Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

 

Lärm von Windenergieanlagen kann krank machen

Wie laut ist laut? Was kann der Mensch aushalten, ohne Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen? Die WHO empfiehlt erstmals Richtwerte für Windenergieanlagen und Freizeitlärm.



Windräder nahe Mallnow
Lärm kann krank machen: Für Windenergieanlagen empfiehlt die WHO, dass die Lärmbelastung tagsüber nicht über 45 Dezibel liegen sollte.   Foto: Patrick Pleul

Windenergieanlagen machen Lärm, und der sollte nach einer neuen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchschnittlich 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten.

«Lärm von Windenergieanlagen oberhalb dieses Wertes ist mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden», heißt es in dem Bericht . Für die nächtliche Höchstbelastung spricht die WHO keine Empfehlung aus. Dafür gebe es noch nicht genügend aussagefähige Studien.

Für genehmigungspflichtige Anlagen in allgemeinen Wohngebieten gilt laut deutschem Umweltbundesamt bei der Lärmbelastung zur Zeit ein Immissionsrichtwert von 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel nachts . An diese Vorschrift müssen sich auch Windparks halten. Zum Vergleich: Flüstern hat etwa 30 Dezibel, leise Radiomusik 50, ein Haartrockner 70 und eine Kreissäge 100 Dezibel.

Für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr empfiehlt die WHO folgende Grenzen: Für die durchschnittliche Lärmbelastung durch Straßenverkehr tagsüber nicht mehr als 53 Dezibel, bei Schienenverkehr nicht mehr als 54 Dezibel und für Flugverkehr nicht mehr als 45 Dezibel. Die nächtlichen Richtwerte sind 45 Dezibel für Straßenverkehr, 44 Dezibel für Schienen- und 40 Dezibel für Luftverkehr.

«Das ist ambitioniert», sagte Thomas Myck, Uba-Fachgebietsleiter Lärmminderung bei Anlagen und Produkten, Lärmwirkungen. In Deutschland lägen die entsprechenden Richtwerte derzeit noch wesentlich höher. «Da besteht deutlicher Handlungsbedarf.» Die WHO-Analyse sei ein wichtiger und fundierter Meilenstein dafür, die gesetzlichen Vorgaben entsprechend fortzuentwickeln.

Die Leitlinien sind Empfehlungen, um die Bevölkerung vor Lärm zu schützen. Damit sollen Politiker Richtwerte festlegen und bauliche Maßnahmen veranlassen oder einfordern, damit die Richtwerte eingehalten werden. «Übermäßige Lärmbelastung ist mehr als ein Ärgernis, sie ist ein echtes Gesundheitsrisiko, das beispielsweise zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt», sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

Die Werte für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr weichen voneinander ab, weil unterschiedlicher Lärm unterschiedliche gesundheitliche Folgen hat. So liefere eine Autobahn eine ständige Geräuschkulisse, so die WHO. Ein vorbeifahrender Zug mache kurzfristig Lärm, worauf eine längere Ruhephase folge.

Neue Richtlinien hat die WHO auch für Freizeitlärm. Dazu zählen Besuche von Nachtclubs, Kneipen, Live-Sportveranstaltungen, Fitnesskursen, Konzerten und das Hören von lauter Musik über persönliche Abhörgeräte. Die WHO empfiehlt, die Lärmbelastung im Jahresdurchschnitt von allen Quellen zusammen auf weniger als 70 Dezibel zu begrenzen, «weil Freizeitlärm oberhalb dieses Wertes mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden ist».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
10:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Luftverkehr Lärm Schlafstörungen Umweltbundesamt Weltgesundheitsorganisation Windkraftwerke
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Feinstaub

12.03.2019

Schmutzige Luft fordert mehr Todesopfer als Rauchen

Wie viele vorzeitige Todesfälle gehen auf Luftverschmutzung zurück? Mainzer Forscher legen dazu eine neue Analyse vor. Demnach kosten Luftschadstoffe Europäer im Mittel rund zwei Jahre Lebenszeit. » mehr

Feinstaubalarm

27.02.2019

Wie gefährlich ist Feinstaub wirklich?

Eine Studie nennt neue Zahlen zu Todesfällen durch Luftschadstoffe. Zuletzt standen solche Berechnungen in der Kritik. Was ist also dran an solchen Angaben? » mehr

Silvester in Köln

28.12.2018

Ärzte warnen vor hohen Feinstaubwerten zu Silvester

Brennen in den Augen und Husten: Der 1. Januar ist an vielen Orten der Tag mit dem höchsten Feinstaubwert des ganzen Jahres. Ärzte schlagen Alarm und rufen zum Feuerwerksverzicht auf. » mehr

Vater und Kind

15.08.2019

Depression nach der Geburt trifft auch Väter

Nicht nur Mütter, sondern auch Väter sind nach der Geburt oft depressionsgefährdet. Grundsätzlich gilt: Je früher die Beschwerden behandelt werden, desto besser ist der Therapieerfolg. » mehr

ADHS bei Erwachsenen

01.08.2019

Immer mehr Erwachsene nehmen Medikamente gegen ADHS

Die oft als Zappelphilipp-Syndrom erscheinende Verhaltensstörung ADHS wird eher mit Kindern verbunden. Doch auch erwachsene Patienten werden mit ADHS-Medikamenten behandelt. » mehr

Abkühlung bei Hitze

19.07.2019

So bewahren Sie bei Hitze einen kühlen Kopf

Vielerorts sollen die Thermometer in den nächsten Tagen wieder Temperaturen von 30 Grad und mehr anzeigen. Für Badefans sind das tolle Nachrichten, andere plagt die Hitze. Wie geht man mit ihr um? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
10:09 Uhr



^