Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusKommunalwahl 2020WohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-Galerie

 

Bundesweit erster Docmorris-Apothekenautomat bleibt verboten

Es bleibt dabei: In Deutschland gibt es Medikamente nur von der Apotheke. Vorerst zumindest. Doch das endgültige Aus bedeutet das noch nicht.



DocMorris-Automatenapotheke
Der von DocMorris betriebene Aothekenautomat in Hüffenhardt (Baden-Württemberg) verstößt gegen das Arzneimittelgesetz, so das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe.   Foto: Uwe Anspach

Der bundesweit erste Apothekenautomat von Docmorris bleibt bis auf weiteres außer Betrieb. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe bestätigte das vom Landgericht Mosbach verhängte Verbot: Der Automat sei wettbewerbswidrig.

Docmorris, eine europaweit tätige Versandapotheke aus den Niederlanden, hatte vor zwei Jahren in der baden-württembergischen Gemeinde Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) den ersten Automaten dieser Art in Deutschland in Betrieb genommen. Das Projekt wurde nach einigen Wochen gerichtlich gestoppt.

Bei der «pharmazeutischen Videoberatung mit angegliederter Arzneimittelabgabe» konnten Kunden per Video Kontakt mit einem Apotheker in den Niederlanden aufnehmen und Medikamente aus einem Automaten erhalten. Nun aber waren Klagen des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, von zwei Apothekern aus der Umgebung und eines Kölner Apothekers erfolgreich, der eine Online-Apotheke betreibt (6 U 36/18, 6 U 37/18, 6 U 38/18, 6 U 39/18).

Das OLG sieht einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Verschreibungspflichtige Medikamente dürften nur von Apotheken an Verbraucher abgegeben werden. Es folgte nicht dem Argument von Docmorris, es handle sich um erlaubten Versandhandel. Es sei kein Versand an den Endverbraucher, wenn die Arzneimittel zunächst ohne konkrete Bestellung in Hüffenhardt gelagert und dann auf Kundenwunsch abgegeben werden, so das OLG. «Ein Versandhandel setzt eine Bestellung des Endverbrauchers zeitlich vor der Bereitstellung, Verpackung und Absendung des Arzneimittels voraus.»

Auch genügen die Kontrollen per Video nach Ansicht des Gerichts nicht den Vorschriften der deutschen Apothekenbetriebsordnung. So sei es nicht gewährleistet, dass etwaige Änderungen auf der Verschreibung unmittelbar bei Abgabe des Arzneimittels vermerkt werden.

Eine Revision gegen die Urteile wurde nicht zugelassen. Docmorris kann aber dagegen Nichtzulassungsbeschwerde einlegen und so vor den Bundesgerichtshof (BGH) ziehen.

In zwei weiteren Verfahren zum selben Thema wurde der Verkündungstermin aus formalen Gründen auf den 26. Juni verlegt. Hintergrund ist eine andere Besetzung des Senats. Der Fall Hüffenhardt beschäftigte auch die Verwaltungsgerichte. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte Anfang April das Betriebsverbot des Regierungspräsidiums bestätigt (3K 5393/17).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
12:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apotheken Arzneimittelgesetze Bundesgerichtshof Landgericht Mosbach Medikamente und Arzneien Oberlandesgerichte Pharmazie Versandapotheken Versandhandel Verwaltungsgericht Karlsruhe Verwaltungsgerichte und Verwaltungsgerichtsbarkeit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Apotheke

17.07.2019

Was die Apotheken-Reform vorsieht

Immer mehr Dinge werden im Internet bestellt - auch Medikamente. Die Apotheken vor Ort geraten unter Druck. Menschen, die lieber persönlich ihr Rezept vor Ort einlösen wollen, könnten irgendwann das Nachsehen haben. Ein ... » mehr

Blick in den Spiegel

26.02.2020

Woher Pickel kommen - und was dagegen hilft

Sie tun weh, lassen sich schlecht verstecken und kommen selten allein. Pickel können Betroffenen das Leben ziemlich schwer machen. Experten erklären Ursachen - und Gegenmittel. » mehr

Wespe auf Marmeladenbrot

20.02.2020

Notfall-Pen «Emerade» für Allergiker zurückgerufen

Beim Notfall-Pen «Emerade» kann ein Fehler auftreten. Möglicherweise lässt er sich nicht aktivieren. Der Hersteller ruft das Produkt daher zurück. » mehr

Lieferengpässe bei Arzneimitteln

13.02.2020

Gesetz soll Lieferengpässe bei Arzneimitteln verhindern

Apotheker berichten immer wieder von Lieferengpässen bei wichtigen Medikamenten, wie Schmerzmitteln oder Schilddrüsenarzneien. Der Bundestag hat nun Gegenmaßnahmen beschlossen. » mehr

BGH

18.02.2020

Schizophrener darf nicht zu Elektrotherapie gezwungen werden

Darf ein psychisch kranker Mann gegen seinen Willen mit einer Elektroschock-Therapie behandelt werden? Mit dieser Frage hat sich der Bundesgerichtshof beschäftigt. » mehr

Fahrtüchtig oder nicht?

05.02.2020

Grippe-Mittel sind nichts für Autofahrer

Trotz Erkältung gut durch den Tag - das versprechen Kombi-Präparate und Arzneimittel aus der Apotheke. Doch auch wenn die Symptome damit scheinbar verschwinden: Auto fahren sollte man so nicht. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
12:19 Uhr



^