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Sehr schnell zum grünen Garten: Gestalten mit Turbopflanzen

Wenn die Wärme mal Einzug gehalten hat, soll bitte auch der Garten prächtig grün werden. Lücken im Beet sollen sich schnell schließen, alles muss erblühen. Und zwar zack, zack! Die Natur spielt da sogar mit - sie bietet ungeduldigen Gärtner so manche Turbopflanze.



Balkan-Storchschnabel
Der Balkan-Storchschnabel zählt zu den turboschnellen Begrünern im Garten.   Foto: Marion Nickig/dpa-tmn » zu den Bildern

Manchmal muss es im Garten einfach schnell gehen, um zum Beispiel mit Hilfe von einer geschlossenen Pflanzendecke Unkraut zu verdrängen. Oder damit eine grüne Wand verhindert, dass neugierige Nachbarn in den Garten schauen können. Turbo-Pflanzen sind hier eine Lösung.

Das Nonplusultra in Sachen Turbopflanzen kommt aus dem Staudenreich, findet Till Hägele vom Botanischen Garten München-Nymphenburg: das Dickmännchen. «Dieser immergrüne Bodendecker entwickelt sich sehr schnell», erklärt der Buchautor. Ein weiteres Beispiel ist der Balkan-Storchschnabel, der sogar im trockenen Schatten sehr gut gedeiht. «Der Frauenmantel samt sich aus. Deshalb pflanzt man ihn lieber etwas weiter und überlässt es den Sämlingen, die Lücken zu schließen», erklärt Hägele das Vorgehen bei dieser Turbo-Pflanze.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, die schnell Biomasse schaffen. Problematisch sei manchmal aber, dass sich das Wachstum einiger Pflanzen zugleich auch nicht einschränken lässt, erklärt Hägele. Er ist dagegen, das Wachstum eines malerischen und rasend wachsenden Gehölzes wie des Blauglockenbaums durch Einschränkung der Nährstoffgaben und Schnitte zu drosseln.

Auch mit der Baumschutzordnung kann man dann schon nach wenigen Jahren in Konflikt kommen, da man einen großen Baum nicht einfach fällen darf. Hobbygärtner sollten sich folglich beim Kauf solcher Turbo-Pflanzen immer über die Konsequenzen des Wachstums informieren.

Anders sei dies aber bei der Fassadenbegrünung. «Hier sind schnell wachsende Pflanzen willkommen», findet Hägele. Gute Beispiele dafür sind Blauregen und Schlingknöterich. «Beide Pflanzen können problemlos auf den Stock zurückgesetzt werden.» Die Pflanzen entwickeln sich dann erneut zu einer grünen Tapete an der Hauswand.

Turbo-Pflanzen helfen dem Garten, gesund zu bleiben. Denn inzwischen werden aus Zeitmangel oftmals freie Flächen nicht mehr bepflanzt, sondern mit Kies bedeckt. Doch Sonne, Wind und Wetter greifen die Bodenstrukturen an, wenn sie brach liegen, und Nährstoffe werden ausgewaschen. «Die geschlossene Pflanzendecke schließt negative Effekte aus», sagt Hägele. «Der Vorteil einer Bepflanzung besteht darin, dass die Temperaturen ausgeglichener sind und die Verdunstung durch die Pflanzen das Klima in der Umgebung verbessert.»

Ein Garten wird attraktiver durch Pflanzen mit einer besonderen Ausstrahlung. «Der Etagen-Hartriegel ist eine ganz ungewöhnliche Pflanze», findet Peter Berg, Gartenbaumeister aus Sinzig (Rheinland-Pfalz). Sein großes Pro: Die Äste wachsen waagrecht und stehen damit in Etagen vom Stamm ab. «Es entsteht nicht nur eine markante Wuchsform, sondern auch eine leichte Transparenz, die diesen Baum zu einem spannenden Gestaltungselement macht», erklärt Berg.

Er wird so zu einem Blickfang, der von dem ablenkt, was vielleicht stört. Aber auch in dem bereits erwähnten Blauglockenbaum erkennt der Gartenbaumeister eine solche Attraktivität - vor allem aufgrund des imposanten Stamms und der blauen Blüten. «Der Stamm nimmt rasch an Umfang zu, so dass man daran sehen kann, wie der Baum wächst», erklärt Berg. Doch das Gewächs ist nichts für kleine Gärten.

Auch bei ornamentalen Gräsern hat man einen Turbo-Effekt. «Im Frühling ist erst nichts da, und innerhalb von wenigen Wochen wachsen die Horste auf eine Höhe von bis zu zwei Metern», erklärt Berg. Ein gutes Beispiel ist für ihn vor allem das Riesen-Chinaschilf. Besonders fällt das auf, wenn das Gras als Solitär gesetzt wird.

Service:

Till Hägele: Turbo-Pflanzen - Schnelle, effektvolle Begrünung, blv-Verlag, München, 2017, 14 Euro, ISBN-13: 978-3-8354-1629-1

Veröffentlicht am:
01. 06. 2017
05:10 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 06. 2017
05:10 Uhr



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