Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

 

Trinkgelder sind freiwillig

Es ist ein Nehmen und ein Geben: Trinkgeld für Beschäftigte in der Dienstleistungsbranche ist keine Pflicht, gehört aber zum guten Ton. Aber wer bekommt eigentlich wie viel? Und fallen auf Trinkgelder eigentlich auch Steuern an?



Bei gutem Service
Im Restaurant ist Trinkgeld zwar keine Pflicht, gehört aber für viele Gäste bei gutem Service dazu. Foto: Andrea Warnecke   Foto: dpa » zu den Bildern

Überzeugende Arbeit oder guter Service - dafür gibt es als Dankeschön oft Trinkgeld. Für viele gehört das zum guten Ton. Eine Pflicht, ein paar Euro als Extra im Restaurant, im Taxi oder beim Friseur zu geben, existiert aber nicht.

«Trinkgeld ist ein freiwillig vom Gast gezahlter Betrag, der Auskunft über seine Zufriedenheit gibt», sagt der Berliner Rechtsanwalt Mathis Ruff. Der Empfänger kann einen Obolus dennoch häufig gut gebrauchen. «Viele, die im Dienstleistungsbereich angestellt sind, bekommen gerade einmal den Mindestlohn oder sie sind geringfügig beschäftigt», erklärt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

Doch wie viel Trinkgeld ist angemessen? «Mit zehn Prozent, bezogen auf den Rechnungsbetrag, liegt der Gast im Restaurant selten falsch», betont Sophia Mecchia von der Stiftung Warentest in Berlin. Aber in einigen Fällen kann es auch etwas weniger sein. Zum Beispiel, wenn die Rechnung im drei- oder vierstelligen Bereich liegt. «Dann sinkt der gängige Satz auf ungefähr fünf Prozent», so Mecchia.

Im Taxi kann ein zufriedener Gast dem Fahrer zehn Prozent des Fahrpreises als Trinkgeld geben. Beim Friseur ist pro Arbeitsgang mindestens ein Euro Trinkgeld üblich. Der Kunde kann auch pauschal fünf bis zehn Prozent geben. Ein bis zwei Euro bekommt der Pizzabote in aller Regel zugesteckt. Umzugshelfer, die Möbel und schwere Kisten schleppen, sollten als Anerkennung mindestens fünf Euro bekommen. An der Garderobe im Theater oder in der Oper sind häufig Fixbeträge üblich, beispielsweise ein Euro.

«Nach oben ist der Trinkgeld-Höhe im Prinzip keine Grenze gesetzt», merkt Oelmann an. Wer mit der Serviceleistung besonders zufrieden ist, kann das mit einem Obolus in beliebiger Höhe zum Ausdruck bringen. Auch beim Bezahlen mit der Kreditkarte kann in aller Regel ein Trinkgeld problemlos auf den Preis aufgeschlagen werden, da der Betrag normalerweise manuell in das Kartenlesegerät eingegeben wird. Oder besser noch: Der Kunde gibt das Trinkgeld in bar. «So werden Abzüge durch die Kreditkartengesellschaft, die sonst das Trinkgeld schmälern, vermieden», so Oelmann.

Handelt es sich um ein Geschäftsessen, kann der Gastgeber - sofern er Unternehmer ist - nicht nur die Kosten für das Essen, sondern auch das gezahlte Trinkgeld steuerlich als Betriebsausgabe absetzen, erläutert Mecchia. Nach ihren Angaben sind 70 Prozent des Rechnungsbetrags und des Trinkgelds absetzbar. «Sitzen nur Mitarbeiter des Unternehmens im Restaurant zu einem Arbeitsessen an einem Tisch, dann lassen sich sogar 100 Prozent der Aufwendungen geltend machen», sagt Mecchia. Kosten für eine Bewirtung einschließlich Trinkgeld kann ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erstattet bekommen - vorausgesetzt, das Essen war in dessen Sinne.

Sind Trinkgelder für Angestellte steuerfrei? «Das kommt darauf an», sagt Ruff. Angestellte müssen nur dann auf Trinkgeld keine Steuern zahlen, wenn sie es bei einem direkten Kundenkontakt bekommen haben. Anders ist es, wenn die Trinkgelder aller Angestellten gesammelt, in einen Topf geworfen und die Höhe am Ende des Tages anteilig auf das gesamte Personal verteilt wird. «In dem Fall ist das Geld Arbeitslohn und unterliegt der Steuer- und Sozialversicherungspflicht», so Ruff.

Veröffentlicht am:
28. 11. 2018
13:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angestellte Betriebsausgaben Friseure Gaststätten und Restaurants Kreditkartengesellschaften Oper Rechnungsbeträge Stiftung Warentest Taxis (Service) Wirtschaftsbranche Services und Dienstleistungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Unterwegs mit dem Rad

18.01.2019

E-Auto oder Fahrrad vom Chef: Steuerregeln für Privatnutzer

Wer einen Firmenwagen oder ein Dienstfahrrad auch privat fährt, muss diesen Nutzungsvorteil versteuern. Seit Jahresbeginn gelten neue Regeln - für einige Arbeitnehmer führen sie zu einer Steuererleichterung. » mehr

Ina Bockholt

16.01.2019

Was bei Lieferdiensten zu beachten ist

Keine schweren Tüten schleppen, keine langen Warteschlangen an der Supermarktkasse: Sich Lebensmittel nach Hause bringen zu lassen, ist zeitsparend und bequem. Doch ein paar Haken kann die Sache haben. » mehr

Körperschaftssteuer wird automatisch abgeführt

02.01.2019

Was sich für Anleger durch die Investmentsteuerreform ändert

Ab Januar 2019 spüren viele Fondssparer erstmals die Auswirkungen der Investmentsteuerreform: Dann werden Fonds, die Gewinne zum Teil oder ganz wieder anlegen, anhand einer Pauschale besteuert - der sogenannten Vorabpaus... » mehr

Andreas Behn

26.12.2018

Diese Versicherungen sind wichtig

Jeder sollte regelmäßig die Konditionen seiner Versicherungsverträge überprüfen. Wenn der Schutz nicht mehr zum Leben passt, gilt es, diesen anzupassen. Manche Policen sind teuer, andere nicht zwingend nötig. Welche Vers... » mehr

Kind im Straßenverkehr

26.12.2018

Was bringt eine Kinderunfallversicherung?

Die meisten Menschen können eine kleine Narbe vorzeigen, die sie sich in der Kindheit zugezogen haben. Oft bleibt es bei solchen Schrammen. Doch manchmal passieren Kindern Unfälle, die langfristige Folgen haben. Wie könn... » mehr

Auf einem Kreuzfahrtschiff

12.12.2018

Welche Chancen bietet Anlegern die Reisebranche?

Egal ob auf die Skipisten oder an den Strand - jedes Jahr zieht es zahllose Touristen hinaus in die Welt. Viele Unternehmen verdienen mit Reisen Geld. Für Anleger kann sich die Branche deshalb durchaus lohnen. Allerdings... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 11. 2018
13:19 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".