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Warum die Quitte einen Platz im Garten verdient

Die Quitte gehört zu den ältesten Obstarten, ist heute jedoch nahezu in Vergessenheit geraten. Zu unrecht: Die Bäume sind pflegeleicht, die Frucht lässt sich vielseitig verwenden.



Unterscheidung anhand der Fruchtform
Quitten unterscheidet man anhand der Fruchtform in Apfel- und Birnenquitten. Aber der Geschmack macht nur Nuancen aus. Foto: Andrea Warnecke   Foto: dpa » zu den Bildern

Wenn die ersten Quitten reif sind, ist die Erntezeit eigentlich schon fast vorbei: Die gelben, filzig behaarten Früchte gehören zu den Letzten der Saison.

Doch nur selten erfüllt der süße Quittenduft heute noch die Gärten. «Äpfel und Birnen, aber auch Kirschen und Pflaumen sind wesentlich beliebter», sagt Oliver Fink vom Verband der GartenBaumschulen in Haan (NRW).

Dabei spricht einiges für einen Quittenbaum im Garten. Durch ihren markanten, eher strauchartigen Wuchs bleiben die Bäume eher klein - perfekt für ebenso kleine Gärten, die immer gängiger werden. Ihre harten, dunkelgrünen Blätter und ihre dunkle, gepunktete Rinde machen sie in den Sommermonaten attraktiv.

Und aus ihren duftenden, weiß-rosa Blüten entwickeln sich sehr wahrscheinlich auch Früchte: «Die Quitte blüht später als Apfel und Birne und ist darum nicht spätfrost-gefährdet», sagt Thea Carlin, Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie in Berlin.

Widerstandsfähiger als Apfel und Birne

Der Quittenbaum ist außerdem sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. «Quitten sind bedeutend widerstandsfähiger als die eng mit ihnen verwandten Äpfel und Birnen», sagt Heinrich Beltz von der Niedersächsischen Gartenakademie. Am häufigsten treten in feuchten Lagen und in feuchten Sommern Blattflecken auf, die zum Verlust von Blättern führen können.

Dagegen könne man nur wenig tun, so der Experte. «Wenn möglich sollte man das kranke Laub entfernen und über die Biotonne entsorgen, damit im Folgejahr weniger Infektionspotenzial da ist.» Fungizide im Hausgarten einzusetzen, empfiehlt er nicht.

Schon mit beziehungsweise kurz nach der Erntezeit beginnt auch die Pflanzzeit für neue Quittenbäume, die wurzelnackt verkauft werden - von Oktober bis März, solange der Boden nicht gefroren ist. Topfpflanzen können das ganze Jahr über gesetzt werden, wenn die Temperaturen unter 30 Grad liegen. «Bei zu viel Hitze und Trockenheit bekommen die Bäume gelbe Blätter und können eingehen», erklärt Fink.

Feuchter, nicht nasser Boden bevorzugt

An den Standort stellt die Quitte keine besonderen Ansprüche. Während der Wachstumszeit braucht sie es sonnig und warm, im Winter eher mild. «Zu starke Frostlagen verträgt die Quitte nicht», erklärt Beltz. Der Boden sollte leicht feucht, aber nicht nass sein. Und: Nicht jede Sorte kommt mit allzu kalkhaltiger Erde zurecht.

Die Quitte gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist darin die einzige Vertreterin der Gattung Cydonia. Der botanische Name Cydonia oblonga hängt laut Chefgärtnerin Carlin mit dem lateinischen Mela cydonia zusammen, auf deutsch: Apfel aus Kreta.

Im alten Griechenland Symbol für Fruchtbarkeit

«Die Quitte war im alten Griechenland die heilige Frucht der Aphrodite und stand für Fruchtbarkeit und ein langes Leben. Die Römer sollen bei der Besetzung von Kreta die Quitten mit ins Römische Reich genommen und so zum großflächigen Anbau beigetragen haben», berichtet Carlin. Schon vor 6000 Jahren sollen Quitten angebaut worden sein - sie gehört damit wohl zu den ältesten wildwachsenden Früchten.

Man unterscheidet Apfel- und Birnenquitten, der Geschmack macht nur Nuancen aus. Zu den klassischen Apfelquitten gehört die 'Riesenquitte von Leskovac'. Ihr Fleisch verfärbe sich beim Kochen nicht rötlich, sondern bleibe weiß, berichtet Carlin. Wer vorwiegend Quittensaft machen möchte, dem empfiehlt sie die Birnenquitte 'Ronda'.

Fleischbräune mit Kalzium vorbeugen

Ein Problem an Quitten ist die Fleischbräune - eine Störung, die nicht gesundheitsschädlich ist. Sie geht auf eine unregelmäßige Wasser- und Nährstoffaufnahme zurück, die bei wechselhaftem Wetter nach der Blüte auftrete. Zusätzlich zu einer ausgeglichenen Versorgung rät die Gartenakademie Rheinland-Pfalz, zur Vorbeugung Kalziumpräparate zu spritzen sowie die Früchte frühzeitig zu ernten.

Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
10:38 Uhr

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dpa

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05. 09. 2019
10:38 Uhr



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