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Immer mehr Großanleger investieren nachhaltig

Auch viele Anleger legen Wert auf Nachhaltigkeit. Doch wer sein Geld in Versicherungen, Pensionskassen oder Kapitalverwaltungsgesellschaften investiert, hat oft wenig Einfluss auf das Portfolio. Wie wichtig sind also den Großanlegern Umwelt und Soziales?



Windrad vor der Nord-LB
80 Prozent der institutionellen Investoren legten Kundengelder 2019 nachhaltig an. Das ergab eine Umfrage des Fondsanbieters Union Investment.   Foto: picture alliance / dpa

Die Debatten um Klimaschutz und Nachhaltigkeit beeinflussen einer Studie zufolge die Investments von Großanlegern. Vier von fünf institutionellen Investoren (80 Prozent), darunter Versicherungen, Stiftungen und Pensionskassen, legten Kundengelder nachhaltig an, ergab eine Umfrage des Fondsanbieters Union Investment.

Das sei ein neuer Rekord, nachdem die Quote 2019 bei 72 Prozent und noch vor fünf Jahren bei 60 Prozent gelegen habe, hieß es in der Umfrage. Daran nahmen 166 Großanleger in Deutschland mit einem verwalteten Vermögen von mehr als sechs Billionen Euro teil.

«Den meisten Investoren ist bewusst, dass Nachhaltigkeit zu einer wichtigen Dimension der Kapitalanlage geworden ist», erklärte Union-Investment-Vorstand Alexander Schindler. «Denn ESG-Kriterien schärfen nicht nur den Blick für Anlagerisiken, sondern auch für die mit Nachhaltigkeit verbundenen Anlagechancen.»

Bei nachhaltigen Strategien berücksichtigen Investoren Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (englisch abgekürzt ESG). Oft werden Aktien von Firmen, die Geld mit Kohle, Öl, Tabak, Waffen oder Alkohol verdienen, ausgeschlossen. Andere Anbieter wählen aus einem Anlageuniversum die «Klassenbesten» - den saubersten Chemiekonzern oder Autohersteller. Waren nachhaltige Geldanlagen einst nur bei wenigen Kirchenbanken und Stiftungen verbreitet, hat das Thema mit der Klima-Debatte in der Finanzwelt an Fahrt gewonnen. Dennoch sind nachhaltige Fonds eine Nische gemessen am Gesamtmarkt.

83 Prozent der befragten Großanleger erwarten aber, dass das Volumen nachhaltiger Geldanlagen in den kommenden zwölf Monaten stark oder sehr stark steigt. Der wesentliche Grund sei Regulierung: So fördert die EU nachhaltige Anlagen, um die Pariser Klimaziele einzuhalten. Auch zeigten sich die Investoren zufrieden mit der Renditeentwicklung nachhaltiger Fonds: Nur bei einem Bruchteil war sie demnach schlechter verglichen mit konventionellen Portfolien.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-557924/2

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Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
10:17 Uhr

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