Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

 

Auf den Schlaganfall folgt häufig eine Depression

Motorische Einschränkungen oder Sprachstörungen verbinden die meisten mit einem Schlaganfall. Doch auch die Persönlichkeit kann sich verändern. Manche Patienten werden sogar depressiv. Das erschwert eine Rehabilitation zusätzlich.



Frau steht vor Fenster
Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, können im Anschluss an einer Depression erkranken.   Foto: Peter Steffen/dpa

Rund ein Drittel der Schlaganfallpatienten entwickelt drei bis sechs Monate später eine Depression. Weil Betroffenen die anstrengende Rehabilitation damit eher schwerfällt, ist es wichtig, diese sogenannte Post Stroke Depression (PSD) möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Zeichen für eine PSD sind Antriebslosigkeit, Schuldgefühle, Schlafstörungen und eine allgemein gedrückte Stimmung, die mindestens zwei Wochen anhält. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin. Bemerken Angehörige oder Freunde solche Symptome bei einem Schlaganfallpatienten, sollten sie ihn ermutigen, einen Arzt aufzusuchen. Es gehört zur Depression, dass der Betroffene selbst wenig Antrieb verspürt, über seine Gefühle zu sprechen.

Zu den Symptomen kommt es wahrscheinlich einerseits durch die Verletzung des Gehirns. Hinzu kommen die Einschränkungen, mit denen viele Schlaganfallpatienten leben müssen. Ähnlich wie bei der Depression, die nach einer Geburt vorkommen kann, spielen auch Hormone eine Rolle, vermuten Ärzte.

Mit Medikamenten und einer Psychotherapie lässt sich diese spezielle Form der Depression in der Regel gut behandeln: «Für alle Beteiligten ist es wichtig zu wissen, dass es meist eine zwar lang dauernde, aber vorübergehende Phase ist und damit eine gute Prognose besteht», betont Prof. Mario Siebler aus Essen, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Rund 270 000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall. Zur PSD neigen Patienten, die vorher schon depressiv Episoden durchgemacht haben, eher als andere. Alleinstehende Patienten und Frauen sind ebenfalls etwas häufiger betroffen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 09. 2017
09:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apoplexie Depressionen Patienten Rehabilitation Schlaganfallpatienten Sprachstörungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Stroke Mobile

10.05.2019

Über die Erfolge bei der Schlaganfall-Hilfe

Noch vor 30 Jahren konnte ein Schlaganfall das Ende sein. Daran hat sich viel geändert. Noch immer aber zählt jede Minute. Es gibt viele Projekte, wie Hilfe noch schneller kommen kann. » mehr

«Flying Intervention Team»

27.02.2019

Ärzte kommen per Heli zum Schlaganfall-Patienten

Wenn ein Helikopter an einem Krankenhaus landet, bringt er meist schwer kranke Patienten zur raschen Behandlung. In München haben Ärzte das Szenario bei Schlaganfällen umgedreht: Sie fliegen zu ihren Patienten. » mehr

Therapie

09.05.2018

Wenn nach einem Schlaganfall die Worte fehlen

Die Sprachstörung Aphasie ist kaum bekannt. Den Betroffenen liegen die richtigen Worte auf der Zunge, aber sie können sie nicht äußern. Außenstehende halten die Patienten manchmal für verstockt, depressiv oder gar geisti... » mehr

Blutdruck-Messungen

18.07.2019

Warum es beim Blutdruck-Messen auf beide Werte ankommt

Was ist wichtiger - der «obere» oder der «untere» Blutdruck-Messwert? Darüber waren sich lange Zeit auch Experten uneins. Eine aktuelle Datenanalyse trägt nun zur Klärung der Frage bei. » mehr

Dr. rer. medic. Markus Wagner

26.09.2018

Bei Schlaganfall sofort reagieren

Nach einem Schlaganfall beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Je frühzeitiger die Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen, dass der Betroffene überlebt - und keine bleibenden Schäden davon trägt. » mehr

Nach einem Schlaganfall

10.04.2019

Nach Schlaganfall und Herzinfarkt droht Trauma

Ein Schlaganfall geht selten ganz spurlos vorüber. Sogar auf der Seele kann er Narben hinterlassen. Gerade Jüngere haben nach dem Anfall häufig ein Trauma - weil sie das Vertrauen in ihren Körper verlieren. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 09. 2017
09:55 Uhr



^