Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Vor- und Nacherbschaft kann aufgelöst werden

Wer Vermögen aufgebaut hat, will es an die nächsten Generationen weitergeben. Manche Regelungen im Testament erschweren den Umgang mit dem geerbten Vermögen aber. Doch es gibt einen Ausweg.



Erbschaft
Vor- und Nacherben können sich durch eine sogenannte Erbauseinandersetzung aus dem im Testament bestimmten Erbverhältnis lösen.   Foto: Jens Büttner/ZB/dpa

Vermögen über mehrere Generationen hinweg zu erhalten, ist nicht ganz einfach. Erblasser setzen dafür oft Vor- und Nacherben ein. Das Problem: Die Vorerben können über das ererbte Vermögen zu Lebzeiten nicht frei verfügen.

Daher wollen Vor- und Nacherben das zwischen ihnen bestehende Band oft lösen. Eine solche sogenannte Erbauseinandersetzung sieht das Gesetz zwar eigentlich nicht vor. Dennoch ist das in der Praxis durchaus möglich, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Az.: 8 U 99/18) zeigt. Darauf weist die die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

In dem verhandelten Fall hatte eine Frau ihre Tochter zu ihrer Vorerbin eingesetzt. Zu Nacherben bestimmte sie deren Kinder - also ihre Enkel - zu gleichen Teilen. Nach dem Tod der Erblasserin schloss deren Tochter mit ihren Kindern einen notariellen Erbauseinandersetzungsvertrag, in dem Nachlassgegenstände unter den Beteiligten aufgeteilt und Ausgleichszahlungen vereinbart wurden. Die Kinder verlangten später Auskunft über den Bestand des Nachlasses.

Ohne Erfolg: Einen solchen Anspruch hätten sie nur, wenn sie noch Nacherben wären. Dies sei hier aber wegen des Erbauseinandersetzungsvertrages nicht der Fall. Ein solcher Vertrag sei bei Vor- und Nacherben zwar gesetzlich nicht vorgesehen. Dennoch könne eine Erbauseinandersetzung auch zwischen diesen erfolgen. Auch wenn sie keine Miterben sind, so sind sie doch Erben desselben Erblassers und derselben Erbschaft, wenn auch zeitlich nacheinander folgend.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 01. 2020
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Enkel Erben Erbschaften Erbschaftsrecht Oberlandesgericht Frankfurt am Main Oberlandesgerichte Testamente Tod und Trauer Töchter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Testament

25.03.2020

Zweifel am Testament: Nachlassgericht gewährt Akteneinsicht

Wer was erbt, ist im Testament geregelt. Wer Zweifel an dem Dokument hat, kann sich eine Kopie schicken lassen. Um das Original zu sehen, müssen Erben zum Nachlassgericht - egal wie weit weg das ist. » mehr

Testament

29.04.2020

Gemeinsamer Tod muss nicht zeitgleich erfolgen

Eheleute verwenden in gemeinsamen Testamenten oft die Formulierung des «gemeinsamen Todes». Was das in der Praxis bedeutet ist umstritten. Ein Urteil zeigt: Gemeinsam heißt nicht immer gleichzeitig. » mehr

Erbrecht

04.12.2019

Strenge Regeln für Stundung des Pflichtteils

Für Erben kann es teuer sein, anderen ihren Pflichtteil auszuzahlen. Nicht immer ist das Geld sofort zur Hand. Kann die Zahlung hinausgezögert werden? » mehr

Erbstreit

20.11.2019

Enterbte Kinder können von Geschenken profitieren

Beim Erbe ist Streit oft unausweichlich. Wurden die Kinder zugunsten der Stiefmutter enterbt, macht es das nicht leichter. Was bleibt nach Geschenken vom Pflichtteil? Und was gilt als Geschenk? » mehr

Erbrecht

11.03.2020

Nachlassgericht zweifelt festgestellte Vaterschaft nicht an

Zu den gesetzlichen Erben zählen Kinder. Dabei kommt es allerdings auf die rechtliche, nicht die biologische Abstammung an. Doch wer überprüft im Erbscheinverfahren die Feststellung der Vaterschaft? » mehr

Testament

23.10.2019

Wie viel die Kindeskinder mitreden dürfen

Sollen die Enkel erben, wenn Frau und Kinder des Erblassers gestorben sind, können sie als Ersatznacherben genannt werden. Müssen sie zustimmen, damit ihre Großmutter das Grundbuch ändern lassen kann? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 01. 2020
04:53 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.