Lade Login-Box.
Topthemen: Video: Hof im Radwege-CheckHof-GalerieStromtrasse durch die RegionGerch

 

Erhaltungsaufwand für Baudenkmal auch nachträglich absetzbar

Die Instandsetzung eines denkmalgeschützten Hauses kostet viel Geld. Die Ausgaben können von der Steuer abgesetzt werden. Aber funktioniert das auch noch dann, wenn die nötige Bescheinigung der Denkmalschutz-Behörde verspätet eingereicht wird?



Steuererklärung
Immobilienbesitzer können den Aufwand zur Instandsetzung eines denkmalgeschützen Gebäudes von der Steuer absetzen.   Foto: Oliver Berg

Immobilienbesitzer, die in einem Baudenkmal wohnen, dürfen den Erhaltungsaufwand als Sonderausgabe bei der Einkommensteuererklärung absetzen.

«Zum Nachweis ist grundsätzlich eine Bescheinigung vom Amt für Denkmalschutz erforderlich», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Fehlt die Bescheinigung, wird das Finanzamt die Denkmalabschreibung nicht berücksichtigen. Kann die Bescheinigung später nachgereicht werden, so sind die Steuerbescheide aber zu ändern, urteilte das Finanzgericht Köln. Denn Verzögerungen bei der Denkmalschutzbehörde gehen nicht zu Lasten der Denkmalbesitzer.

In dem verhandelten Fall bewohnten die Kläger ein denkmalgeschütztes Haus. In den Jahren 2008 bis 2010 steckten sie 29.000 Euro in die Erhaltung des Hauses. Allerdings erhielten die Kläger erst im Jahr 2014 eine Bescheinigung vom Amt für Denkmalschutz und machten die Sonderausgaben daher nachträglich geltend. Das Finanzamt lehnte die Änderung der Steuerbescheide ab (Az.: 6 K 726/16).

Das sah das Finanzgericht Köln anders. Dass die Verfahren bei den Denkmalbehörden erfahrungsgemäß lange Zeit in Anspruch nehmen, dürfe nicht zu Lasten der Hausbesitzer gehen, so das Gericht. Gegen das steuerzahlerfreundliche Urteil hat das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegt, sodass eine abschließende Entscheidung noch aussteht (Az.: X R 17/18).

Ebenfalls betroffene Immobilienbesitzer können von dem laufenden Verfahren profitieren. «Sie sollten die Bescheinigung des Denkmalamtes beim Finanzamt nachreichen und eine Änderung des Steuerbescheides beantragen», rät Klocke. Folgt das Finanzamt dem nicht, weil die Bescheinigung des Denkmalamtes zu spät kam, kann Einspruch eingelegt werden. Schließt sich der Bundesfinanzhof dem Kölner Urteil an, kann man davon noch profitieren und gegebenenfalls seine Steuern mindern.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 07. 2018
05:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baudenkmäler Bund der Steuerzahler Bundesfinanzhof Finanzämter Immobilienbesitzer Kläger Steuerbescheid
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Rabatt

20.02.2019

Markenbotschafter müssen Rabatte nicht versteuern

Willkommenes Schnäppchen: Arbeitnehmer erhalten auf Waren aus der Produktion des Arbeitgebers oft einen Preisnachlass. Wie ein Gerichtsurteil zeigt, muss dieser nicht immer versteuert werden. » mehr

Rentenversicherungsbeiträge

24.04.2019

Sind zurückerstattete Rentenbeiträge zu versteuern?

Wechseln Arbeitnehmer von einem Angestellten in ein Beamtenverhältnis, werden die gezahlten Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zurückerstattet. Müssen diese Beiträge versteuert werden? Damit befasste sich Fin... » mehr

Handwerksleistungen absetzen

17.10.2018

Steuerbonus für Handwerkerleistung

Restarbeiten nach dem Umzug ins Eigenheim können in der Einkommensteuererklärung abgesetzt werden. Eine Expertin erklärt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. » mehr

Finanzgericht Münster

27.03.2019

Gewinn aus Enteignung muss nicht versteuert werden

Wird ein Grundstück enteignet, erzielen Eigentümer aus dem Veräußerungsgeschäft manchmal einen Gewinn. Ob das Finanzamt dafür Steuern verlangen darf, hatte das Finanzgericht Münster zu klären. Hier das Urteil: » mehr

Finanzamt

21.01.2019

Saarland bei Steuerbescheid am schnellsten

Je länger Finanzämter Steuererklärungen bearbeiten, desto länger warten Bürger oft auf mehrere tausend Euro Rückzahlungen. Eine Auswertung zeigt nun, wo es besonders schnell geht. » mehr

Einspruch gegen den Steuerbescheid

12.12.2018

Online-Einspruch gegen Steuerbescheid erfordert Sorgfalt

Viele Steuerzahler erledigen ihre Einkommenssteuererklärung inzwischen mit Elster. Auch wer mit dem Steuerbescheid nicht einverstanden ist, kann das Einspruchsformular online einreichen. Beim Abschicken sollte jedoch nic... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 07. 2018
05:09 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".