Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Eine starke Grippewelle rollt durch Deutschland

Krank von jetzt auf gleich: Die echte Grippe kommt in der Regel aus heiterem Himmel. Das müssen gerade viele Menschen in Deutschland erleben. Drohen noch mehr Fälle durch Karneval?



Grippe-Patient
Schon 43 288 Influenza-Fälle sind in dieser Saison bereits gemeldet worden. Besonders häufig erkranken Schulkinder an Grippe. Foto: Maurizio Gambarini. Foto: Nicolas Armer  

Eine starke Grippewelle sorgt in Deutschland für volle Arztpraxen und Ausbrüche in Schulen und Altenheimen. Allein in der vergangenen Meldewoche seien rund 14 000 bestätigte Fälle von Influenza und 32 größere Ausbrüche übermittelt worden.

Beides sind bisherige Saison-Höchstwerte, sagte die Grippe-Expertin des Robert Koch-Instituts, Silke Buda. «Wir sehen insgesamt viele Atemwegserkrankungen, die inzwischen am häufigsten durch Influenza verursacht werden», so Buda.

Insgesamt ist damit die Gesamtzahl der im Labor bestätigten Erkrankungsfälle seit Oktober 2016 auf 43 288 gestiegen - es werden zwar längst nicht alle Erkrankten getestet, ein Nachweis von Influenza wird aber gemeldet.

Bislang gehen 126 Todesfälle auf das Konto der Erkrankung. Fast alle Todesfälle waren Patienten ab 60 Jahren. Häufiger als diese Altersgruppe erkrankten derzeit nur Schulkinder an Grippe, so Buda. Wie schon in der Saison 2014/15 kursiert aktuell vorrangig der Virustyp A (H3N2). Er macht insbesondere Älteren zu schaffen, die bei einer Infektion das höchste Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Ausbrüche treffen vor allem Einrichtungen, wo viele Menschen zusammenkommen und sich leicht gegenseitig anstecken können - neben Schulen auch Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheime, Seniorentagesstätten, Krankenhäuser und Reha-Kliniken.

Es gibt insbesondere international Stimmen, die eine Prophylaxe mit antiviralen Arzneimitteln bei Ausbrüchen in Altenheimen befürworten. Diese Medikamente könnten bei rechtzeitiger Einnahme eine Grippeerkrankung verhindern. Das RKI macht dazu keine Empfehlungen - es sei eine Option, die in den Heimen erwogen werden sollte, sagte Buda. «Gerade, wenn Bewohner engen Kontakt hatten mit bereits Erkrankten.» Treten bei Personen aus Risikogruppen bereits Symptome auf, komme es auf einen möglichst frühen Start der Therapie an.

«Vorab ist es wichtig und gut, wenn Bewohner und das Personal gegen Influenza geimpft sind», betont Buda. Im Falle eines Ausbruchs sei es dann wichtig, zum Beispiel größere Veranstaltungen auf engem Raum abzusagen und neben den Gesundheitsämtern auch Besucher zu informieren.

Ob Karneval Ende Februar noch Einfluss auf den weiteren Verlauf der Welle in vielen Bundesländern haben wird, ist unklar. Buda empfiehlt, sich des Ansteckungsrisikos in Menschenansammlungen bewusst zu sein und zum Beispiel mit gründlichem Händewaschen vorzusorgen. Erkrankte können bereits am Tag vor dem Auftreten der Symptome ansteckend sein - und dann circa eine Woche lang.

Verstärktes Auftreten der Grippe in Karnevalshochburgen habe das RKI bislang nicht beobachtet. «Was wir aber sehen, ist der Einfluss von Schulferien», betont Buda. So habe sich die Erkrankungswelle etwa über den Jahreswechsel etwas verlangsamt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 02. 2017
10:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Grippe (Viruserkrankungen) Grippewellen Robert-Koch-Institut
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Grippeschutzimpfung

13.11.2019

So funktioniert die Grippeschutzimpfung

Gefährlich ist es nicht - und doch ist die Zahl derer, die sich gegen die Grippe impfen lassen, viel zu niedrig. Dabei gibt es kaum jemanden, für den sich der kleine Pieks nicht lohnt. » mehr

Diabetiker

14.11.2019

Viele Bundesbürger unterschätzen Diabetes-Risiko

Ungesundes Essen, Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht können die Zuckerkrankheit begünstigen. Zu Wenigen seien diese Zusammenhänge klar, sagen Fachleute. » mehr

Grippe

30.09.2019

Vorletzte Grippe-Welle war tödlichste in 30 Jahren

Wie stark wird die kommende Grippewelle? Das kann niemand ganz genau vorhersagen, denn die Viren sind extrem wandelbar. Der Blick zurück zeigt jedenfalls, dass der Erreger nicht unterschätzt werden sollte. » mehr

Grippeschutzimpfung

22.11.2018

Die wichtigsten Fakten zur Grippe-Impfung

Gegen Grippe geimpft - und trotzdem läuft die Nase? Warum das eine nichts mit dem anderen zu tun hat, und wieso Experten die Impfung als wichtig erachten: ein Faktencheck. » mehr

Welttag Sexuelle Gesundheit

04.09.2019

Zahl der sexuell übertragenen Infektionen steigt

Das Sexleben vieler Menschen ist heute freier als auf dem Höhepunkt der Aids-Epidemie. Allerdings fehlt häufig das Bewusstsein, dass man sich schützen muss. Experten fordern mehr Aufklärung schon in der Schule. » mehr

Grippe-Patient

12.09.2018

Grippewellen können gefährlich werden

Ein kleiner Piks und die Welt ist in Ordnung? Bei Grippe ist das nicht ganz so einfach. Zwar wäre schon viel geholfen, wenn sich mehr Menschen in Deutschland gegen Influenza impfen ließen. Doch die Viren sind wandelbar -... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 02. 2017
10:10 Uhr



^