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Wie Paare ihre Zukunft verhandeln sollten

Kinder - ja oder nein? Einen neuen Job im anderen Bundesland annehmen? Kaum ein Paar kommt darum herum, sich mit seiner Zukunft zu beschäftigen. Haben Partner unterschiedliche Pläne, kann das kritisch für die Beziehung werden. Denn nicht immer sind Kompromisse möglich.



Paar im Gespräch
Experten raten, regelmäßig über Lebenspläne zu reden.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Viele Menschen haben konkrete Vorstellungen ihrer Zukunft im Hinterkopf. Der eine möchte unbedingt eine Familie mit zwei Kindern, die andere plant, sich von ihrem Arbeitgeber nach London versetzen zu lassen.

Ist man in einer Beziehung, fallen diese Wunschvorstellungen ins Gewicht. «Schließlich ist die Situation eine ganz andere, wenn es einen Partner gibt, auf dessen Leben sich die eigenen Entscheidungen auswirken», sagt Sabina Lennarz, Paarberaterin in Bonn.

Doch welche Rolle sollten Pläne in einer Partnerschaft einnehmen? «In frischen Beziehungen wird meist viel über die Zukunft und das, was man sich wünscht, gesprochen», beobachtet Sigrid Sonnenholzer, Paartherapeutin in Ottobrunn. «Im Laufe der Zeit verliert das Thema bei vielen Paaren an Bedeutung.» Oft liegt es daran, dass die Partner insgesamt weniger über die Beziehung kommunizieren. Manchmal steckt dahinter auch der Trugschluss, dass man glaubt zu wissen, was sich der oder die Liebste wünscht.

Der richtige Zeitpunkt

«Zu jedem Zeitpunkt ihrer Beziehung ist für Paare sinnvoll, sich über die Zukunft auszutauschen», sagt Sonnenholzer. Ähnlich sieht es Miriam Junge, Psychotherapeutin in Berlin. Sie rät Paaren dazu, sich regelmäßig - etwa einmal im Monat - zu einem Date zu verabreden, bei dem Pläne und Wünsche auf dem Tisch ausgebreitet werden.

Doch nicht jeder ist ein Fan von Zukunftsgesprächen, einige Partner scheuen regelrecht davor zurück. Doch sie auszublenden, ist keine Lösung. Je länger Paare ihre unterschiedlichen Pläne und Wünsche ignorieren, desto lauter kann es eines Tages knallen.

Was, wenn Partner gegensätzliche Zukunftsvorstellungen haben? «Im ersten Schritt ist es wichtig, seinen Standpunkt offen zu benennen», sagt Lennarz. Kann man sich ein Leben ohne Kinder oder einen gemeinsamen Hausbau nicht vorstellen, sollte man das klar kommunizieren. Im zweiten Schritt sollten die Partner sich darüber austauschen, was sie zu ihrer Position bewegt. Laut Sigrid Sonnenholzer steckt in Zukunftsplänen oft die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens, ein Thema, das nur schwer verhandelbar ist.

Tauscht sich ein Paar offen über seine Beweggründe aus, können sich Ansatzpunkte für Kompromisse offenbaren. Vielleicht zeigt sich: Der Partner schreckt vor einer Familiengründung zurück, jedoch nicht, weil er Kinder generell ablehnt, sondern weil er große Angst vor Verantwortung hat. An diesem Thema kann das Paar gemeinsam arbeiten - und sich zum Beispiel entscheiden, die Familiengründung nicht überstürzt anzugehen.

Schwierig sind Kompromisse

Besonders schwierig sind Kompromisse bei «Entweder-oder»-Entscheidungen. Die komplizierteste Frage ist dabei wohl: Familiengründung - ja oder nein? Während sich Mietverhältnisse oder ein Arbeitsvertrag wieder auflösen lassen, ist ein Kind eine Entscheidung fürs Leben. Will einer der Partner unbedingt, der andere aber auf keinen Fall, gibt es meist nur eine Lösung: die Trennung. «Manchmal ist der Verlust der Partnerschaft geringer als der Verlust, der entsteht, wenn der Lebenswunsch unerfüllt bleibt», fasst Lennarz zusammen.

Sich den Vorstellungen des Partners unterzuordnen, obwohl man sie nicht teilt, ist keine gute Idee. «Kritisch wird es, wenn sich ein Partner in der Beziehung gar nicht mehr gesehen fühlt», sagt Junge. «Wenn er oder sie seine eigenen Bedürfnisse komplett zurücksteckt, kann das langfristig zu psychischen Problemen führen.»

Daher sollte man sich ehrlich fragen: Kann ich glücklich werden, wenn ich auf eine bestimmte Zukunftsperspektive verzichten muss? Lautet die Antwort «Nein», sollte man genau prüfen, ob die Beziehung noch Sinn ergibt.

Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
04:07 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
04:07 Uhr



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