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Was wirklich im MSCI World Index steckt

MSCI World - früher oder später stolpert jeder Anleger unweigerlich über diese Bezeichnung. Der Aktienindex gilt als Musterbeispiel für eine breite Streuung. Aber was steckt wirklich drin?



MSCI World Index
Der MSCI World Aktienindex spiegelt die Entwicklung von etwa 23 Industrieländern wider. Aufgelegt wurde er von dem US-amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International.   Foto: Franziska Gabbert » zu den Bildern

Dax, S&P 500, Nikkei - fast jedes Land hat eine Börse und damit auch einen eigenen Aktienindex, der einen bestimmten Wirtschaftsraums widerspiegelt. Es gibt aber auch Indizes, die nicht nur ein Land abbilden, sondern gleich mehrere Regionen umfassen, wie etwa der MSCI World Index.

Aufgelegt wird dieser Index vom Finanzanbieter Morgan Stanley Capital International aus New York. Aus Sicht vieler Experten ist eine Investition in den MSCI World Index eine gute Grundlage für ein Depot. So rät etwa die Stiftung Warentest dazu, einen ETF auf diesen Index als Basis zu nehmen. Die Begründung: Der MSCI World bietet mit 1623 Unternehmen ein gutes Spiegelbild der Wirtschaft von 23 entwickelten Industriestaaten.

85 Prozent der Marktkapitalisierung

«Der MSCI World hat sich als der mit Abstand wichtigste Referenzindex für die Entwicklung an den globalen Aktienmärkten durchgesetzt», erklärt Vermögensberater Michael Reuss. Schließlich decke er rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung in den 23 Ländern ab, erläutert der Geschäftsführer von Huber, Reuss & Kollegen.

Der Name des Index verspricht eigentlich ein wenig zu viel. Wer glaubt, damit sein Geld in der ganzen Welt anzulegen, der irrt. «Eigentlich sollte man meinen: Wo Welt drauf steht, steckt auch Welt drin», sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. «Der Index ist aber eigentlich sehr US-lastig.»

USA als Anlageschwerpunkt

Wer den Index genauer anschaut, stellt fest, der Anlageschwerpunkt liegt mit etwa 60 Prozent in den USA. Auf dem zweiten Platz landet Japan mit einen Anteil von etwa 9 Prozent. Es folgen Großbritannien mit rund 6 Prozent, Frankreich mit etwa 4 Prozent sowie Kanada mit rund 3 Prozent. In den übrigen rund 17 Prozent stecken auch deutsche Aktiengesellschaften.

Asien, Lateinamerika, Afrika - diese Gebiete deckt der Index nicht ab. Es fehlen etwa Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern. Auch Firmen der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China sind nicht vertreten.

Auch bei der Auswahl der Firmen belegen US-Unternehmen die ersten Plätze: Apple, Microsoft, Amazon, Facebook, JP Morgan Chase, Bank of America oder Walmart, um nur einige zu nennen. «Das liegt daran, dass es in den angelsächsischen Ländern üblich ist, sich das zum Wachstum nötige Eigenkapital an der Börse zu beschaffen», erklärt Uwe Eilers, Geschäftsführer der FV Frankfurter Vermögen GmbH.

Unterschiede gar nicht so groß

«Eigentlich könnten Sie auch einen Indexfonds auf den US-Index S&P 500 kaufen», erläutert Dirk Ulbricht vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg. Die Unterschiede zwischen beiden Indizes seien gar nicht so groß. «Die Wertentwicklung der vergangenen Jahre jedenfalls war sehr ähnlich.»

Wer alle Regionen der Welt in einem Fonds haben will, der muss laut Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg einen ETF auf den MSCI All Country Index kaufen. Dieser Index enthält mehr als 2400 Aktiengesellschaften aus fast 50 Ländern - von Australien über Brasilien, China, Japan, die Schweiz, die Vereinigten Staaten bis hin zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aber auch hier dominieren derzeit US-Konzerne wie Apple, Microsoft, Amazon.

Für Jürgen Kurz ist ein ETF auf den MSCI World immer nur ein Baustein. «Für den Einstieg ist das sicher gut geeignet», sagt er. Sinnvoll sei es aber, ein solches Investment zu ergänzen, etwa mit einem ETF, der Schwellenländer abbildet. Für Dirk Ulbricht reicht sogar ein Investment in den Deutschen Aktienindex Dax. «Der Index umfasst zwar nur 30 Titel.» Allerdings seien die meisten darin enthaltenen Unternehmen weltweit tätig. Dirk Ulbricht nennt ein Beispiel: So mache etwa Volkswagen sein größtes Geschäft in China.

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
12:18 Uhr

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dpa

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13. 02. 2019
12:18 Uhr



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