Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

 

Was bedeuten die Probleme bei Pensionskassen für die Rente?

Betriebliche Altersvorsorge ist eine sichere Sache. Doch Warnungen der Bafin sorgten bei Versicherten jüngst für Sorgen. Viele stellen sich die Frage: Ist ihre Altersvorsorge gefährdet?



Geldscheine
Altersvorsorge gesichert? Manche Pensionskassen stehen unter Beobachtung. Doch Kunden müssen nicht in Panik geraten.   Foto: Marijan Murat » zu den Bildern

Eine betriebliche Altersvorsorge bei einer Pensionskasse gilt als sicher. Doch nun schlägt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Alarm und warnt vor möglichen Leistungskürzungen einzelner Kassen. Was bedeutet das für Kunden?

Pensionskassen sind eine von fünf möglichen Varianten der betrieblichen Altersvorsorge. Nach Angaben der Bundesregierung gab es Ende 2015 knapp 4,8 Millionen Anwartschaften bei den Unternehmen. Diese sind entweder als Aktiengesellschaft organisiert oder, wie ein Großteil der insgesamt rund 160 Pensionskassen, als Verein. Je nach Rechtsform gelten unterschiedliche Regeln.

Betroffen von den Warnungen sind vor allem letztere. Laut einem Sprecher der Bafin stehen derzeit 31 dieser Pensionskassen unter intensivierter Aufsicht. Zwei Unternehmen dürfen derzeit keine neuen Verträge abschließen. Weil sie als Verein organisiert sind, sind bei ihnen sogar Leistungskürzungen möglich. Wie konnte es dazu kommen?

Grund für die Probleme

Die Probleme der Pensionskassen wurden von der andauernden Niedrigzinsphase verursacht, erklärt Georg Thurnes, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersvorsorge. «Diese führt dazu, dass es für die Pensionskassen immer schwieriger wird, an den Kapitalmärkten die Erträge zu erzielen, die bei Abschluss der Verträge als Garantie festgelegt wurden und zu diesem Zeitpunkt als ausreichend vorsichtig galten.» Weil die erzielten Zinsen heute nicht mehr reichen, um die garantierten Renten zu finanzieren, brauchen sie mehr Geld.

Entweder schießen also die Arbeitgeber, die Mitglieder der betroffenen Pensionskassen sind, Geld nach. Laut der Bafin war das bei etwa einem Drittel aller Kassen in den vergangenen Jahren bereits der Fall. Oder die Kassen müssen kürzen.

So dramatisch diese Maßnahmen klingen ist es am Ende aber kaum. Zwar sind Überschüsse, die die Rente erhöhen, kaum noch zu erwarten. Die Arbeitgeber sind aber gesetzlich verpflichtet, für die garantierte Leistung einzustehen. «Das bedeutet, dass der Teil der dem Mitarbeiter ursprünglich zugesagten Leistung, der wegen der Leistungskürzung nicht mehr über die Pensionskasse erbracht werden kann, aus Sicht des Arbeitnehmers oder Rentners nicht verloren ist. Gegebenenfalls erhält der Rentner neben der gekürzten Leistung durch die Pensionskasse eine weitere unmittelbare Zahlung durch den ehemaligen Arbeitgeber», erklärt Thurnes.

Kein Grund zur Panik

Nur wenn der Arbeitgeber nicht mehr existiert, wird es schwierig. Denn die Vereine unter den Pensionskassen sind nicht Mitglied einer Sicherheitseinrichtung wie beispielsweise dem Protektor der Versicherungswirtschaft oder dem Pensions-Sicherungs-Verein. Kürzt die Kasse ihre Leistung und kann auch der Arbeitgeber nicht mehr zahlen, dann schaut der Versicherte in die Röhre.

Panik sei aber nicht angebracht, sagt Thurnes, denn die meisten Pensionskassen seien zusammen mit den Arbeitgebern aus heutiger Sicht in einer guten Position. «Auch bei Pensionskassen, die in eine finanzielle Schieflage geraten sind oder bei denen dies droht, ist kein Totalverlust der Leistung zu befürchten. Die Kürzungen sind oftmals im einstelligen prozentualen Bereich.»

Aus Sorge um sein Geld sollte niemand seine betriebliche Altersvorsorge einfach beitragsfrei stellen, empfiehlt Merten Larisch, Experte für Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Bayern. «Gerade wenn der Arbeitgeber die Beiträge für die Pensionskasse zahlt, sollte man sich als Versicherter darüber freuen, auch wenn die Kasse vielleicht nicht mehr ganz so stark dasteht. Denn das ist geschenktes Geld.» Vielmehr seien die aktuellen Probleme der Pensionskassen ein Anlass, sich nochmal mit der Altersvorsorge auseinanderzusetzen. «Jeder sollte sich seine Rentenlücke errechnen lassen und prüfen, ob er nicht noch zusätzlich etwas für das Alter zurücklegen kann.»

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
10:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Betriebliche Altersvorsorge Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Gefahren Panik Pensions-Sicherungs-Verein Pensionskassen Renten Versicherungskunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Rechtliche Beratung

01.10.2019

Recht bekommen hat seinen Preis

Einen Anwalt einschalten, Klage erheben: Rechtsstreite sind teurer geworden. Doch der Staat hilft, wenn man sich dies finanziell nicht leisten kann - und die Versicherungswirtschaft bietet Abhilfe. » mehr

Mathias Zunk

28.08.2019

Welche Policen guten Schutz bei Berufsunfähigkeit bieten

Wer schon vor dem Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, ist über eine gute Versicherung froh. Sind teure Berufsunfähigkeitsversicherungen die beste Wahl? » mehr

Arm im Alter?

17.04.2019

Warum Selbstständige selbst fürs Alter vorsorgen müssen

Für das Alter vorzusorgen, ist für viele Selbstständige bisher keine gesetzliche Pflicht. Die Folge: Etliche sind unterversichert. Private Vorsorge sollte daher Standard sein. » mehr

Glückliche Rentner

06.02.2019

Neue Betriebsrente kommt nicht in Schwung

Ein Jahr neue Betriebsrente und keiner will sie bislang. Vor allem Geringverdiener und Beschäftigte kleiner Firmen sollen von dem Modell profitieren. Doch bislang hakt es. » mehr

Bei Beinverlust

14.08.2019

Wie Versicherer die Gliedertaxe berechnen

Wie sehr beeinträchtigt es einen Menschen, ein Bein zu verlieren? Oder ein Auge? Die Versicherungen berechnen den Invaliditätsgrad eines Unfallopfers mit der Gliedertaxe. » mehr

Sally Peters

02.10.2019

Müssen Frauen anders vorsorgen?

Immer noch verdienen Frauen häufig weniger als Männer, leben im Durchschnitt aber länger. Ohne private Altersvorsorge geht es für sie kaum. Und es gibt noch andere finanzielle Risiken. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
10:27 Uhr



^