Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Immobilienkauf nicht aufschieben

Das Zinsniveau in der Eurozone ist niedrig. Dass sich daran bald etwas ändert, glauben immer weniger Experten. Wer plant, eine Immobilie zu kaufen, sollte nicht zu lange warten.



Immobilienkauf
Das niedrige Zinsniveau verstärkt die Nachfrage nach Immobilien. Die Immobilienpreise werden daher weiter steigen. Die Niedrigzinsphase hält in den kommenden Jahren voraussichtlich an.   Foto: Martin Schutt

Mit steigenden Zinsen müssen Verbraucher vorerst nicht rechnen. Nach den Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB) sollen die Leitzinsen bis Ende des Jahres bei null Prozent bleiben. Manche Volkswirte rechnen sogar damit, dass die Zinsen bis 2024 so niedrig bleiben könnten.

«Wenn Sie überlegen, eine Immobilie zu kaufen, dann schieben Sie den Plan nicht zu lange auf», rät Max Herbst von der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main angesichts der derzeitigen Situation. Der Grund: Das niedrige Zinsniveau hat Einfluss auf die Immobilienpreise.

Aufgrund der Nachfrage sind die Preise in der jüngeren Vergangenheit in vielen Regionen deutlich gestiegen. «Wenn Sie jetzt zwei Jahre warten, um Eigenkapital anzusparen, müssen Sie unter Umständen 20.000 Euro oder 30.000 Euro mehr für dasselbe Objekt zahlen», sagt Herbst.

Und nicht nur das: Die Zeit, in der Geld angespart wird, fehlt hinterher für die Tilgung des Darlehens. «Wenn sie zum Beispiel zehn Jahre lang jeden Monat 500 Euro beiseite legen, haben Sie 60.000 Euro angespart», rechnet Herbst vor. «Dann haben Sie aber auch zehn Jahre weniger Zeit, um das Darlehen bis zum Renteneintritt abzubezahlen.»

Außerdem bekommen Sparer derzeit kaum Zinsen für ihr Erspartes. Geldinstitute zahlen für Einlagen auf dem Tagesgeldkonto laut FMH derzeit im Durchschnitt gerade einmal 0,11 Prozent. Für Festgeld mit einer Laufzeit von zwölf Monaten gibt es im Schnitt nur 0,18 Prozent (Stand: jeweils 04.04.19). Wer mehr will, muss sein Geld bei ausländischen Banken anlegen.

Käufer könnten aus Sicht von Herbst daher durchaus eine 100-Prozent-Finanzierung in Betracht ziehen. Ein Beispiel: Für ein Darlehen in Höhe von 300.000 Euro mit einem Zins von 1,5 Prozent und 3 Prozent Tilgung wird bei einer Zinsbindung von zehn Jahren eine monatliche Rate von 1125 Euro fällig. «Nach zehn Jahren ist der Schuldenberg schon auf etwa 200.000 Euro gesunken», erklärt Herbst. Hier wäre der Käufer also im Vorteil gegenüber dem Sparer.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 04. 2019
16:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Europäische Zentralbank Eurozone Immobilienkauf Niedrige Zinsen Sparer Zinsniveau
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kontoführungsgebühren

14.10.2019

Studie: Nur wenige Banken erhöhen die Gebühren

Trotz schwächelnder Gewinne setzt einer Studie zufolge im Augenblick nur eine Minderheit der Kreditinstitute in Deutschland auf Gebührenerhöhungen. » mehr

Geldstücke vor Sparschwein

05.11.2019

Negativzinsen auch für Privatkonto unter 100.000 Euro

Geld auf dem Konto liegen zu lassen, kostet - das gilt inzwischen für Privatkunden verschiedener Geldinstitute. Negativzinsen können aber nicht einfach so eingeführt werden, sagen Verbraucherschützer. » mehr

Immobilienkredit

23.08.2019

Bei Immobilienkredit nicht von Niedrigzins verleiten lassen

Niedrige Zinsen auf Einlagen verunsichern Verbraucher. Bei Krediten ist es umgekehrt: Die niedrigen Zinsen verführen vielleicht sogar zum Hauskauf. Von Hektik raten Experten jedoch ab. » mehr

Sparschwein

10.12.2019

Worauf Bausparer achten müssen

Damit Bausparer von ihrem Vertrag wirklich etwas haben, müssen Tarifvariante, Bausparsumme und Sparrate gut aufeinander abgestimmt sein. Tipps für Verbraucher gibt es in der «Finanztest». » mehr

Euro-Symbol

18.11.2019

Minuszinsen bei Tagesgeld: Was Bankkunden wissen müssen

Zinsen zahlen mittlerweile manchmal die Bankkunden - auf Einlagen auf dem Tagesgeldkonto. Angst vor einer Änderung über Nacht müssen sie aber nicht haben. Was Verbraucher wissen sollten. » mehr

Weltspartag

30.10.2019

Welche Bedeutung hat der Weltspartag im Zinstief

Steigende Gebühren, Negativzinsen, gekündigte Prämienverträge - Banken und Sparkassen locken ihre Kunden derzeit nicht unbedingt. Fürs Sparen wird dennoch tapfer geworben - aus guter Tradition. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 04. 2019
16:33 Uhr



^