Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

 

Gewaltandrohung rechtfertigt Kündigung

Nicht immer sind Mieter und Vermieter sich einig. Doch wie groß der Streit auch sein mag, Mietern sollte klar sein: Wer mit Gewalt droht, setzt den Mietvertrag aufs Spiel.



Drohungen gegen den Hausmeiter lässt man lieber
Faust - Symbolbild   Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Egal, wie groß der Ärger auch ist: Mieter sollten ihrem Vermieter oder dessen Mitarbeitern keine Gewalt androhen.

Damit riskieren sie die fristlose Kündigung, wie ein Urteil des Amtsgerichts Berlin Tempelhof-Kreuzberg zeigt (Az.: 17 C 197/19), über das die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Ausgabe 17/20) berichtet. Eine Abmahnung ist dann nicht mehr unbedingt erforderlich.

Schläge angedroht

In dem verhandelten Fall stritten sich der Vermieter und der Mieter um eine Mängelbeseitigung. In diesem Zusammenhang drohte der Mieter dem Hauswart und einer Angestellten des Vermieters, ihnen «in die Fresse zu hauen». Nach dieser Drohung sah sich der Hauswart gezwungen, sein Büro abzuschließen.

Tatsächlich tauchte der Mieter am Büro auf und polterte an die verschlossene Tür. Seine Drohung wiederholte er dabei lautstark. Der Hausmeister rief daraufhin die Polizei. Kurz nach dem Vorfall kündigte der Vermieter das Mietverhältnis fristlos.

Kündigung gerechtfertigt

Zu Recht, wie das Amtsgericht entschied. Die Gewaltandrohung sei eine Pflichtverletzung, die eine Kündigung rechtfertige. Die Zeugenvernehmung lasse keinen Zweifel an dem Verhalten des Mieters.

Auch vor dem Hintergrund des Streits über die Mängelbeseitigung müsse der Vermieter ein solches Verhalten nicht hinnehmen, so das Gericht. Sofern der Mieter der Auffassung sei, ihm stünden Ansprüche zu, könne er diese jederzeit mittels der ihm zur Verfügung stehenden Rechte durchsetzen. In diesem Fall sei bei Abwägung aller Umstände die Grenze des abmahnungsrelevanten Verhaltens definitiv überschritten.

© dpa-infocom, dpa:200930-99-771873/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 09. 2020
15:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Büros Drohung und Bedrohung Mieterinnen und Mieter Mietverhältnisse Mietverträge Mitarbeiter und Personal Polizei Streitereien Vermieter Ärger
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Unterzeichnung eines Mietvertrags

23.07.2020

Schummeln bei Selbstauskunft berechtigt zur Kündigung

Vermieter wollen von neuen Mietern oft viel wissen. Interessenten müssen zwar nicht alles von sich preisgeben - sie sollten in manchen Punkten aber auf keinen Fall schummeln. » mehr

Hausbrand

20.11.2020

Erheblicher Brandschaden kann Mietverhältnis beenden

Ein Feuer kann erheblichen Schaden anrichten. Manche Schäden sind so groß, dass Mehrfamilienhäuser wieder komplett neu aufgebaut werden müssen. Für die alten Mieter kann das unerwartete Folgen haben. » mehr

Schlüssel

28.07.2020

Wer beim Austausch der Schließanlage zahlt

Geht ein Schlüssel verloren, ist das ärgerlich. Wenn nun die gesamte Schließanlage eines Hauses ausgewechselt werden muss, kann der Ersatz teuer werden. Wer zahlt dann? » mehr

Allgemeine Geschäftsbedingungen

02.09.2020

Welche Bedeutung hat das Kleingedruckte in Verträgen?

Kaum einer liest vor Vertragsschluss das Kleingedruckte - die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Kommt es aber zu Streitfällen, werden diese Klauseln schnell zu Falle für Verbraucher. » mehr

Fahrrad

12.08.2020

Mieter müssen mit manchen Gefahren rechnen

Gefahren können überall lauern. Mieter können deshalb nicht darauf setzen, dass ihr Vermieter das Mietobjekt vollkommen sicher gestaltet. Ein wenig aufpassen müssen sie schon selber. » mehr

Urteil

31.07.2019

Vorsicht bei Mietverträgen mit dem eigenen Partner

Wenn Sie einen Mietvertrag mit einem Angehörigen schließen, muss dies einem sogenannten Fremdvergleich standhalten. Ansonsten kann die Vermietung steuerlich nicht geltend gemacht werden. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 09. 2020
15:32 Uhr



^