Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

 

«Öko-Test»: Viele Rosensträuße mit Pestiziden belastet

Befriedigend ist das beste Testurteil: Die Zeitschrift «Öko-Test» hat Rosensträuße aus Super- und Baumärkten sowie dem Onlinehandel auf Pestizide untersucht. Das Ergebnis ist verheerend. Denn die Plantagen liegen oft in Ostafrika, wo es andere Gesetze zum Chemieeinsatz gibt.



Viele Rosensträuße belastet
Auf den Rosen-Plantagen in Afrika werden oft massiv Spritzgifte gegen Insekten und Pilze eingesetzt. Die Zeitschrift «Öko-Test» fand Rückstände davon in Sträußen im deutschen Handel.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Bis zu 20 Spritzgifte kann ein Strauß Rosen aus Supermarkt, Baumarkt oder Onlinehandel enthalten. Das hat eine Untersuchung der Zeitschrift «Öko-Test» (Ausgabe 5/2017) von 14 Rosensträußen ergeben.

Gefunden wurden 56 verschiedene Stoffe wie Fungizide und Insektizide, deren Einsatz in Deutschland teilweise verboten ist. Regelungen für den Verkauf von belasteten Schnittblumen oder Grenzwerte gebe es aber nicht.

Für die Arbeiter auf den Plantagen - etwa in Ostafrika - kann der massive Chemie-Einsatz gesundheitliche Folgen haben. So stehen einige der Substanzen im Verdacht, Krebs zu verursachen oder die Fortpflanzung zu beeinträchtigen, erklären die Experten.

Acht Mal reichte es im Gesamturteil nur zur Note ungenügend. Zweimal wurde ein Mangelhaft, dreimal ein Ausreichend und einmal ein Befriedigend vergeben. In die Testergebnisse flossen auch die Reaktionen der Firmen auf die Laboruntersuchungen ein, erklärt die Zeitschrift.

Unter den negativ auf mehrere Pestizide getesteten Sträußen waren auch Produkte von Farmen, die mit den Siegeln Fairtrade oder MPS zertifiziert sind. Sie stehen zum Beispiel für sichere Arbeitsbedingungen. Der Pestizideinsatz werde von den Kontrolleuren der Labels zwar überprüft, aber in der Regel nur einmal pro Jahr, informiert «Öko-Test».

Die Umweltexperten raten, auf Schnittblumen aus dem regionalen Freilandanbau zurückzugreifen. Diese gibt es natürlich nicht immer in Massen: Die Auswahl ist zwischen Mai und September am größten, Freilandrosen gibt es erst ab Juni im Handel. Laut Statistischem Bundesamt stammen viele Schnittrosen auch aus der EU: Von Januar bis November 2016 wurden knapp 1 Milliarde Rosen aus den Niederlande importiert , das damit der mit Abstand wichtigste Rosenlieferant für den deutschen Markt sei.

Wichtig ist auch die Entsorgung: Da die Schnittblumen hohe Pestizidanteile enthalten, sollten die verblühten Reste im Hausmüll landen - und nicht auf dem Kompost.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 05. 2017
04:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baumärkte Internethandel und E-commerce Pflanzenschutzmittel Statistisches Bundesamt Öko-Test
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen möchten, melden Sie sich bitte an.

Benutzername
Passwort
     

Noch kein Konto? Jetzt Registrieren
Mehr zum Thema
Holzkohle-Produktion in Paraguay

31.07.2017

Wenn der Urwald auf dem Grill landet: Abholzung in Paraguay

Damit in Europa die Steaks auf dem Grill brutzeln können, wird in Paraguay Tropenwald abgeholzt. Bäume werden zu Holzkohle und gerodete Flächen werden für Rinderzucht und Soja verwendet. Das hat Folgen für Umwelt, Wirtsc... » mehr

Weihnachtsbaumverkauf

22.12.2017

Ökologisch aufgezogene Weihnachtsbäume gibt es nicht überall

Wer sich um die Umwelt und die eigene Gesundheit sorgt, der sollte einen Weihnachtsbaum aus ökologischem Anbau kaufen. Auf diese Weise aufgezogene Bäume sind nicht mit Pestiziden belastet. Doch nicht in allen Gegenden la... » mehr

Glyphosat

25.10.2017

So können Verbraucher auf Glyphosat verzichten

Aktuell wird über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat beraten. Das Herbizid gilt als sehr wirksam, steht aber im Verdacht, Krebs zu erregen. Verbraucher haben zwei Möglichkeiten, das Gift ... » mehr

Helmut Schulze, Jens Birger und Sven Borchert

06.06.2017

Wie Landwirte die Artenvielfalt schützen

Die moderne Landwirtschaft gefährdet die Artenvielfalt. Dass es auch anders geht, zeigen bundesweit zehn landwirtschaftliche Demonstrationsbetriebe. Ein Besuch in der Magdeburger Börde. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 05. 2017
04:35 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".