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Fintechs bringen sich mit Geschäftskonten für Startups in Stellung

Wer ein Unternehmen gründet, braucht zuerst einmal ein Konto. Nach dieser Devise verfahren Gründer in Deutschland und anderswo seit mehr als hundert Jahren. Doch die Zeiten, in denen jeder Startup-Gründer bei seiner Hausbank, Sparkasse oder lokalen Volksbank vorstellig wurde, um ein Geschäftskonto einzurichten, neigen sich dem Ende zu.



Quelle: Pixabay
Quelle: Pixabay  

Einen ersten Einschnitt gab es Ende der Neunziger Jahre mit dem Aufkommen von Onlinebanken. Dabei handelte es sich zu Beginn meist noch um Ableger der großen Geschäftsbanken. Inzwischen haben sich Onlinebanken wie Comdirekt, ING Diba oder DKB sowohl für Privat- wie auch Geschäftskunden am Markt etabliert. Doch diese Anbieter bekommen zunehmend Konkurrenz aus der jungen Fintech-Szene, wo innovative Startups neue Möglichkeiten abseits klassischer Banken entwickeln, um Geldgeschäfte online abwickeln zu können.

Für Unternehmensgründer sind diese Anbieter häufig eine interessante Alternative, erlauben Sie doch einen unkomplizierten und vergleichsweise bürokratiefreien Einstieg in Finanzdienstleistungen wie Geschäftskonto und Kreditgeschäft. Inzwischen tummelt sich mit Firmen wie N26, Holvi, oder Kontist eine ganze Anzahl junger Player im Markt, die Gründern eine moderne Alternative zum klassischen Banking anbieten. Einer der Wegbereiter war sicherlich N26, die in Deutschland bereits über eine halbe Millionen Privatkunden verfügen - eine Zahl, die bei manchem Manager einer klassischen Bank puren Neid auslösen dürfte. Denn ihr Geschäft ist nicht nur in diesem Bereich unter Druck. Auch bei einem anderen ihrer angestammten Geschäftsfelder gibt es dank des Internets vermehrt Konkurrenz. So muss ein Anleger, der sein Kapital in Aktien, Anleihen, Devisen oder Rohstoffen investieren möchte, schon lange nicht mehr zum Bankschalter gehen. Online gibt es mit Unternehmen wie Weiss Finance moderne Alternativen zum Handel über die Banken, bei dem die Trades zudem mit wenigen Klicks und in Echtzeit funktionieren. Die Banken täten deshalb gut daran, ihre neuen Wettbewerber im Geschäft mit Konten nicht zu unterschätzen.

Doch die Konkurrenz unter den Fintechs ist groß. Aus diesem Grunde bieten immer mehr von ihnen ihren Kunden zusätzliche Features über das eigentliche Bankgeschäft hinaus. So offeriert der deutsche Anbieter Kontist beispielsweise einen Steuerrechner für Selbstständige. Noch weiter gehen die Gründer des finnischen Startups Holvi. Sie arbeiten mit der estnischen Regierung bei ihrem E-Residency-Programm zusammen. Dieses Programm ermöglicht es Gründern aus aller Welt, online eine virtuelle Staatsbürgerschaft zu erhalten und gleichzeitig ein Unternehmen anzumelden. Gründer kommen auf diese Weise in den Genuss der umfassend  digital gesteuerten Bürokratie Estlands, bei der sich fast alles im Netzt erledigen lässt. Bisher benötigten Unternehmensgründer hierfür ein Konto bei einer estnischen Bank - etwas, das aufgrund der räumlichen Distanz nicht gerade einfach war. Holvi macht es nun möglich, dass Gründer über sie an dem Programm teilnehmen. Die Folge: Der gesamte Prozess der Geschäftsgründung läuft vollkommen digital ab. Nervige und zeitraubende Wartezeiten im Gewerbeamt bei der Anmeldung, die leidigen Termine bei der Bank oder Sitzungen mit Rechtsanwälten und Notaren zur Beglaubigung der Firmengründung entfallen. Sie werden ersetzt durch Scans und Klicks, für die oftmals nicht einmal mehr ein Computer notwendig ist. Denn mit ihren innovativen Apps schaffen es immer mehr der Finanzdienstleister, ihre Kunden allein auf mobiler Onlinebasis zu betreuen. In Zeiten einer quasi Vollversorgung von Startup-Gründern mit Mobilgeräten ist das ein weiterer Schritt, der die jungen Fintechs zu ernstzunehmenden Konkurrenten der Banken werden lässt. Denn obwohl diese zunehmend auf Vereinfachung der Prozesse und Service via Smartphone setzen, sind ihnen die Startups in Punkto digitale Kompetenz meist meilenweit voraus. Da passt es ins Bild, dass Holvi bereits vor einiger Zeit von der spanischen Bank BBVA übernommen wurde. Denn auch wenn die Kompetenz im eigenen Haus nicht ausreichend ist, lässt sie sich durch einen Zukauf rasch erwerben.

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