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Eine Fettleber bleibt oft unentdeckt

Sie bereitet keine Schmerzen und deshalb wähnen sich viele in falscher Sicherheit: Denn die Leber leidet still. Die möglichen Auswirkungen aber sind gravierend.



Lockere Joggingrunde
Sport und Bewegung können einer Fettleber vorbeugen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Dass Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung zu vielen Krankheiten führen können, ist den meisten klar.

Ein Organ, das erheblich davon betroffen ist, bringen viele jedoch immer noch vor allem mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung: die Leber. Aber sie kann verfetten. Zu spüren ist das kaum, doch es kann ernste Folgen haben.

Eine Fettleber, was ist das?

Wie der Name schon sagt, ist damit eine übermäßige Ansammlung von Fett in der Leber gemeint. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Steatosis hepatis. Es wird zwischen der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und der alkoholischen Fettleber (AFL) unterschieden. In Deutschland kommt die NAFL häufiger vor.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für eine Fettleber?

Bei der alkoholischen Fettleber ist das einfach zu klären: übermäßiger Alkoholkonsum. Bei etwa drei Viertel der Menschen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber wiederum ist ein metabolisches Syndrom die Ursache: eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhtes Fett- und Blutzuckerwerten. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen sind es andere Gründe: etwa genetische Faktoren oder bestimmte Erkrankungen - und vor allem Bewegungsmangel.

«Unabhängig von der Ernährung erhöht eine sitzende Tätigkeit und eine inaktive Lebensweise das Risiko, eine Fettleber zu bekommen», betont Prof. Elke Roeb, Abteilungsleiterin mit Schwerpunkt Gastroenterologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

«Recht neu unter den Ursachen ist der übermäßige Konsum industriell hergestellter konzentrierter Fruktose, die oft in Getränken zu finden ist», ergänzt die Kuratoriumsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung.

Was sind die Gefahren und möglichen Folgen einer Fettleber?

Eine einfache Fettleber stellt noch keine Gefahr dar, wie Roeb erläutert. Allerdings bleibt es in vielen Fällen nicht dabei: Denn die Fettleber kann sich entzünden. Mediziner sprechen dann von der Steatohepatitis (NASH).

Daraus kann sich eine Leberfibrose entwickeln. Dieser folgt oft eine Leberzirrhose - das ist eine großteilige Vernarbung. Die Leber kann dann nicht mehr richtig arbeiten. Im weiteren Verlauf kann eine Zirrhose zu Leberkrebs führen.

Leberkrebs kann sich aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt entwickeln, erläutert Roeb: Bei einer nicht-alkoholischen Fettleber könne es auch ohne Zirrhose zu einem Karzinom kommen.

Neben den Folgen für die Leber steigt mit einer Steatohepatitis die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie das Risiko für Tumore im gesamten Körper.

Auch medizinische Notfälle können die Folge einer Fettleber sein, wie Rainer Günther, Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Kiel erklärt: «Wenn die Leber verhärtet, kann das Blut sie nicht mehr durchströmen und staut sich davor. Das wiederum führt oft zu Krampfadern in der Speiseröhre», erläutert er.

Kommt es zu einer Blutung, verliert der Betroffene schnell viel Blut - es besteht die Gefahr, innerlich zu verbluten.

An welchen Symptomen oder Warnsignalen erkennt man eine Fettleber?

Leider gar nicht. «Die Leber macht keine Schmerzen», sagt Günther. Eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit kann, muss aber kein Anzeichen sein. Das ist einer der Gründe, weshalb Günther gemeinsam mit Kollegen einen Lebertest entwickelt hat. Durch diesen Fragebogen können Interessierte ihr eigenes Risiko ermitteln und das Ergebnis gegebenenfalls vom Arzt abklären lassen. Meist sei die Fettleber ein Zufallsbefund, so Elke Roeb. Es gibt aber auch Diagnose-Methoden wie das CAP-Verfahren oder die Elastographie.

Wie wird eine Fettleber behandelt?

Ihr kann vor allem durch Abnehmen, mehr Bewegung und gesunde, kalorienreduzierte Ernährung entgegengewirkt werden. «Meist sieht man nach sechs Monaten schon Ergebnisse», sagt Rainer Günther. Medikamente gibt es zur Zeit nicht.

Mitunter wird ein Stent, eine Art Röhre, in die Leber eingesetzt. «Ist die Leber etwa durch eine Zirrhose oder Krebs stark geschädigt, kommt nur noch eine Transplantation infrage», sagt Günther.

© dpa-infocom, dpa:200804-99-39717/3

Veröffentlicht am:
05. 08. 2020
04:59 Uhr

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dpa

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05. 08. 2020
04:59 Uhr



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