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Bei Kinderausstattung ist Eltern Sicherheit sehr wichtig

Die Sicherheit der Kleinsten wird bei vielen Eltern großgeschrieben. Bei Autositzen, Kinderwagen oder Möbeln darf es dafür auch ruhig etwas kosten. Auch digitale Helfer sind angesagt.



Mit dem iPad eine Kamera steuern
Um das Sicherheitsbedürfnis der Eltern zu befriedigen, werden in Kinderzimmern immer häufiger digitale Helfer eingesetzt.   Foto: Oliver Berg

In einem Punkt sind sich alle Mitspieler in dem milliardenschweren Markt einig: safety sells. Die Sicherheit der Kleinsten ist für Familien, Hersteller und Händler in der Branche der Baby- und Kinderausstatter das A und O.

Viele Eltern zahlen dafür immer mehr: Ja, es werde auch teuer gekauft, «aus Gründen der Sicherheit», berichtet Michael Neumann vom Bundesverband der Kinderausstattungs-Hersteller (BDKH). Familien seien bereit, dafür «deutlich mehr Geld auszugeben», bestätigt Katharina Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse.

Bei der am 20. September in Köln startenden Messe «Kind+Jugend» (bis 23. September), die weltgrößte Schau für Baby- und Kinderausstattung, rückt eine Rekordzahl von 1250 Ausstellern aus 53 Ländern Sicherheit und Gesundheit in den Fokus.

Mit dem Sicherheitsbedürfnis geht der Trend auch zu digitalen Helfern: Ein Hersteller zeigt einen mit Sensoren ausgestatteten Kinderautositz, der mit dem Mobiltelefon verbunden ist und Alarm auslösen kann. Videophones oder Kontrollgeräte dringen ins Baby- und Kinderzimmer vor, digitale Schlafampeln oder Söckchen mit Pulsmessfunktion sollen über das Wohlbefinden der Knirpse wachen.

Autositze im neuen «i-Size-Standard» sind mit fast 300 Euro fast dreimal teuer als der Durchschnitt, werden aber stark nachgefragt, wie der Handelsverband Spielwaren (BVS) betont. Sie erfüllen eine neue EU-Norm für mehr Schutz von Kindern im Fahrzeug, etwa bei Unfällen. Auch bei den Spielsachen zeigen sich Väter und Mütter oft wählerisch, weiß BVS-Vize-Geschäftsführer Steffen Kahnt. «Viele Eltern kaufen sich ein Qualitäts- und Sicherheitsversprechen und wählen den Markenfachhandel. Sie entscheiden sich bewusst gegen den Ein-Euro-Shop oder den Strandkiosk.»

Wenig verwunderlich ist da, dass die Ausgaben für Kinder bis drei Jahre wachsen - 2017 auf gut 2,5 Milliarden Euro in Deutschland. Was der Branche noch in die Hände spielt: Jedes vierte Neugeborene wird laut BDKH von einer Frau zur Welt gebracht, die nach Ausbildung oder beruflicher Karriere 35 Jahre und älter ist. «Die höher gebildeten, finanzstarken Frauen sind eine interessante Zielgruppe für Industrie und Handel», erklärt der BDKH. Sie wollten höherwertige Produkte.

Auch bei Kindermöbeln steht Sicherheit für viele Kunden ganz oben. Standsicherheit, Kippsicherheit, Quetschsicherheit, wie Ursula Geismann vom Verband der Möbelindustrie aufzählt. Und: Im Angebot überwiegen «märchenhafte und träumerische» Elemente. Nicht mehr wegzudenken seien Themenzimmer - für Prinzessinnen, Piraten, Feen, Astronauten, meint die Industrie. «Wer heute ein Kind bekommt, will es behüten und beschützen.» Das sehe man auch an der Einrichtung der Kinderzimmer - für manche ein Idyll und «eine Gegenwelt zur harten Realität».

Vor allem der Kauf eines Kinderwagens scheint eine heikle Angelegenheit zu sein. Die Info- und Auswahlphase ziehe sich oft extrem lange hin - «fast wie bei einem Autokauf», schildert die Kölner Marktforscherin Birgit Langebartels. Denn Baby und Kleinkind sollen nicht nur sicher durch Straßen und Wege geschaukelt werden, der Kinderwagen prägt noch dazu das Bild nach außen. Beispiel: «Die Botschaft beim Jogger-Modell heißt: Ich bin eine mobile, sportliche Mutter», sagt Langebartels.

Manche Eltern seien in Sorge, ob sie alles richtig machten mit ihrem Nachwuchs. Der Wunsch, die Kleinen zu schützen, zeige sich sogar bis zum Körperpflegeprodukt, sagt Langebartels. «Das ist ein Schutzmantel, den Eltern ihrem Baby, ihrem Kleinkind mitgeben in den Alltag. Und dafür zahlen sie auch bereitwillig.»

Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
09:48 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
09:48 Uhr



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