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Ungewöhnliche Sträucher für den Herbst

Schon mal was vom Blaugurkenstrauch gehört? Oder dem Liebesperlenstrauch? Die beiden Gehölze bringen mit ihren Früchten etwas in den Garten, was im Herbst selten ist: blaue und lila Farbtupfer.



Liebesperlenstrauch
In der Natur sehr seltene violette Früchte bildet der Liebesperlenstrauch (Callicarpa dichotoma) aus.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn » zu den Bildern

Schon bevor sich im Herbst die Blätter an Bäumen und Sträuchern verfärben, fallen eine ganze Reihe von Gehölzen durch ihre Farbe auf. Nicht nur die weit verbreiteten roten Früchte von Zierapfel, Rosen und Vogelbeeren gehören dazu.

Auch eine ganze Reihe weiterer Ziergehölze entwickelt dann Früchte in ungewöhnlicher Form und Farbe. Vier Pflanzen-Ideen für Hobbygärtner:

1. Der Liebesperlenstrauch

Man erkennt ihn sofort, wenn man den Liebesperlenstrauch (Callicarpa) einmal sieht: Er hat eine «einmalige und sehr seltene lilarosa Fruchtfarbe», sagt Robert Markley, Buchautor und Experte des Verbands der GartenBaumschulen in Haan.

Allerdings falle das erst auf, wenn man direkt vor dem Strauch steht. «Also gehört er dorthin, wo er dem Gartenfreund im Herbst nahe sein kann», rät Markley zur Standortwahl im Garten. Und setzt man mehrere Sträucher nebeneinander, wirken die winzigen Beeren auch noch mal stärker. Der Standort sollte zudem warm sowie sonnig bis halbschattig sein, der Boden wenig Kalk enthalten.

Der Lilaton der kleinen Früchte macht durchaus skeptisch - wenn man nicht sogar direkt an Gift denkt. Aber diese Fruchtfarbe kommt auch selten in der Natur vor, und sogar den Vögeln scheint sie zunächst mal fremd. «Die Vogelwelt lässt die knalligen Früchte zunächst links liegen, um dann - nach einigen zaghaften Verkostungen - begeistert zuzugreifen», berichtet Markley.

Die Skepsis der Vögel ist ein Vorteil für die gestalterische Wirkung im Garten: Die Früchte verschwinden nicht wie die Beeren anderer Sträucher rasend schnell, sondern erst allmählich.

2. Der Blaugurkenstrauch

Ein weiteres Gehölz mit blauem Fruchtschmuck ist der Blaugurkenstrauch (Decaisnea fargesii), auch Blauschote genannt. Es stammt aus den Bergwäldern Westchinas, ist aber bis nach Nepal verbreitet. Während der Liebesperlenstrauch gut zwei Meter hoch wird, wächst der Blaugurkenstrauch gut drei Meter in die Höhe.

Seine bohnenartigen, dicken Früchte verfärben sich kobaltblau. Das bildet einen schönen Kontrast zum gelben Herbstlaub, findet Markley. Er weist aber auch darauf hin, dass die wenigen langen, kaum verzweigten Äste in der laublosen Winterszeit etwas steif wirken. «Dieses Manko wird aber während der Sommerzeit durch die formschönen Fiederblätter wieder aufgehoben.» Öffnet man die Früchte, so entdeckt man neben den schwarzen Kernen ein gallertartiges Fruchtfleisch - in Westchina wird es gerne gegessen.

3. Die Indianerbanane

Schmackhafte Früchte bildet die aus Nordamerika stammende Indianerbanane (Asimina triloba). Die auch unter dem Namen Pawpaw bekannte Baumobstart wird bis zu vier Meter hoch.

Im Mai bildet sie zunächst rötlich-violette bis bräunliche Blüten in Glöckchen- oder Trichterform. Daraus entstehen dann die länglich-ovale bis keulenförmigen Früchte mit gelbgrüner bis grüner Schale, von denen immer drei zusammen in einem Knäuel sitzen. Sie reifen ab September heran. Allerdings bilden sich die Früchte nur, wenn mehr als eine Pflanze der Indianerbanane gesetzt wird. Eine Ausnahme ist die Sorte 'Sunflower', die teilweise als selbstfruchtbar gilt.

Mit der gewöhnlichen Banane hat die Indianerbanane nichts zu tun. «Verzehrt werden die Früchte ohne Schale, zum Beispiel durch Auslöffeln ähnlich wie bei einer Kiwi», erklärt Hubert Siegler, Referent für Obstbau an der Bayerischen Gartenakademie. Stören können beim Essen die bohnenkerngroßen Samen. Der Geschmack lässt sich laut Siegler als ein Mix aus Banane, Mango und Melone definieren. «Die Konsistenz ähnelt einer Avocado.»

Die Indianerbanane benötigt neben einem geschützten Platz einen nährstoffreichen, leicht sauren Boden. Auch zu ihr passt gut die gelbe Herbstfärbung der anderen Gehölze im Garten, findet Siegler.

4. Der Blasenstrauch

Als besonders attraktiv gilt im Herbst der Blasenstrauch (Colutea arborescens). Seine Samen können aber nicht verzehrt werden, auch seine Blätter enthalten Giftstoffe. Dennoch er ist für Hobbygärtner empfehlenswert: «Der Blasenstrauch ist ein Pioniergehölz für extreme Lagen allerersten Ranges», schwärmt Markley geradezu.

Er nennt den Blasenstrauch auch den «Schwerarbeiter» unter den Ziersträuchern. «Der Blasenstrauch ist sehr tolerant gegenüber Trockenheit, Hitze, Bodenversalzung und Kalk», erläutert der Fachautor. Daher bietet sich das Gehölz zum Beispiel für die Erstbegrünung kahler Hänge an. Dazu ist es pflegeleicht: «Wenn der Blasenstrauch vollsonnig steht, braucht er keine Pflege», ergänzt Markley. Und das Gehölz kommt ohne einen Schnitt aus.

Als typisches Familienmitglied der Schmetterlingsgewächse trägt der Blasenstrauch gelbe Schmetterlingsblüten in dichten Trauben. Sie dienen vor allem Hummeln als Nahrungsquelle. Daraus entstehen im Laufe des Sommers blasenartige Hülsenfrüchte, die rotbraun zwischen den allmählich gelb werdenden Blättern leuchten.

Veröffentlicht am:
13. 09. 2018
10:03 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2018
10:03 Uhr



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