Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

 

Wann Herzrhythmusstörungen ein Fall für den Arzt sind

Viele Menschen nehmen ihren Herzschlag kaum wahr. Doch bei manchen gerät die Pumpe ab und an aus dem Takt - sie schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Muss man sich deshlab Sorgen machen?



EKG-Auswertung
Ein EKG sagt viel über den Herzschlag aus und damit auch, ob man unter Herzrhythmusstörungen leidet oder nicht.   Foto: Oliver Krato

Wenn das Herz mal einen Schlag aussetzt oder losrast, geraten viele Menschen Panik. Dabei schlägt kein Herz auf der Welt immer im Gleichtakt, erklärt Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Was häufig vorkommt: sogenannte Extrasystolen, zusätzliche Herzschläge, die sich anfühlen, als stolpere das Herz. «Fast immer sind solche Rhythmusstörungen harmlos», beruhigt der Kardiologe.

Wer sie öfter bemerkt, sollte sich zur Sicherheit beim Kardiologen durchchecken lassen. Manchmal weisen sie auf Herzerkrankungen hin. Das gilt es auszuschließen.

Richtig beängstigend für die Betroffenen ist das sogenannte Vorhofflimmern - wenn das Herz unvermittelt völlig aus dem Takt gerät und losrast. «Das kann ein paar Minuten dauern, Stunden oder Tage», sagt Meinertz. Im Laufe des Lebens wird es häufig schlimmer, bis der Herzschlag irgendwann dauerhaft schnell und unregelmäßig wird.

Normalerweise zieht sich der Herzmuskel 60 bis 90 Mal pro Minute zusammen und pumpt dabei vier bis sechs Liter Blut durch die Gefäße. Beim Vorhofflimmern steigt der Puls auf bis zu 160 Schläge pro Minute. Das ist vergleichbar mit dem Herzschlag während einer intensiven Sporteinheit. Die Vorhöfe geben zudem unregelmäßig Impulse an die Herzkammern ab - daher die Stolperer. 1,8 Millionen Deutsche sind davon betroffen.

Das Flimmern an sich muss nicht behandelt werden. «Die Patienten bekommen allerdings dauerhaft einen Blutverdünner», sagt Meinertz. Damit beugt man der Bildung von Blutgerinnseln vor und verringert so die Gefahr eines Gefäßverschlusses, der im Gehirn zum Schlaganfall führen kann.

Im Alter kommt noch eine weitere Rhythmusstörung vor: Aufgrund von Abnutzungserscheinungen schlägt das Herz älterer Menschen manchmal sehr langsam. Auch längere Aussetzer kommen vor. Ärzte sprechen vom sogenannten AV-Block. «Betroffene werden plötzlich unsicher, müssen sich festhalten, manche werden auch kurz ohnmächtig.»

Behandlungsbedürftig ist der AV-Block nur, wenn das Herz länger als fünf Sekunden am Stück aussetzt. Ob das der Fall ist, finden Kardiologen mit einem Langzeit-EKG heraus. Dann setzen Ärzte einen Schrittmacher ins Herz, der einspringt, wenn es aus dem Takt gerät.

Service:

Für Patienten mit Herzrhythmusstörungen bietet die Deutsche Herzstiftung den kostenfreien Ratgeber «Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen heute» an. Anzufordern per Tel. unter 069/955128400 oder per E-Mail: bestellung@herzstiftung.de (Stichwort: Ratgeber «Aus dem Takt»).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 06. 2017
04:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Herz Herzkammern Herzrhythmusstörungen Kardiologinnen und Kardiologen Patienten Pumpen Ratgeber Vorhofflimmern
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Ronald Voß

01.11.2018

Die Symptome des Vorhofflimmerns erkennen

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Die Krankheit ist tückisch: Sie wird nicht immer rechtzeitig diagnostiziert und kann einen Schlaganfall verursachen. Ein Arzt empfiehlt eine einfache Methode zum ... » mehr

Hilfe per Defibrillator

26.04.2019

Defibrillatoren in Deutschland werden selten genutzt

Sie hängen in öffentlichen Gebäuden, bleiben oft unbeachtet und können doch Leben retten. Defibrillatoren kommen nur selten zum Einsatz. Wie lässt sich das ändern? » mehr

Volkskrankheit

22.08.2018

Zahl der Herzkrankheiten nimmt wieder zu

Herz-Kreislauferkrankungen bleiben die Todesursache Nummer eins. Rund 40 Prozent der Menschen sterben daran - und die Zahlen steigen wieder leicht. Unterschätzt wird gelegentliches Herzrasen: Vorhofflimmern ist eine Volk... » mehr

Vorhofflimmern vorbeugen

02.11.2018

Ein gesundes Gewicht beugt Vorhofflimmern vor

Übergewicht ist kein rein kosmetisches Problem. Wer über Jahre zu viel Fett mit sich herumschleppt, riskiert Erkrankungen. Insbesondere das Herz leidet unter Übergewicht und zu wenig Bewegung. Gegensteuern lohnt sich zu ... » mehr

Herz-Modell

07.02.2019

Die Zahl der Herz-OPs im Alter steigt

Erst ins Pflegeheim und dann in den OP: In Deutschland gibt es deutlich mehr Herz-Operationen bei hochbetagten Menschen als früher. Warum ist das so? » mehr

Arzt

10.07.2019

Mit Herzrhythmusstörungen immer zum Arzt

Mediziner unterscheiden bei Rhythmusstörungen zwischen einem zu langsamen, einem zu schnellen und einem unregelmäßigen Herzschlag. Wer so etwas bei sich feststellt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 06. 2017
04:20 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".