Pflege zu Hause

02.09.2020

Pflege von Angehörigen bedarf mehr als sechs Stunden am Tag

Die Pflege eines Menschen im häuslichen Umfeld ist eine riesige Herausforderung. In der Regel wird der gewohnte Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Auch der zeitliche Aufwand kann, je nach Pflegegrad, sehr hoch sein. » mehr

Haushaltshilfe

20.07.2020

Jeder Dritte erhält Unterstützung im Haushalt

Verwandte und Freunde spielen nur eine untergeordnete Rolle - meist sind es bezahlte Haushaltshilfen, die im Haushalt oder im Garten einspringen. Die Suche nach einer zuverlässigen Kraft ist allerdings kein leichtes Unte... » mehr

Cannabis-Konsum

26.06.2020

Cannabis kann Familien zerstören

Die Gefahren des Kiffens für Jugendliche sind wenig bekannt. Die Folgen können Familien aus der Spur werfen und Betroffene zu seelischen und körperlichen Wracks machen. Experten warnen deshalb vor einer leichtfertigen Le... » mehr

Aufrüsten für den Nachwuchs

24.06.2020

Griff in Steckdose: Kinder verunglücken oft zuhause

Baden, grillen und der Besuch auf dem Spielplatz: Im Sommer gibt es viele Gefahrenquellen für Kinder. Eltern sollten die Augen offen halten, mahnen Experten zum Tag der Kindersicherheit. » mehr

Freibäder öffnen

20.05.2020

Was Freibadbesucher in dieser Saison erwartet

Nach Wochen der Corona-Unsicherheit öffnen in etlichen Bundesländern wieder die Freibäder. Gerade für Familien dürfte das im Sommer eine Erleichterung sein. Der spontane Besuch wird vielerorts aber nicht möglich sein - u... » mehr

Zuwendung

10.04.2020

Selbsthilfe für pflegende Angehörige

Papierkram, Isolation, Psychodruck: Oft türmen sich Probleme in der Pflege zu einem schier unüberwindbaren Berg auf. Den anzugehen, ist nicht leicht - doch es gibt Methoden, die helfen können. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
12:32 Uhr



^