Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

 

Was bei Schwangerschaftsbeschwerden hilft

Werdende Mütter haben oft genug mit verschiedensten Beschwerden zu kämpfen. Manche sind nur lästig, andere sollte man nicht abtun. Die gute Nachricht: Für die meisten gibt es Abhilfe.



Schwangerschaft
So groß die Vorfreude auf das Baby ist - auf bestimmte Begleiterscheinungen der Schwangerschaft würden viele werdende Mütter wohl gerne verzichten.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit: So groß die Freude über den Nachwuchs sein mag, werdenden Müttern geht es nicht immer blendend. Manchen Frauen machen typische Schwangerschaftsbeschwerden zu schaffen. Was dann hilft:

- Schwangerschaftsstreifen: Bei manchen Frauen macht das Unterhautgewebe die extreme Dehnung einfach nicht mit - sogenannte Schwangerschaftsstreifen sind die Folge. Zur Vorbeugung könne man die Haut vordehnen, sagt Doris Scharrel vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Dazu cremt man sich ein und nimmt eine Hautfalte an Bauch, Hüfte oder Oberschenkel, zieht sie vom Körper weg, und rollt diese durch Nachgreifen in einer Welle von unten nach oben. «Das tut zu Anfang etwas weh, aber nur so dehnt man die Haut», erklärt Scharrel.

- Zahnprobleme: «Jedes Kind kostet einen Zahn.» Diese vermeintliche Weisheit ist glücklicherweise veraltet. Nichtsdestotrotz sollten Schwangere auch heute verstärkt auf ihre Mundgesundheit achten, rät Scharrel. Denn mit der Schwangerschaft kann das Zahnfleisch lockerer werden. Bakterien können dadurch leichter unter den Zahnfleischrand gelangen und sich dort vermehren. Leichte Entzündungen oder gar eine Parodontitis sind mögliche Folgen. Um dem vorzubeugen empfiehlt die Expertin: wenig Zucker, besonders gründliche Mundhygiene und die Zahnbürste regelmäßig wechseln.

- Übelkeit: Vielen Frauen ist vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft übel bis hin zum Erbrechen. Das sei eine Art Nebenwirkung, wie BVF-Präsident Christian Albring erklärt: Denn das Immunsystem der werdenden Mutter lerne, das Baby zu tolerieren und nicht als Fremdkörper abzustoßen. Betroffene sollten auf fettige, stark eiweiß- oder säurehaltige und gewürzte Mahlzeiten verzichten.

Außerdem sollten sie jeden Bissen gut durchkauen und Gerüche so gut es geht meiden. Am Morgen kann es helfen, einen leicht gesüßten Tee oder warmes Wasser zu trinken. Wenn die Beschwerden ausgeprägt sind und häufiges Erbrechen hinzukommt, können Medikamente verhindern, dass die Frau abnimmt oder ihr Kreislauf versagt.

- Rückenschmerzen: Mit zunehmender Schwangerschaft lockert sich hormonbedingt das Bindegewebe, erklärt Albring. Das könne vor allem im Lenden- und Kreuzbereich zu Beschwerden führen. Er empfiehlt: viel Bewegung, die Beine statt des Rückens beugen, aufrecht gehen und sitzen und bei Beschwerden eine Wärmeflasche auflegen.

- Verstopfung: Im zweiten und letzten Drittel der Schwangerschaft haben viele Schwangere Verstopfung. Ursachen sind eine Lockerung des Bindegewebes und eine Weitstellung des Darmes, eine falsche Ernährung oder Bewegungsmangel. «Eine Ernährung, die ganz betont und konsequent reich an Ballaststoffen und viel Gemüse ist, zusammen mit reichlichem Trinken und viel körperlicher Bewegung hilft in den meisten Fällen», weiß Albring. Auch manche Eisenpräparate führen zu Verstopfung.

- Haarausfall: In der Schwangerschaft sollte man Haarausfall nicht abtun. Denn er kann Anzeichen einer Mangelversorgung sein, wie Klaus Doubek vom BVF betont. Zwei Ursachen sind besonders verbreitet: ein seit längerem anhaltender Mangel an Jod, das für eine normale Funktion der Schilddrüse gebraucht wird. Haarausfall ist darüber hinaus ein frühes Anzeichen für Eisenmangel. Bestätige eine Blutuntersuchung den Verdacht, sollten ärztlich verordnete Eisenpräparate eingesetzt werden.

- Müdigkeit: «Hier kommen mehrere Ursachen in Frage», erläutert Doubek. «Erstens haben Schwangere oft einen etwas niedrigeren Blutdruck. Zweitens spüren es viele Frauen doch, dass sie ihrem Baby zuliebe den früheren Kaffeekonsum deutlich zurückgenommen haben. Die Müdigkeit kann aber auch ein Hinweis auf einen Mangel an Jod oder Eisen sein.»

- Heißhunger: Viele Schwangere kennen vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte einen besonders großen Appetit und Heißhunger. Isst eine werdende Mutter zu viel, führt das zu Übergewicht und zu einem zu hohen Nährstoffangebot beim Baby. «Wenn das Baby schneller wächst als es soll, erhöht das das Risiko für Frühgeburten und für Komplikationen bei der Geburt», erklärt Doubek. Letzten Endes helfe hier nur Disziplin bei abwechslungsreicher Kost.

© dpa-infocom, dpa:200825-99-303439/3

Veröffentlicht am:
26. 08. 2020
04:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Eisenmangel Entzündungen Erbrechen Frühgeburten Gynäkologinnen und Gynäkologen Rückenschmerzen Schwangere Zahnprobleme Übelkeit Übergewicht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Schmerzen im Kopf

28.08.2020

Kopfschmerzen kennt fast jeder

Manche kämpfen sogar täglich damit: Kopfschmerzen. Sie können sich drückend, ziehend oder pulsierend äußern. Welche Arten als Krankheit gelten - und was dagegen hilft. » mehr

Was bei Mittelohrentzündung hilft

12.08.2020

Was bei Mittelohrentzündung hilft

Manche Kinder haben sie ständig, andere nie. Mittelohrentzündungen sind schmerzhaft - und treffen Kinder häufiger als Erwachsene. Aber warum eigentlich? Und wie lindert man die Beschwerden? » mehr

Christian Albring

06.11.2019

Röschenflechte heilt von selbst

Gerötete, schuppende, manchmal stark juckende Haut: Für Betroffene kann die Röschenflechte schlimm sein. Der Ausschlag ist aber harmlos. Ein paar Tipps lindern die Beschwerden zumindest etwas. » mehr

Symphysenlockerung in der Schwangerschaft

23.06.2020

Symphysenlockerung in der Schwangerschaft

Viele Schwangere sind ohnehin in ihren Bewegungen eingeschränkt - oft ist der Bauch im Weg. Bei manchen schmerzt auch noch das Schambein. Experten erklären, was dahintersteckt. » mehr

Prof. Thomas Seufferlein

31.07.2019

Wenn die Bauchspeicheldrüse zickt

Die Bauchspeicheldrüse wird häufig übersehen. Störungen des Organs können aber durchaus gefährlich sein. Dabei muss es oft gar nicht so weit kommen. » mehr

Entspannung gegen Sodbrennen

29.04.2020

Woher Sodbrennen kommt und was dagegen hilft

Ständiges Rülpsen oder Schmerzen beim Schlucken: Sodbrennen trifft viele und hat viele Facetten. Manchmal lindert schon ein Glas Wasser die Beschwerden. Doch nicht immer ist es damit getan. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
26. 08. 2020
04:54 Uhr



^