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Preiserhöhung bei DHL-Paketen zum Jahreswechsel

Das Geschäft der Paketdienste brummt, die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen zieht stark an. Doch die Branche plagen Probleme. Nun will der Marktführer DHL mehr Geld von seinen Kunden.



DHL Paketzustellung
Ein DHL Paketzusteller bei der Arbeit.   Foto: Jan Woitas/zb/dpa

Der größte deutsche Paketversender dreht an der Preisschraube. Die Deutsche Post DHL erhöht zum 1. Januar die Preise für Inlandssendungen im Schnitt um drei Prozent, wie das Unternehmen mitteilte.

Zuletzt hatten die Bonner 2017 Paketpreise angehoben, für einige Sendungsarten liegt die Erhöhung noch länger zurück. Der jetzige Schritt kam nicht überraschend. Denn die Branche ist zwar wegen des boomenden Online-Handels auf Wachstumskurs und es klingelt kräftig in den Kassen. Zugleich muss sie aber hohe Investitionen in moderne Fahrzeuge und Anlagen stemmen. Wettbewerber wie Hermes und DPD hatten bereits dieses Jahr ihre Preise erhöht.

Paketversand insgesamt drei Prozent teurer

Der Prozentwert der Preissteigerung ist mengengewichtet - würde man alle unterschiedlich großen DHL-Pakete und Päckchen eines Jahres zusammenwerfen, würde ihr Versand drei Prozent teurer. Bei den einzelnen Sendungsarten fällt die Erhöhung also unterschiedlich aus. Ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen zum Beispiel kostet in der Filiale für den Inlandsversand künftig 4,79 Euro, bisher sind es 4,50 Euro. Der Versand eines bis zu 10 Kilo schweren Pakets verteuert sich in der Filiale um einen Euro auf 10,49 Euro, bei dem bis zu 31,5 Kilo schweren Paket liegt der Anstieg ebenfalls bei einem Euro auf 18,49 Euro.

Um den Personalaufwand bei der Annahme zu verringern, unterscheidet die Post weiterhin zwischen dem Filialpreis und dem Onlinepreis. Wer seine Sendung im Internet selbst frankiert und dann nur noch in Filialen und Packstationen abgibt oder einem Zusteller auf der Straße mitgibt, zahlt deutlich weniger. Das mittelgroße Zwei-Kilo-Päckchen wird online 30 Cent billiger sein als die Filialvariante, bisher sind es nur elf Cent weniger. Als einzige Sendungsart unbetroffen von der Anhebung ist das Päckchen S, das ebenfalls bis zu zwei Kilo schwer sein darf und relativ klein sein muss: Es kostet weiterhin 3,79 Euro - egal ob in der Filiale oder online.

Bei der am Dienstag bekanntgegebenen Anhebung geht es um die Preise für Privatkunden. Geschäftskunden - vor allem Online-Händler - müssen schon seit September mehr zahlen beziehungsweise dies ab Januar tun. Wie viel mehr die Businesskunden hinlegen müssen, ist nicht bekannt. Die Firmen dürften die höheren Kosten an die Privatkunden großteils weiterreichen.

DHL beherrscht den deutschen Markt

Die Deutsche Post DHL hat am deutschen Paketmarkt eine dominierende Rolle - ihr Umsatzanteil bei Paketen liegt bei 44 Prozent. Bei Standard-Geschäftskundenpaketen ist sie nach Auffassung der Monopolkommission «marktbeherrschend». Nachdem es 2018 in der Brief- und Paketsparte des Bonner Konzerns kriselte, bekam der ehemalige Staatsmonopolist seine Probleme in diesem Jahr in den Griff und der Bereich war wieder sehr profitabel. Die Paketpreise sind - im Gegensatz zum Briefporto - nicht staatlich reguliert, vielmehr können die Konkurrenten sie selbst festlegen.

Die Deutsche Post DHL betonte ihre hohen Investitionen - bereits im Frühjahr hatte sie angekündigt, im Zeitraum 2019 bis 2021 pro Jahr jeweils 150 Millionen Euro unter anderem in mehr Personal und einen Ausbau der Packstationen zu stecken. Derzeit hat die Firma bundesweit rund 4400 der automatisierten Abholstationen im Bestand. Mit dem Angebot will das Unternehmen eine Alternative zu der für die Dienstleister teuren Haustürzustellung etablieren.

Aus der Politik kam Kritik an der Bonner Preispolitik. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben, wies darauf hin, dass die Nachnahme-Sendung und das versicherte Zwei-Kilo-Paket weiterhin nur online gebucht werden können, also nicht in der Filiale. «Diese Produktstrategie benachteiligt all diejenigen Menschen, die Online-Geschäften skeptisch gegenüberstehen oder überhaupt nicht über einen Internet-Anschluss verfügen.» Etwa sechs Prozent der Haushalte seien noch offline, gab Houben zu bedenken.

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 12. 2019
15:02 Uhr

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17. 12. 2019
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