Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Welche Policen guten Schutz bei Berufsunfähigkeit bieten

Wer schon vor dem Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, ist über eine gute Versicherung froh. Sind teure Berufsunfähigkeitsversicherungen die beste Wahl?



Arm im Gips
Die Unfallversicherung zahlt, wenn der Versicherte an den Folgen eines Unfalls leidet.   Foto: Bodo Marks/dpa-tmn » zu den Bildern

Jeder vierte Arbeitnehmer wird mindestens einmal berufsunfähig. Dabei trifft es nach Angaben der Deutschen Aktuarvereinigung sowohl Ältere als auch Jüngere, körperlich Arbeitende wie Büroangestellte.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann helfen, den Lebensstandard zu halten, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Die Police kann aber teuer sein. Welche Alternativen gibt es?

Eine Variante ist die sogenannte Grundfähigkeitsversicherung. «Diese Police sichert den Verlust bestimmter Fähigkeiten ab, etwa des Sehens, Hörens, Autofahrens oder Gehens», erläutert Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Bei Vorerkrankungen kann allerdings manches ausgeschlossen oder ein Risikozuschlag erhoben werden. Die BU sichert aus Sicht des GDV insgesamt deutlich umfangreicher ab.

Gegen Unfall oder Schlaganfall absichern

Ähnlich ist es bei der Unfallversicherung. Sie zahlt einen einmaligen Geldbetrag oder eine Rente nur, wenn der Versicherte unter den Folgen eines Unfalls leidet. Bei einer Erkrankung, etwa Krebs, greift die Unfallversicherung nicht.

Speziell gegen eine oder mehrere bestimmte Krankheiten können sich Menschen dagegen mit einer Dread-Disease-Versicherung (englisch: schwere Krankheit) versichern - etwa Schlaganfall oder Multiple Sklerose. «Mit den Leistungen können Versicherte eine Zeit der beruflichen Umorientierung überbrücken oder auch das Haus behindertengerecht umbauen», so Zunk.

Für Kombiprodukte gibt es keine einheitliche Regel

Aus Sicht des Bundes der Versicherten (BdV) sind diese drei Policen allerdings nur dann eine echte Alternative zur BU, wenn diese nicht abgeschlossen werden kann. Gleiches gilt für die Multi-Risk-Versicherung (englisch: viele Risiken) - eine Kombination aus mehreren Produkten. BdV-Pressereferent Kim Paulsen zählt auf, woher Bestandteile stammen: «Private Unfallversicherung mit Rentenleistung, Pflegerentenversicherung, Grundfähigkeitsversicherung und Dread-Disease-Versicherung».

Eine markteinheitliche Definition, wann der Multi-Risk-Versicherer zahlt, gibt es nicht. In der Regel wird eine Monatsrente dann ausgezahlt, wenn der Versicherte durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit invalide oder pflegebedürftig geworden ist oder körperliche Grundfähigkeiten eingeschränkt sind.

Staatliche Leistungen reichen nicht aus

«Die staatliche Erwerbsminderungsrente sichert nur Älteren den Lebensunterhalt», erklärt GDV-Experte Zunk. Betroffene können sie bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren wurde, bekommt nur dann die volle Rente, wenn er weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Die Art der Arbeit spielt keine Rolle. Und nur wer weniger als sechs Stunden pro Tag irgendeiner Beschäftigung nachgehen kann, erhält überhaupt Leistungen.

Was also tun? «Letztlich gibt es kein Produkt, das in vergleichbarer Weise wie die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet und zu vergleichbaren Prämien zu haben ist», stellt Becker-Eiselen klar. Berufstätige sollten 75 bis 80 Prozent des Nettoverdienstes absichern und Gesundheitsfragen korrekt beantworten, so ihr Rat.

Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
04:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Beruf und Karriere Berufstätige Berufsunfähigkeit Berufsunfähigkeitsversicherungen Gefahren Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Gesetzliche Rentenversicherung Risikoprämien Unfallversicherungen Versicherungen Versicherungskunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Rechtliche Beratung

01.10.2019

Recht bekommen hat seinen Preis

Einen Anwalt einschalten, Klage erheben: Rechtsstreite sind teurer geworden. Doch der Staat hilft, wenn man sich dies finanziell nicht leisten kann - und die Versicherungswirtschaft bietet Abhilfe. » mehr

Bei Beinverlust

14.08.2019

Wie Versicherer die Gliedertaxe berechnen

Wie sehr beeinträchtigt es einen Menschen, ein Bein zu verlieren? Oder ein Auge? Die Versicherungen berechnen den Invaliditätsgrad eines Unfallopfers mit der Gliedertaxe. » mehr

Arm im Alter?

17.04.2019

Warum Selbstständige selbst fürs Alter vorsorgen müssen

Für das Alter vorzusorgen, ist für viele Selbstständige bisher keine gesetzliche Pflicht. Die Folge: Etliche sind unterversichert. Private Vorsorge sollte daher Standard sein. » mehr

Ausmisten von Unterlagen

25.04.2019

Diese Unterlagen müssen Sie aufbewahren

Alte Rechnungen, Belege und Verträge schlummern in vielen Aktenordnern. Die wenigsten Unterlagen müssen Verbraucher über Jahre aufbewahren. Welche Dokumente sie wann getrost entsorgen können. » mehr

Ein Mann lächelt

19.06.2019

Finanzplan mit 50 aufstellen

Die Kinder sind aus dem Haus, beruflich ist man etabliert, bis zur Rente sind es noch ein paar Jahre. Ab 50 beginnt für viele ein neuer Lebensabschnitt - mit mehr Freiheiten, aber auch mit dem Blick aufs Alter. Zeit für ... » mehr

Lebensversicherung: Ja oder Nein?

08.05.2019

Kündigen oder laufen lassen? - Lebensversicherungen prüfen

Lebens- und Rentenversicherungen sind aus Sicht der Branche erfolgreich: Während die Beitragseinnahmen steigen, sinkt die Stornoquote. Aber sind solche Versicherungen tatsächlich geeignete Produkte für die Altersvorsorge... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
04:44 Uhr



^