Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

 

Basiskonto der Deutschen Bank ist zu teuer

Basiskonten sollen auch wirtschaftlich schwachen Menschen den Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen. Ein Gericht hat nun entschieden, dass das Basiskonto der Deutschen Bank zu teuer ist.



Deutsche Bank
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.   Foto: Arne Dedert

Bei der Deutschen Bank ist nach Ansicht eines Gerichts das sogenannte Basiskonto zu teuer. Für besonders schutzbedürftige Verbraucher seien ein monatlicher Grundpreis von 8,99 Euro und 1,50 Euro für jede beleghafte Überweisung «unangemessen hoch und damit unwirksam».

Das befand das Oberlandesgericht Frankfurt in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die auch andere Institute wegen zu hoher Preise abgemahnt beziehungsweise verklagt hat.

Eine angemessene Preisgrenze nannten die Richter aber nicht. Banken seien nicht verpflichtet, das Basiskonto als günstigstes Modell für Girokonten anzubieten, erläuterten sie. Das Entgelt für das Basiskonto müsse aber das durchschnittliche Nutzerverhalten aller Kontoinhaber widerspiegeln, was im vorliegenden Fall nicht nachgewiesen sei. Auch habe die Deutsche Bank bei dieser Kontenart rechtswidrig Kostenelemente berechnet, die aus gesetzlichen Vorgaben resultierten und daher nicht an Kunden weitergegeben werden dürften.

Basiskonten werden auf Guthabenbasis geführt und sollen auch wirtschaftlich schwachen Menschen den Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen. Auch die Finanzaufsicht Bafin prüft die Konditionen der Geldhäuser, die keine «Abwehrpreise» verlangen dürfen. Laut einer Stichprobe der Bafin gab es zur Jahresmitte 2018 in Deutschland knapp 497.000 Basiskonten. Knapp 15.000 Anträge waren von Banken abgelehnt worden. Einzelne Institute boten auch kostenlose Basiskonten an. Die Verbraucherzentrale setzt sich dafür ein, dass die Preismodelle für die normalen Kunden auch bei den Basiskonten angewendet werden.

Der 19. Senat des OLG ließ Revision beim Bundesgerichtshof zu, weil die Sache grundsätzliche Bedeutung habe. «Wir hoffen auf eine höchstrichterliche Entscheidung, weil es eine große Verunsicherung unter den Betroffenen gibt», sagte eine vzbv-Sprecherin. Die Deutsche Bank will über ihr weiteres Vorgehen nach Prüfung der Urteilsgründe entscheiden, wie ein Sprecher erklärte. Zur Zahl der Basiskonten beim größten deutschen Kreditinstitut und der ebenfalls beklagten Tochter Postbank äußerte er sich nicht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 02. 2019
10:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bargeldloser Geldverkehr Bundesgerichtshof Deutsche Bank Gerichtsurteile Postbank Unbarer Zahlungsverkehr
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Immobilienkredit

14.02.2019

Banken müssen Umschuldung von Immobilienkrediten ermöglichen

Wer eine Immobilie finanziert, kann nach Ablauf der Zinsbindungsfrist den Kreditanbieter wechseln. Die alte Bank muss einen solchen Wechsel auch möglich machen und darf Kunden nicht durch Gebühren davon abhalten. » mehr

Testament

30.11.2018

Erbstreitigkeiten nehmen zu

Schätzungen zufolge vererben die Deutschen Jahr für Jahr 200 bis 300 Milliarden Euro Privatvermögen. Nicht immer ist der Nachlass im Vorhinein geregelt. Darum gibt es unter Erben oft Streit. » mehr

Geld im Depot anlegen

13.11.2018

Durch Depotwechsel bis zu 800 Euro Gebühren sparen

Kosten für Handel und Verwahrung von Wertpapieren summieren sich schnell - vor allem wenn viele Transaktionen erfolgen. Wer Wertpapiere besitzt, sollte deshalb unbedingt ein Depot wählen, das seinem Anlageverhalten entge... » mehr

Zweitwohnung steuerlich absetzen

14.08.2019

Finanzamt muss zweiten Wohnsitz während Jobsuche anerkennen

Kosten für den Zweitwohnsitz können bei der Steuer berücksichtigt werden. Das gilt auch, wenn der Arbeitnehmer seine Stelle verliert, wie ein Gerichtsurteil aus Münster zeigt. » mehr

Cashback-Service

18.07.2019

Was halten die Deutschen vom Geldabheben an der Ladenkasse?

Wer Geld an der Ladenkasse abhebt, spart den Gang zum Geldautomaten. Eigentlich ganz praktisch. Doch wie gut kommt das Angebot bei den Bundesbürgern an? » mehr

Cashback wird wenig genutzt

04.07.2019

Cashback wird nur von jedem Vierten genutzt

Der von Einzelhändlern angebotene Cashback-Service wird bisher nur mäßig angenommen. Das zeigt eine Umfrage. Für Verbraucher wirkt die Vorstellung offenbar noch befremdlich, beim Bezahlen an der Kasse Geld abzuheben. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 02. 2019
10:48 Uhr



^