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Gefährdung von Kindern durch das Internet nimmt zu

Auch wenn Kommunikation über das Internet und Smartphones für Kinder und Jugendliche längst Alltag ist, droht doch ständig die Gefahr etwa durch Cybermobbing. Medienscouts können da präventiv tätig werden und auch akut Hilfe leisten.



Bundesjugendkonferenz Medien
Bei der Konferenz beraten rund 300 sogenannter Medienscouts, wie sie Mitschülern im Umgang mit sozialen Netzwerken beraten können.   Foto: Bernd Wüstneck

Die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch das Internet nimmt trotz aller Bemühungen um Prävention und Aufklärung weiter zu.

Es gebe immer neue Apps und Programme, auf die Kinder Zugriff hätten, sagte die Rostocker Rechtsanwältin Gesa Stückmann bei der vierten Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock. Zudem hätten sie immer früher die entsprechende Technik in der Hand.

Als Beispiel nannte Stückmann ein soziales Netzwerk, das sich auf kurze selbstgedrehte Tanz- und Gesangsvideos spezialisiert hat. «Die wenigsten Kinder stellen sich eine Privatsphäre ein, das ist in der Regel alles öffentlich.» Sie bewegten sich oft leicht bekleidet vor der Kamera. «Das ist für Pädophile sehr attraktiv», sagte Stückmann.

Bei der bis Sonntag dauernden Konferenz diskutieren rund 300 sogenannte Medienscouts aus ganz Deutschland, wie sie Mitschüler im Umgang mit sozialen Netzwerken beraten können. Ihre Aufgabe ist es, Tipps für sicheres und faires Verhalten im Netz zu geben und in Fällen von Cybermobbing zu helfen.

«Wir zeigen unseren Mitschülern, was sie im Internet von sich preisgeben können und was eher nicht», sagte der 16-jährige Enrico Will, Medienscout aus Montabaur (Rheinland-Pfalz). Daneben gingen sie bei Mobbing auch in die Klassen um zu helfen. So sei jüngst ein Mädchen in einer 6. Klasse in mehreren Screenshots stark verunstaltet und anschließend damit gemobbt worden. «Sie hatte Angst, in die Schule zu gehen.» Die Scouts konnten zur positiven Klärung des Falles beitragen, wie Will sagte.

Auch Sexting - der private Austausch selbst produzierter Fotos mit erotischen Inhalten per Handy oder Internet - nehme zu, sagte Will. In vielen Fällen sei bekannt, dass Erwachsene Empfänger seien und nicht Gleichaltrige, wie von den Absendern erwartet.

Wie die Leiterin der Techniker Krankenkasse in MV, Manon Austenat-Wied, betonte, sind auch die Eltern gefordert, sich mit dem «Netzleben» ihrer Kinder auseinandersetzen. «Ihre Fürsorge sollte nicht vor dem Log-in enden.» Auch hier könnten Medienscouts helfen. Denn: «Oftmals sind Eltern mit dem eigenen Online-Verhalten gegenüber ihrem Kind kein gutes Vorbild.»

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
15:49 Uhr

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dpa

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15. 03. 2019
15:49 Uhr



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