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Den Buchsbaumzünsler effektiv bekämpfen

Der Buchsbaum - eines der beliebtesten Gartengewächse - bereitet Hobbygärtner Sorgen. Immer mehr Gehölze leiden unter Schädlingsbefall, der zwar an sich nicht tödlich ist, aber dem Sichtschutz-Gehölz die Blätter raubt. Kann man es retten?



Kahlfraß im Garten
Bis man die grün-gelben Raupen des Buchsbaumzünslers so deutlich entdeckt, haben sie meist schon das Innere des Gehölzes kahlgefressen.   Foto: Gerlinde Mayer/dpa-tmn

Buchsbaumzünsler plagen aktuell viele Hobbygärtner. Die Raupen fressen sich durch die gleichnamigen immergrünen Hecken und Formgehölze und vernichten alles - wenn man sie nicht schnell genug entfernt.

Das Problem: Der Befall ist anfangs nur schwer zu erkennen, denn die grün-gelben, etwa fünf Zentimeter langen Raupen fressen sich erst mal tief im Inneren des Gehölzes satt - und den Buchsbaum von innen her kahl.

Wie gefährlich ist der Befall?

Der Buchs stirbt durch den Befall nicht ab, erläutert das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe. Denn sind die Blätter abgefressen, ziehen die Raupen in der Regel weiter. Manchmal wird noch die Rinde angefressen. Es handelt sich also nur um ein optisches Problem - aber auch das ist ein Ärgernis für Hobbygärtner.

Was kann ich tun?

Biologische Spritzmittel machen vor allem zu zwei Zeitpunkten Sinn. Laut dem Technologiezentrum Augustenberg ist das in der zweiten Hälfte vom April der Fall, um die Raupen zu treffen, die an den Gehölzen überwintert haben und sich nun ans Fressen machen. Die zweite Spritzung sollte in der ersten Juli-Hälfte erfolgen, um die erste Generation der Nachkommen zu treffen.

Hier ist wichtig, dass man erst spritzt, wenn man die Raupen an den Blättern fressen sieht. Früher erreicht sie das Mittel nicht, da die Tiere noch in ihrem Winterkokon aus zusammengesponnenen Blättern stecken. Außerdem muss das Schädlingsbekämpfungsmittel das ganze Blattwerk erreichen, auch das im Inneren des Buchsbaums.

Darüber hinaus kann ein früher Schnitt der Buchsbäume und das Absammeln der Larven im April helfen sowie erneut ein Schnitt der Bäume im September, um die Nachkömmlinge zu entfernen, die wieder überwintern werden. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt auch das Abbrausen mit einem starken Wasserstrahl.

Welche Spritzmittel bieten sich an?

Die Experten des Technologiezentrums Augustenberg raten zu Mitteln auf Basis der Sporen des Bakteriums Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki. Es wirke ausschließlich gegen Schmetterlingsraupen, die die Sporen fressen, und gelte daher als unbedenklich für zum Beispiel Marienkäfer und Haustiere.

Muss ich abgeschnittenes Grüngut gesondert entsorgen?

Das kommt auf den Zeitraum an. Gibt es ausgewachsene Larven, können sie sich noch an den abgeschnittenen Zweigen entwickeln - das ist im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte August möglich. Dann sollte man das Schnittgut also in eine Tüte packen und mit dem Restmüll entsorgen oder einige Tage in die Sonne legen, bevor es auf den Kompost kommt.

Wie erfolgreich ist die Bekämpfung?

Sie wird nicht enden. Die Experten gehen davon aus, dass der Buchsbaumzünsler in Deutschland nicht mehr auszurotten ist und daher jedes Jahr aufs Neue bekämpft werden muss. Zugleich aber gilt: Die Pflanzen selbst werden sich erholen und neu austreiben. Die Experten vom Technologiezentrum urteilen daher: Die Bekämpfung des Buchsbaumzünsler ist grundsätzlich «mit vergleichsweise geringem Aufwand» möglich und mit zwei Bekämpfungsterminen in die jährliche Gartenarbeit zu integrieren.

Allerdings stört ja gerade der Kahlfrass viele Hobbygärtner: Für eine gewisse Zeit sieht ihr Buchsbaum nicht schön aus, und er wird immer wieder an Masse verlieren. Viele Gartenprofis raten daher inzwischen dazu, auf andere Pflanzen zusetzen. Das liegt aber auch an einem zweiten Problem, mit dem Buchsbäume immer häufiger kämpfen müssen: Ein Pilz namens Cylindrocladium buxicola färbt die Blätter braun, die später abfallen. Man spricht auch vom Triebsterben.

Was kann ich gegen den Pilz tun?

Erkennt man ihn früh, lässt sich die Pflanzen kräftig zurückschneiden. Allerdings sei in den meisten Fällen die Rodung nötig - und zwar der befallenen sowie der benachbarten Buchsbäume, selbst wenn diese noch gesund aussehen, erläutern die Experten. Fungizide helfen nicht, sie geben nur einen vorbeugenden Schutz.

Was sind gute Alternativen?

Immergrünen Nadelgehölze sind der Tipp des Bundesverbands Garten- und Landschaftsbau (BGL). Viele Arten und Sorten haben ein ähnliches Wuchsverhalten. Außerdem lassen sie sich genauso wie der Buchsbaum durch Schnitte leicht in Form halten. Gute Gewächse als Sichtschutz sind Wacholder (Juniperus), Eibe (Taxus) oder Scheinzypresse (Chamaecyparis). Die Experten aus Augustenberg nennen als Immergrüne darüber hinaus den Ilex und Berberitze (Berberis buxifolia).

Im Fachhandel werden neue Züchtungen bewusst als Buchsbaum-Ersatz beworben, darunter vor allem die für Beeteinfassungen beliebte Eibe-Sorte 'Renkes Kleiner Grüner' (Taxus baccata) und der Rhododendron namens Bloombux (Rhododendron hirsutum x micranthum).

Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
12:43 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
12:43 Uhr



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