Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Worauf Familien bei einem Au-pair achten müssen

Viele Familien holen sich bei der Betreuung ihrer Kinder die Hilfe von Au-pairs. Doch dabei gilt es einiges zu beachten - denn nicht für jede Familie eignet sich dieses Betreuungsmodell.



Leben mit Au-pair
Kann ein Au-pair ein echtes Vertrauensverhältnis zum Kind aufbauen, ist sie ein großer Gewinn für die Familie. Foto: Jessica Peterson/Bildagentur-online   Foto: dpa

Halima Lohbeck und ihr Mann sind nicht nur Eltern, sondern auch Juristen. Das bedeutet: Sie sind oft in kurzfristigen Meetings, haben lange Arbeitstage und regelmäßige Geschäftsreisen.

Arbeit und Kinderbetreuung lassen sich dabei nicht immer gut vereinen, vor allem weil die Familie keine Verwandtschaft in der Nähe hat. Und so kam es, dass sich die Familie vor zwei Jahren das erste Au-pair zur Unterstützung holte.

Auf eine Vermittlungsagentur verzichtete die Familie damals und vernetzte sich direkt im Internet mit einer 19-jährigen Spanierin, die dann für drei Monate zu den Lohbecks kam. Ein Glückstreffer. «Die Kinder und sie waren vom ersten Abend an ein Herz und eine Seele», sagt die Mutter.

Schnell sah Lohbeck die Vorteile eines Au-pairs. Sie sei viel flexibler gewesen. War ihr Mann auf Geschäftsreisen, konnte sie sich spontan mit Freunden treffen oder zum Sport gehen. Doch diese Flexibilität hat auch ihren Preis: Ist ein Au-pair in der Familie, bleibt wenig Privatsphäre.

Im Normalfall lebt das Au-pair bei der Familie und soll in diese auch integriert werden. So schreiben es die Richtlinien für Au-pairs in Europa vor. «Ein Au-pair hat das Recht auf ein eigenes abschließbares Zimmer», sagt Cordula Walter-Bolhöfer, Geschäftsführerin der Gütegemeinschaft Au-pair.

In diesen Richtlinien steht auch, was ihre Aufgaben sind: Bis zu 30 Stunden müssen sie in der Woche arbeiten. In dieser Zeit sollen sie - je nach Absprache mit den Familien - die Kinder betreuen. In der Regel kommen zwei Abende in der Woche hinzu, an denen sie babysitten.

Auch leichte Hausarbeiten übernehmen sie. Dazu zählt das Saugen des Kinderzimmers, das Ein- und Ausräumen der Spülmaschine oder das Falten der Kinderwäsche. «Die Au-pairs sind aber keine Haushaltshilfen, die das Elternschlafzimmer putzen oder die kranke Oma beaufsichtigen müssen», sagt Walter-Bolhöfer.

Die Familie wiederum kommt für die Kost und Logis des Au-pairs auf, muss ein monatliches Taschengeld von 260 Euro zahlen, 50 Euro zu einem Sprachkurs dazugeben und monatlich etwa 40 Euro für die Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung des Gastes zahlen.

Ein Geben und Nehmen also, das gut funktionieren kann. Auch Diplom-Psychologin Barbara Gmöhling-Schlögl sieht in dem Modell Vorteile für die Kinder, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: «Sind die Kinder im Vor- oder Grundschulalter, handelt es sich bei der Familie um eine stabile Gemeinschaft, in der die Eltern ihre Rollen bereits gefestigt haben.» Hier kann sich ein Au-pair auf die Entwicklung eines Kindes positiv auswirken.

So haben Untersuchungen gezeigt, dass sich die soziale Kompetenz eines Kindes erhöht, wenn es zu mehreren Bezugspersonen Bindungen aufbaut. In manchen Situationen allerdings rät die Psychologin davon ab. Zum Beispiel, wenn die Kinder noch sehr klein sind, oder wenn die Eltern viel arbeiten und das Au-pair die eigentliche Bezugsperson wie Vater oder Mutter ersetzen würde.

Veröffentlicht am:
20. 04. 2018
12:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betreuung von Kindern Diplompsychologen Eltern Geschäftsreisen Hilfe Kinderzimmer Personen aus Spanien
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Zurück ins Kinderzimmer

19.07.2019

Mit Ende Zwanzig zurück ins Kinderzimmer

Sie waren schon mal flügge, zogen um die Ecke oder in die weite Welt. Nach Jahren passiert es dann: Ein Job in der Heimat, ein Studium oder die Trennung vom Partner - und die Kinder stehen wieder auf der Matte. Doch nich... » mehr

Ein Raum für zwei: Wie es mit dem gemeinsamem Kinderzimmer klappt

22.09.2017

Wie es mit dem gemeinsamem Kinderzimmer klappt

Aus Platzgründen ist ein gemeinsames Kinderzimmer oft die einzige Lösung. Wichtig ist dabei, dass jedes Kind einen Rückzugsraum hat. Spätestens in der Pubertät wird ein eigenes Zimmer aber immer wichtiger. » mehr

Mit dem iPad eine Kamera steuern

20.09.2018

Bei Kinderausstattung ist Eltern Sicherheit sehr wichtig

Die Sicherheit der Kleinsten wird bei vielen Eltern großgeschrieben. Bei Autositzen, Kinderwagen oder Möbeln darf es dafür auch ruhig etwas kosten. Auch digitale Helfer sind angesagt. » mehr

Leihopa

24.08.2018

Optionen zur Kinderbetreuung außerhalb der Verwandtschaft

«Oma zu verleihen»: Wer keine eigenen Verwandten in der Nähe hat, würde sich über eine solche Anzeige freuen. Zum Glück gibt es aber Alternativen: Sie reichen von ehrenamtlichen Helfern bis zu bezahlten Dienstleistern. » mehr

Baby liegt im Bett

01.06.2018

Wie die Kleinen im Sommer entspannt schlafen

Wenn im Sommer die heiße Luft im Kinderzimmer steht, wird das Einschlafen mitunter zur Geduldsprobe. Der Nachwuchs kommt nicht zur Ruhe, die Eltern sind genervt. Wie lässt sich das vermeiden? » mehr

Voll mit Spielzeug

18.05.2018

«Ich will das haben!» - Konsumrausch im Kinderzimmer

Wenn Vierjährige mit großen Augen vor dem Spielwarenregal stehen und sagen: «Bitte, bitte kauf mir das!»: Wer kann da schon Nein sagen? Viele Eltern jedenfalls nicht. Aber bei Spielzeug ist weniger oft mehr. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
20. 04. 2018
12:12 Uhr



^