Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

 

Steuern auf Softdrinks und Tabak sollen Krankheiten mindern

Sie sind Studien zufolge ungesund und tragen zur Armut bei: Softdrinks, Alkohol und Zigaretten haben nach neuesten Studien verheerende Auswirkungen. Forscher empfehlen konkrete Gegenmaßnahmen.



Softdrinks
Höhere Preise sollen die Nachfrage nach ungesunden Produkten wie Limonade reduzieren.   Foto: Monika Skolimowska

Zusätzliche Steuern auf Softdrinks, Alkohol und Tabak könnten ein wirksames Mittel gegen die Zunahme chronischer und nichtübertragbarer Krankheiten sein. Zu diesem Ergebnis kommen fünf internationale Studien, die in der britischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht wurden. 

So seien Schlaganfälle, Herzerkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Krebs häufig auf ungesunde Ernährung und Suchtmittel zurückzuführen. Die Forscher fanden nach Auswertung von über 300 internationalen Studien heraus, dass höhere Preise die Nachfrage nach ungesunden Produkten vor allem bei einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen senken könnten. Diese Gruppen seien gleichzeitig besonders oft von schweren Krankheiten und damit verbundenen finanziellen Auswirkungen betroffen.

«Nichtübertragbare Krankheiten sind eine Hauptursache und zugleich Hauptfolge von Armut weltweit», sagte Rachel Nugent von der Nichtregierungsorganisation RTI International und Leiterin des «The Lancet»-Programms zu nichtübertragbaren Krankheiten. Es sei deshalb sinnvoll, die zusätzlich generierten Steuereinnahmen in die Armutsbekämpfung zu investieren. «Die wissenschaftlichen Erkenntnisse legen nahe, dass Befürchtungen übertrieben sind, wonach höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Softdrinks den Armen schaden.»

Die Forscher des «The Lancet»-Programms betonten außerdem, Sondersteuern könnten dazu beitragen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu erreichen. Die Staatengemeinschaft hatte im Jahr 2015 vereinbart, Armut in allen ihren Formen bis 2030 zu beenden. Außerdem war das Ziel formuliert worden, nichtübertragbare Krankheiten weltweit um ein Drittel zu reduzieren.

Dass Sondersteuern auf ungesunde Produkte nur zögerlich eingeführt werden, liegt laut der Verbraucherorganisation Foodwatch auch am Lobbyismus der Industrie. Foodwatch warf dem Coca-Cola-Konzern am Mittwoch in einem 100-seitigen Bericht vor, wissenschaftlich belegte Risiken seiner zuckerhaltigen Getränke zu verharmlosen und für die Zunahme von Fettleibigkeit und Diabetes mitverantwortlich zu sein. Der US-Konzern wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Man investiere überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker, hieß es in einer Stellungnahme.

Nichtübertragbare Krankheiten sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge die häufigste Todesursache weltweit. In Europa werden ihnen 86 Prozent aller Todesfälle zugeschrieben. Nach Schätzungen der Universität Hamburg verursachen Fettleibigkeit, Tabak- und Alkoholkonsum in Deutschland Gesundheitskosten von insgesamt rund 180 Milliarden Euro pro Jahr.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 04. 2018
11:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alkohol Diabetes Fettleibigkeit Foodwatch Gegenmaßnahmen Gesundheitsgefahren Nicht-alkoholische Getränke UNO Universität Hamburg Weltgesundheitsorganisation Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Ziele für nachhaltige Entwicklung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Übergewicht bei Kindern

05.09.2019

Gesündere Ernährung kann Millionen Menschen retten

Immer mehr Menschen weltweit gelten als Fettleibig. Zu salzige oder zuckerhaltige Ernährung tut ihr Übriges. Die WHO fordert daher mehr Aufklärung. » mehr

Blutdruck

23.10.2019

Wirkung bei abendlicher Einnahme oft günstiger

Blutdrucksenker werden oft einmal täglich eingenommen. Doch welcher Zeitpunkt ist der beste? Eine großangelegte Studie liefert neue Hinweise. » mehr

Greta Thunberg

15.10.2019

Was Greta Thunbergs Krankheit bedeutet

Asperger-Autisten gelten oft als besonders begabte Wunderkinder - so wie Greta Thunberg. Doch viele haben eine falsche Vorstellung von der Krankheit. Genau genommen gibt es Asperger-Autismus nicht einmal. » mehr

Übergewicht

10.01.2019

Schädigt Übergewicht das Gehirn?

Übergewicht schädigt die Gesundheit. Es begünstigt etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forscher gingen nun der Frage nach, ob auch das Gehirn von den Extra-Pfunden in Mitleidenschaft gezogen wird. » mehr

Alkoholkonsum

08.05.2019

Weltweit wird immer mehr Alkohol getrunken

Die Religion kann eine große Rolle spielen bei der Höhe des Alkoholkonsums. Forscher haben nun die Entwicklung des Trinkens weltweit untersucht. Ein Ergebnis: Weltweit sind über 40 Prozent der Menschen abstinent. Aber in... » mehr

Kind isst Schokolade

12.08.2019

Foodwatch erklärt den Montag zum «Kinder-Überzuckerungstag»

Im Kampf für eine gesündere Ernährung haben Experten auch zu viel Zucker aus Süßspeisen und Getränken ins Visier genommen. Verbraucherschützer warnen: Kinder haben die empfohlene Jahresmenge bereits heute verzehrt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 04. 2018
11:17 Uhr



^