Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

 

Laubbläser und Laubsauger für den Einsatz im Herbst

Mit Laubbläsern und Laubsaugern lassen sich Gärten und Freiflächen am Haus im Herbst von abgefallenen Blättern befreien. Eine Anschaffung will jedoch überlegt sein - nicht nur aus finanzieller Sicht.



Laubbläser
Laubsauger erleichtern zwar die Arbeit von Gartenbesitzern, dafür sind sie aber auch sehr laut und gefährlich für kleine Tiere.   Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa-tmn » zu den Bildern

Bunte Blätter, raschelndes Laub: Der Herbst bietet in Gärten mit Bäumen und Sträuchern ein sinnliches Erlebnis - und ihren Besitzern oft viel Arbeit. Denn nicht jeder mag es, wenn Beete, Wege und Rasen unter einer Laubdecke verschwinden.

Laubbläser und -sauger können dann helfen, Flächen von Herbstlaub zu befreien. «Wer mit einem Laubbläser arbeitet, muss sich nicht bücken und kann schnell viel Laub oder andere Reste im Garten und auf dem Hof bewegen», sagt Marja Rottleb vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Abgesehen davon bietet die technische Lösung aus Sicht der Naturschützerin aber keine weiteren Vorteile - und viele Nachteile.

Arbeitserleichterung zulasten von Tier und Natur

Geräte mit Benzinmotoren gelten als besonders leistungsstark, aber auch als gesundheitsschädigend. «Laubsauger haben keinen Katalysator. Man atmet neben dem aufgewirbelten Feinstaub also auch die Abgase aus dem Motor direkt ein, wenn man das Gerät im Betrieb auf Brusthöhe hält», sagt Philip Heldt, Referent für Ressourcenschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Auch der Lärm ist nicht zu unterschätzen. «Mit einem Pegel zwischen 80 und 110 Dezibel ist der Motor so laut wie ein Presslufthammer oder eine Kettensäge.» Der Verbraucherschützer rät daher, beim Einsatz Schutzbrille, Mund- und Ohrenschutz zu tragen, auch wenn das für Privatpersonen nicht vorgeschrieben sei. Zudem dürfen die Geräte nur zu bestimmten, von der Kommune vorgegebenen Zeiten eingesetzt werden.

Der Lärm kann aber nicht nur menschliche Anwohner und Gartennachbarn stören, sondern stresst auch Tiere - insbesondere Vögel. «Besonders in der Brutperiode im Frühjahr sowie im Herbst - der Zeit, in der Tiere eigentlich Energie sparen müssen für den Winter - kann der Lärm sehr schädlich sein», erklärt Naturschützerin Rottleb.

Mögliche Alternativen sind Laubbläser mit Akku oder Elektroantrieb. «Modelle mit Akku sind leiser, aber leistungsschwächer und sehr teuer. Elektrische Laubbläser sind günstiger, beim Einsatz ist man jedoch an das Kabel gebunden», sagt Heldt.

Laub im Garten sinnvoll nutzen

Den Experten zufolge sollte das Laub keinesfalls nur als Abfall gesehen werden. «Falllaub ist ein nützliches, kostenfreies Geschenk der Natur. Das Laub sollte im Haus- und Kleingarten lieber sinnvoll genutzt werden, als es ungenutzt zu beseitigen», sagt Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. So bietet Laub zum Beispiel Igeln und anderen kleinen Säugetieren, Insekten, Reptilien und Amphibien einen Unterschlupf für Herbst und Winter.

«Ein Laubhaufen sollte in keinem Garten fehlen», betont die Gartenexpertin. Diesen sollte man jedoch von Hand mit Rechen, Besen, Harke und Schaufel zusammentragen. Denn der Luftstrom von Laubbläsern kann bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen und für viele kleine, auf dem Boden lebende Lebewesen wie Insekten, Spinnen, Schmetterlingslarven, Asseln und Tausendfüßer tödlich sein.

© dpa-infocom, dpa:200923-99-677399/4

Veröffentlicht am:
06. 10. 2020
11:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgase Gerät Gärten Katalysatoren Laubbläser Laubsauger Motoren Motorsägen Naturschutzbund Deutschland Naturschützer Sträucher
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mähroboter ist Gefahr für den Igel

22.06.2020

Mähroboter gefährdet Tiere im Garten

Knopfaugen, Stachelkleid: In den Gärten sind wieder Igel unterwegs. Doch dort lauert Gefahr: Naturschützern zufolge geraten immer häufiger Igel und andere Tiere unter Mähroboter. » mehr

Gute grüne Vorsätze

21.11.2019

Bäume pflanzen, Welt retten

Kann auch ich helfen, die Welt zu retten? Ja, im Kleinen kann jeder etwas dazu beitragen - etwa im eigenen Garten. Drei Ideen für Hobbygärtner im Jahr 2020. » mehr

Jäten

20.08.2020

Ist das Unkraut - und darf das bleiben?

Naturnahes Gärtnern der Umwelt zuliebe kostet Überwindung. Dazu gehören ein wenig Kontrollverlust über das Wachstum und eine gewisse Unordnung. Denn Unkraut sollte man zulassen. » mehr

Schöne Wegbegrenzung

06.08.2020

Die richtige Rose für jeden Garten

Egal ob als Busch, Wegbegrenzung oder Rankpflanze: Rosen machen in jedem Garten eine gute Figur. Und die Pflege ist leichter, als vielleicht so manch ein Hobbygärtner denkt. » mehr

Blütenstände der Robinie

24.06.2020

Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020

Die Robinie kann ein schöner Hausbaum sein: Groß genug wird sie und fügt sich gut ins Gartenbild ein. Doch die Baumart macht auch viel Arbeit. Gärtner empfehlen daher eine bestimmte Robinien-Sorte. » mehr

Wolfgang Palme

03.10.2019

Wann muss ich den Garten winterfest machen?

Im Spätherbst versetzen viele Hobbygärtner ihr Revier in Winterschlaf - am besten aber so wenig wie möglich. Denn nicht alles schläft ein: Es kann sogar noch Gemüse angebaut werden. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
06. 10. 2020
11:17 Uhr



^