Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Bei verbilligter Wohnraumvermietung Prozent-Grenze beachten

Wer eine Wohnung günstig vermietet, darf die Miete nicht zu gering ansetzen - andernfalls kann der Vermieter seine Ausgaben nicht voll als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Gut rechnen müssen vor allem diejenigen, die ihre Immobilie möbliert vermieten.



Werbungskosten
Bei einer verbilligten Wohnraumvermietung erhält der Immobilieneigentümer Steuervorteile. Allerdings nur, wenn mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete gezahlt werden.   Foto: Jens Büttner

Immobilieneigentümer überlassen Angehörigen ihr Haus oder ihre Wohnung oft zu einem vergünstigten Mietpreis. Das zahlt sich für beide Seiten aus.

Der Angehörige hat eine geringere Mietbelastung - und der Eigentümer muss nur eine geringe Miete versteuern, kann aber alle Werbungskosten in voller Höhe steuerlich geltend machen.

Dieser Steuervorteil wird allerdings nur dann gewährt, wenn mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete gezahlt werden. Anderenfalls sind die Werbungskosten anteilig zu kürzen. Darauf weist der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) hin.

«Werden beispielsweise nur 55 Prozent der ortsüblichen Miete verlangt, können auch nur 55 Prozent der mit der Vermietung zusammenhängenden Werbungskosten abgezogen werden», erläutert BVL-Geschäftsführer Erich Nöll in Berlin.

Als Vergleichsmaßstab ist die ortsübliche Kaltmiete zuzüglich der sogenannten umlagefähigen Kosten heranzuziehen. Beim Rückgriff auf einen Mietpreisspiegel kann zur Ermittlung der untere Rand einer ausgewiesenen Preisspanne angesetzt werden.

Ist die Immobilie möbliert, zum Beispiel mit einer Einbauküche, muss das bei der Ermittlung der Vergleichsmiete berücksichtigt werden, wie des Bundesfinanzhof (BFH) entschieden hat (Az.: IX R 14/17). Hierfür muss ein Zuschlag ermittelt werden, zum Beispiel über ein Sachverständigengutachten.

«Um den vollen Werbungskostenansatz zu sichern, und sich komplizierte und streitanfällige Berechnungen zur Vergleichsmiete zu ersparen, ist es sinnvoll, die Miete nicht zu eng an der 66-Prozent-Grenze zu vereinbaren, sondern hier etwas großzügiger zu kalkulieren», rät Nöll. Auf diese Weise könnten unliebsame Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt vermieden werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 07. 2018
11:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Bundesfinanzhof Lohnsteuerhilfevereine Steuerersparnis Werbungskosten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Studienkosten bei der Steuererklärung

23.06.2020

Steuererklärung: Studienkosten können sich im Job auszahlen

Klausurstress, WG-Leben, Nebenjobs - die wenigsten Studierenden oder Auszubildenden wollen sich noch den Kopf über ihre Steuererklärung zerbrechen. Dabei kann sie sich durchaus lohnen. » mehr

Notebook von der Steuer absetzen

10.08.2020

Neue Grenze für abschreibbare Wirtschaftsgüter

Die Mehrwertsteuersenkung soll den Absatz von Waren ankurbeln. Wer jetzt gekaufte Arbeitsmittel absetzen will, muss bedenken: Der Bruttopreis darf nicht zu hoch sein. » mehr

Einspruch beim Steuerbescheid

08.05.2020

Steuerbescheid prüfen: Einspruch kann sich lohnen

Die Finanzverwaltung arbeitet auch während der Corona-Krise. Die ersten Steuerzahler haben auch schon die Steuererstattung bekommen. Ein kritischer Blick auf den Steuerbescheid ist trotzdem ratsam. » mehr

Arbeitsplatz zuhause

27.08.2020

Neuer Bürostuhl für zuhause kann Steuern sparen

Wer Arbeitsmittel kauft, kann sie von der Steuer absetzen. Denn das Finanzamt erkennt die Ausgaben als Werbungskosten an. » mehr

Homeoffice

05.03.2020

Arbeitgeber kann sich an Kosten für Homeoffice beteiligen

Von zu Hause arbeiten wegen der Ausbreitung des Coronavirus? In manchen Firmen ist das Realität. Arbeitnehmer können in diesem Fall unter Umständen die Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen. » mehr

Sind Krankheitskosten auch Werbungskosten?

07.09.2020

Krankheitskosten können Werbungskosten sein

Wer krank ist kann das Finanzamt an den Kosten beteiligen. In der Regel geschieht das über außergewöhnliche Belastungen. In manchen Fällen lohnt sich aber der Ansatz als Werbungskosten. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 07. 2018
11:48 Uhr



^