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Was tun bei Verdacht auf Kindesmissbrauch?

Für Eltern ist es eine Horrorvorstellung, wenn sie den Verdacht haben, das eigene Kind könnte sexuell missbraucht werden. Wie sollten sie in solchen Fällen reagieren?



Anzeichen für Kindesmissbrauch
Für Kindesmissbrauch gibt es oft keine eindeutigen Anzeichen - Eltern sollten bei Verhaltensänderung ihres Kindes aber hellhörig werden.   Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Für Kindesmissbrauch gibt es oft keine eindeutigen Anzeichen. Eltern sollten daher grundsätzlich bei jeder Verhaltensänderung ihres Kindes aufmerksam werden, rät Harald Schmidt, Leiter des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK).

Abklären sollten Eltern etwa Angstzustände, Schlaf- und Essstörungen sowie aggressives Verhalten, erläutert das ProPK auf seiner Internetseite «Missbrauch verhindern».

Um Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen, darf Missbrauch kein Tabuthema sein. Eltern sollten mit Kindern offen darüber reden, empfiehlt die Polizei . Eltern sollten im Gespräch mit dem Kind keinen Druck ausüben und nicht versuchen, es durch vorformulierte Aussagen zu beeinflussen. Schuldzuweisungen wie «Warum hast du so lange geschwiegen?» sind dabei nicht hilfreich. Wichtig sei es außerdem, den Kindern und ihren Aussagen zu vertrauen, da diese selten eine an ihnen begangene Straftat erfinden.

Wichtig sei es, eine Vermutung von einem ernsten Verdacht zu unterscheiden, erklärt Kriminaloberrat Schmidt. «Bei einer Vermutung, die eher einem schlechten Gefühl nahekommt, muss ich mir zunächst klar darüber werden, welche Situationen oder Verhaltensweisen des Kindes mich stutzig machen.» Um solche Beobachtungen einzuordnen, können Eltern sich Unterstützung bei einer Beratungsstelle holen. Der Weiße Ring etwa bietet ein Opfer-Telefon unter der Nummer 116 006 an.

Bei einem ernsten Verdacht muss jedoch sofort gehandelt werden - zum Schutz des Opfers. Dazu ist es empfehlenswert, sich an eine spezialisierte Beratungsstelle oder direkt an die Polizei zu wenden. «Auf keinen Fall sollte man einen Verdacht ignorieren oder damit allein bleiben», mahnt Schmidt.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
10:37 Uhr

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27. 06. 2019
10:37 Uhr



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