Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

 

Blühende Herbstzeitlose im Oktober

Herbstzeitlose erfüllen den Garten im Herbst nochmals mit neuer Farbe. Doch die Blumen sind nicht nur hübsch anzusehen - sie sind auch lebenswichtig für ihre Umwelt.



Pflanze blüht im Herbst
Der Name der Herbstzeitlosen leitet sich davon ab, dass die Pflanze im Herbst bis in den Oktober hinein blüht.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Auf den ersten Blick scheinen die fliederfarbenen Blütenkelche der Herbstzeitlosen wie eine Verirrung der Natur. Von weitem betrachtet, könnte man meinen, der Frühling hat begonnen. Sind das Krokusse? Doch die Blütezeit im September und jetzt im Oktober spricht eindeutig dagegen.

«Die späte Blütezeit zeichnet die Herbstzeitlose im Garten aus», sagt die Staudengärtnerin Svenja Schwedtke. Diese Blüten sind wichtige Nektar- und Pollenlieferanten - in einer Jahreszeit, in der oft nicht mehr so viel blüht.

130 verschiedene Arten sind bekannt

Nach Angabe von Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens Kiel, sind gut 130 verschiedene Arten der Herbstzeitlose verbreitet. «Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa bis Asien.» Die Herbstzeitlose, botanische Colchicum autumnale, zählt zu den heimischen Arten. In lichten Auenwäldern und auf frischen bis feuchten Wiesen trifft man die Schönheit auch verwildert an.

Für die heimischen Wildarten und ihre Sorten empfiehlt Schwedtke einen humosen, eher frischen Boden. «Man kann Herbstzeitlose auch auf feuchten Wiesen verwildern», sagt die Staudengärtnerin. In Hinblick auf die Lichtsituation lieben alle Herbstzeitlosen die volle Sonne.

Herbstzeitlose und Stauden passen farblich gut zusammen

Herbstzeitlose passen farblich besonders gut zu Stauden, die im Herbst besonders auffällig verfärben. Als Partner empfiehlt Nickol Funkien, die im Herbst eine goldgelbe Farbe annehmen.

Schwedtke nennt zudem den Sibirischen Storchschnabel, Geranium wlassovianium. «Es sieht besser aus, wenn die Herbstzeitlosen aus einer Gruppe anderer Stauden herausgucken, sonst stehen sie so nackt da», beschreibt die Staudengärtnerin eine optimale Verwendung.

In diesem Zusammenhang ergänzt sie, dass die Herbstzeitlosen auch «Nackte Jungfern» genannt werden, weil sie ohne Laub blühen. «Sie bleiben aber auch bei Regenwetter besser stehen, wenn sie sich in andere Pflanzen einkuscheln können», rät Schwedtke.

Ameisen ernähren sich von den Nährstoffen

Besonders interessant ist laut Nickol der Lebenszyklus der Herbstzeitlosen: Die ausdauernden Pflanzen bilden aus einer im Boden liegenden Sprossknolle ihre Blüte, die aus sechs Blütenhüllblättern besteht. Sie sind zu einer langen Röhre verwachsen.

«Erst im nächsten Frühjahr erscheint mit den leicht eingedrehten Blättern die unreife Kapselfrucht über der Erde», sagt Nickol. Während die ursprüngliche Knolle über den Winter abgebaut wird, bildet sich darüber eine neue. Die Seitensprosse entwickeln gleichzeitig eigenständige Knollen. Wenn sich die reifen Kapseln öffnen, erscheinen braune Samen mit einem weißen Anhängsel. Es ist mit Nährstoffen gefüllt.

Die Inhaltsstoffe des Anhängsels sind bei Ameisen begehrt. Sie bringen die Samen in ihren Bau, ernähren sich von dem Anhängsel und räumen später die intakten Samen aus dem Bau heraus. So kommt es zur Verbreitung der Herbstzeitlosen in der Natur.

© dpa-infocom, dpa:201014-99-942628/8

Veröffentlicht am:
15. 10. 2020
07:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Blumen Botanik Gärten Herbst Jahreszeiten Natur Pflanzen und Pflanzenwelt Stauden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Primeln

26.12.2019

Primeln sind die Vorboten des Frühlings

Wenn Kinder Blumen zeichnen, könnten es Primeln sein. Die Blüten sind farbenfroh mit einem strahlend gelben Auge in der Mitte. Ein herrlicher Lichtblick im grauen Winter. » mehr

Gänseblümchen im Garten

13.08.2020

Warum Gänseblümchen so robust sind

Kinder flechten aus ihr Kränze, Verliebte zählen ihre Blüten: Kaum eine Blume ist so bekannt wie das Gänseblümchen. Und ihre zierliche Schönheit profitiert sogar von häufigem Rasenmähen. » mehr

Frische Himbeeren

10.09.2020

Lange Erntezeit dank Herbst-Himbeeren

Frische Himbeeren im Herbst? Das ist möglich dank spezieller Sorten. Wie man sich um die kümmert, erklären zwei Experten. » mehr

Weiße Blüten

16.07.2020

Das magische Farbspiel des Staudenphlox

Der Staudenphlox blüht nicht nur in den schönsten Farben, seine Blütenpracht hält - mit ein paar einfachen Tricks - sogar bis in den Oktober. Zudem verströmt die Pflanze einen betörenden Duft. » mehr

Sehen aus wie Beeren, sind aber keine

vor 21 Stunden

Wacholder als Zierpflanze im Garten

Wacholder ist Geschmacksträger für Gin. Aber die alte Pflanze macht sich auch im Garten gut - und läuft dem Buchsbaum den Rang ab. Und wussten Sie, dass es eigentlich gar keine Wacholderbeeren gibt? » mehr

Gute Kombination

17.09.2020

Federgras in Hülle und Fülle

Es ist robust und gilt als neue Trend-Pflanze: Federgras. Zwei Experten erklären, wie man es am besten pflanzt und pflegt. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
15. 10. 2020
07:38 Uhr



^