Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

 

Staatliche Wohngeld-Unterstützung für mehr Geringverdiener

Wer zu wenig Geld für die Miete hat, kann Wohngeld beantragen. Von dieser staatlichen Hilfe sollen künftig mehr Menschen profitieren als bisher. Und angesichts explodierender Mieten wird das Wohngeld künftig alle zwei Jahre erhöht.



Wohngeld
Künftig sollen mehr Geringverdiener eine Wohngeld-Unterstützung bekommen.   Foto: Jens Kalaene

Mehr Menschen mit kleinem Einkommen sollen in Zukunft Wohngeld bekommen. Etwa 660.000 Haushalte dürften im kommenden Jahr von dem staatlichen Zuschuss profitieren, wie das Innenministerium mitteilte.

Voraussetzung ist allerdings, dass Bundestag und Bundesrat dem Gesetzentwurf zustimmen, den das Kabinett beschlossen hat. «Mit der Reform tragen wir dazu bei, dass Wohnen auch für einkommensschwache Haushalte bezahlbar bleibt», sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin.

Vorgesehen ist, dass das Wohngeld im Schnitt um etwa 30 Prozent steigt - für einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt etwa von derzeit 145 Euro monatlich auf 190 Euro. Darüber hinaus soll die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, von 480.000 auf etwa 660.000 steigen. Vor allem Familien und Rentner sollen davon profitieren. Darunter sind auch 25.000 Haushalte, die durch die Erhöhung des Wohngelds nicht mehr auf Hartz IV oder Sozialhilfe angewiesen sein sollen.

Künftig soll das Wohngeld zudem alle zwei Jahre automatisch an die Entwicklung von Mieten und Einkommen angepasst werden. Außerdem sollen die Mietenstufen für Gemeinden und Kreise aktualisiert und eine neue Stufe für besonders hohe Mieten in Ballungszentren eingeführt werden. Für das Jahr 2020 rechnet das Innenministerium deshalb mit Gesamtausgaben von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Zusatzausgaben von insgesamt 214 Millionen müssen je zur Hälfte vom Bund und den Ländern getragen werden.

Wohngeld erhalten Haushalte mit geringem Einkommen, die zur Miete oder im Eigentum wohnen. Die Höhe des staatlichen Zuschusses wird individuell berechnet und richtet sich nach dem Haushaltseinkommen, der Zahl der dort wohnenden Personen und der Höhe der Miete.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßt die vorgesehenen Neuerungen, sieht darin aber keine ausreichende Antwort auf steigende Mieten und knappen Wohnraum. Auf Dauer sei es «keine Lösung, immer mehr öffentliches Geld in die überzogenen Renditeerwartungen von privaten Wohnungseigentümern und Miethaien zu pumpen», erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Die Kommunalverbände, der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und der Mieterbund unterstützten ebenfalls die Reform. Ebenso wie Grüne und Linke vermisste der Mieterbund allerdings eine Klimakomponente, damit auch deutlich höhere Mieten in energetisch sanierten Wohnungen angemessen bezuschusst werden könnten. Die FDP schlug eine Zusammenlegung verschiedener Sozialleistungen vor.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
15:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
CSU Deutscher Bundesrat Deutscher Bundestag FDP Hartz-IV Horst Seehofer Innenministerien Löhne und Einkommen Mieten Sozialhilfe Sozialleistungen Statistisches Bundesamt Wohnbereiche Wohngeld Wohnungsbranche Wohnungseigentümer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gegen Kinderarmut

12.04.2019

Mehr Geld für Kinder aus einkommensschwachen Familien

13 Millionen Kinder gibt es in Deutschland, etwa zwei Millionen gelten als armutsgefährdet. Die Bundesregierung will mit ihrem «Familienstärkungsgesetz» Kinderarmut verhindern. » mehr

Grundsicherung

16.10.2019

So beantragen Rentner Grundsicherung

Geld für die Wohnung, Heizungskosten, warmes Mittagessen: Die Grundsicherung soll Rentnern helfen, die ihren Lebensunterhalt sonst nicht bestreiten können. Die genaue Höhe ist je nach Region anders. » mehr

Urteil des Sozialgerichts

25.04.2019

Strafgefangener hat Hartz IV-Anspruch bei Haftunterbrechung

Häftlinge haben keinen zusätzlichen Anspruch auf Sozialleistungen. Schließlich werden sie im Gefängnis versorgt. Was aber gilt, wenn die Haft unterbrochen wird? » mehr

Bettlerin

07.10.2019

Wachsende Einkommensungleichheit sorgt für Aufregung

Sozialverbände und Politiker verlangen mehr staatliches Engagement im Kampf gegen die Armut. Trotz der guten Konjunktur und Fast-Vollbeschäftigung klafft die Schere zwischen den Wohlhabenden und den unteren Einkommensgru... » mehr

Beim Friseur

18.04.2019

Harter Wettbewerb um Friseure macht den Haarschnitt teurer

Um noch neue Mitarbeiter zu finden, müssen Friseursalons höhere Löhne bieten - und das wirkt sich auf die Preise aus. Dass Frauen immer mehr bezahlen als Männer, muss aber nicht sein, sagt der Branchenverband. » mehr

Benzinpreise

21.02.2019

Warum die Berechnung der Verbraucherpreise wichtig ist

Ist Tanken teurer geworden? Steigen die Mieten? Aufschluss darüber gibt der monatliche Verbraucherpreisindex. Die Daten interessieren nicht nur Verbraucher, sondern auch Notenbanken. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
15:52 Uhr



^