Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Was Anleger aus dem Fall Wirecard lernen können

Hochgelobt und tief gefallen: Für viele Anleger ist der Zahlungsdiensteabwickler Wirecard ein Fiasko. Nach dem Bilanzskandal müssen sie hohe Verluste hinnehmen. Was man aus dem Fall lernen kann.



Wirecard
Der Bilanzskandal bei Wirecard hat viele Anleger Geld gekostet. Der Fall ist ein gutes Beispiel für die Risiken des Aktienmarktes.   Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

Der Bilanzskandal hat die Aktie von Wirecard tief fallen lassen. Stand der Kurs am Jahresanfang noch bei über 110 Euro, notierte er zwischenzeitlich bei etwas über 1 Euro. Für Anleger bedeutet das: Sie haben fast ihr komplettes Geld verloren.

«Das Risiko großer Verluste ist untrennbar mit Einzelaktien verbunden», erklärt Niels Nauhauser im Interview mit dem dpa-Themendienst. Anleger könnten aus diesem Fall aber viel lernen - und es selber besser machen.

Dax Unternehmen gelten als solides Investment. Gilt das nicht mehr?

Niels Nauhauser: Nach meiner Auffassung hat das noch nie gegolten. Auch große Indexschwergewichte können in Schwierigkeiten geraten. Das zeigt die Geschichte immer wieder: Die Pleite des US-amerikanischen Energieunternehmens Enron, die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor oder der Niedergang von General Motors sind da nur einige Beispiele.

Was bedeutet der Fall Wirecard für Anleger?

Nauhauser: Der Fall zeigt, dass Aktien immer auch ein Managementrisiko bergen. Die Aktionäre bestellen zwar über den Aufsichtsrat das Management. Aber gegen Betrug, Veruntreuung und Missmanagement gibt es keinen absoluten Schutz. Mit dem Kauf einzelner Aktien riskieren Anleger stets ihren Kapitaleinsatz.

Was können Anleger aus dem Fall lernen?

Nauhauser: Der Kauf einzelner weniger Aktien ist reine Spekulation und taugt nicht als Geldanlage zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge. Wer statt Wirecard alle 30 Titel im DAX gekauft hätte, steht heute sehr gut da. Das Pleiterisiko lässt sich so auf ein Wertschwankungsrisiko reduzieren. Je breiter die Streuung, desto besser. Wer einen Indexfonds zum Beispiel auf die Indizes MSCI World All Country oder FTSE All World kauft, investiert in rund 3000 Aktien aus nahezu 50 Ländern. Einzelne Insolvenzen fallen dann nicht mehr ins Gewicht. Was bleibt, sind Kursschwankungen und die Aussicht auf Dividenden sowie auf langfristige Wertsteigerungen.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-621339/3

Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
10:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Aktionäre Arcandor Deutscher Aktien Index Energiewirtschaftsunternehmen Enron FTSE 100 Finanzinvestoren und Anleger General Motors Handelskonzerne Kursschwankungen Unterschlagung und Veruntreuung Wertpapiere Wirecard AG
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Deutsche Börse

25.09.2019

Acht Regeln für Einsteiger an der Börse

Börsen-Investments erscheinen im Moment als eine der wenigen Anlagemöglichkeiten mit Aussicht auf Rendite. Wer neu in die Materie einsteigt, sollte aber etwas Grundwissen mitbringen. Ein Überblick. » mehr

Verluste an der Börse begrenzen

29.04.2020

Schützt eine Stop-loss-Order vor Verlusten?

In Krisenzeiten schwanken Börsenkurse meist stark. Auch der DAX rauschte durch die Corona-Pandemie weit nach unten - Anleger brauchen da Nervenstärke. Könnte ihnen eine Stop-loss-Order helfen? » mehr

Gold Corona Geldanlage Investition

03.04.2020

Lohnt in Corona-Zeiten die Investition in Gold?

In Krisenzeiten ist Gold oft besonders gefragt - das zeigt sich auch während der Corona-Pandemie. Der Preis ist in den vergangenen Wochen überwiegend gestiegen. Aber lohnt sich das Investment? » mehr

Jürgen Kurz

09.10.2019

Wie sich Anleger informieren

Kaufen oder verkaufen? Wer an der Börse mitmischen will, muss auf dem Laufenden bleiben. Für Privatanleger bedeutet das viel Aufwand. Wie groß sollte das Engagement sein? » mehr

Angst vor dem Crash

11.03.2020

Wie Anleger mit Kollaps-Prognosen umgehen sollten

Der Euro am Ende? Börsen vor dem Zusammenbruch? Bücher mit steilen Thesen zur Wirtschaft haben Konjunktur - nicht erst jetzt, wo sie wegen des neuen Coronavirus schwächelt. Experten raten zu Vorsicht. » mehr

Weltweit streuen

13.11.2019

Schwellenländer können Depot ergänzen

Wer die gängigen weltweiten Indexfonds kauft, investiert oft nur in Industrieländer. Privatanleger können in ihr Aktiendepot auch Schwellenländer einbeziehen. Doch das ist nicht ohne Risiko. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
10:17 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.