Topthemen: Fall Peggy KnoblochFrankenpost-ChristkindNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

 

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Beim Poledance denken viele an Stripperinnen in Nachtclubs. Dabei hat sich die Stange längst als Trainingsgerät etabliert. Wer mit Polesport beginnen möchte, kräftigt vorher am besten seine Arme - und allzu zimperlich sollte man auch nicht sein.



Eine neue Figur
Die Teilnehmerin des «Polesport»-Kurses Sabrina übt eine neue Figur. Foto: Andrea Warnecke/dpa   Foto: dpa » zu den Bildern

Vor dem inneren Augen ist das Licht gedimmt, junge Frauen räkeln sich zu wummernder Musik lasziv um Metallstangen. In der Realität hängt Matthias kopfüber unter der Hallendecke.

Beide Beine hat er geschickt um die Stange gewickelt, jetzt löst er die Hände und streckt langsam seine Arme aus. «Wunderbar», kommentiert Stefanie Eroglu, seine Trainerin: «Jetzt noch lächeln.» Matthias ist Mitte 20, blond, durchtrainiert. Er hängt nicht an der Stange, weil er vorhat, in einem Stripclub aufzutreten. Er treibt hier Sport - Polesport, um genau zu sein.

Es mag ungewöhnlich scheinen, dass sich ein Mann dem Training an der Stange (englisch: Pole) verschreibt. Matthias knüpft damit aber an die Ursprünge der Sportart an: Im traditionellen chinesischen Zirkus führen Männer bereits seit Jahrhunderten waghalsige Figuren an Stangen vor.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellten Artistinnen im chinesischen Wanderzirkus fest, dass es beim amerikanischen Publikum gut ankam, wenn sie Tricks an der Stange mit erotischem Tanz verbanden. So entstand der Poledance, wie man ihn aus Stripclubs kennt. Mittlerweile kehrt die Stange gewissermaßen zu ihren Wurzeln zurück. Auch in Deutschland eröffnen immer mehr Sportstudios, die sich auf Pole konzentrieren.

«Ein guter Trend», findet Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln. «Pole ist Muskeltraining par excellence.» Besonders gut geschult wird ihm zufolge das Körperzentrum. «Wer das regelmäßig macht, bekommt eine hervorragende Gesamtkörperspannung.»

Darum geht es auch Matthias. Mit Tanzen hat er nichts am Hut, sagt er. Für Pole entschied er sich vor einem Jahr, weil er Muskeln aufbauen wollte, ihm das Gerätetraining in einem normalen Fitnessstudio aber schlicht zu langweilig war.

Stefanie Eroglu, in deren Berliner Studio «Polesport» Matthias einmal wöchentlich trainiert, bietet aufeinander aufbauende Module an. Sie sind aufgeteilt in Kurse an der statischen - also fest verankerten - Stange und Kurse an einer Stange, die sich dreht. In jedem Modul lernen die Schüler bestimmte Figuren. Klappt eine gut, darf der Schüler sie auf einem Faltblatt abhaken. Der Fokus ihres Studios liegt ganz klar auf der sportlichen Herausforderung, sagt Eroglu. «Es gibt aber auch Studios, die eher tänzerische Kurse anbieten.» Wer sich für Poledance interessiert, sollte bei der Wahl der Schule also wissen, was ihm wichtiger ist.

Egal, ob verbunden mit einer Choreographie oder als rein artistisches Training - um sich an der Stange halten zu können, braucht man Kraft. Prof. Herbert Löllgen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) rät deshalb, schon vor der ersten Stunde Muskeln aufzubauen. «Beansprucht werden - ähnlich wie beim Geräteturnen an den Ringen - vor allem die Arme und der Oberkörper», sagt der Sportarzt. Sind die dortigen Muskelgruppen noch zu schwach, drohen Verletzungen.

Ingo Froböse bereiten bei Polesportlern die Schultergelenke Sorgen. Hängt jemand viel über Kopf, kann es leicht zu Schleimbeutelentzündungen oder Sehnenverletzungen kommen. Dem können Sportler allerdings vorbeugen, indem sie ihre Schultern vor und nach dem Training mobilisieren - zum Beispiel durch Schulterkreisen.

Eroglu rät Interessierten, darauf zu achten, dass der Trainer ordentlich ausgebildet ist. «Wer eine B- oder A-Lizenz als Fitnesstrainer und zusätzlich eine Ausbildung bei einer Poledance-Akademie hat, kennt sich sehr gut aus», erklärt sie. Das gilt nicht nur für die Figuren an der Stange, sondern auch die Muskelgruppen, die dabei beansprucht werden.

Veröffentlicht am:
24. 05. 2017
05:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Artistinnen und Artisten Fitnesstrainer Geräteturnen Muskeln und Muskulatur Nachtklubs Ringturnen Sporthochschulen Sportmediziner Stripperinnen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Übung mit Ball

08.08.2018

Was beim Entspannen mit Faszienrollen zu beachten ist

Viele Freizeit- und Leistungssportler schwören auf die Faszienrolle, auch «Blackroll» genannt, und deren Wohlfühleffekt. Die Sportmedizin tut sich mit dem Trainings- und Therapiewerkzeug aber noch schwer. Besonders desse... » mehr

Übung 5

14.03.2018

Warum Schlingentraining so effektiv ist

Zwei Gurte, ein paar Übungen, und nach einer halben Stunde ist Schluss: Wie anstrengend kann Schlingentraining sein? Sehr anstrengend, stellt sich heraus. Denn die schlingernden Gurte fordern den Muskeln permanente Anspa... » mehr

Joggerin

01.12.2017

Sportler ab 50 sollten besonders auf ihren Kreislauf achten

Auch wer über 50 Jahre alt ist, sollte sich mit Sport fit halten. Jedoch gibt es für Menschen im mittleren Alter größere Risiken - etwa ein Überforderung des Herz-Kreislauf-Systems. Wichtig sind daher regelmäßige Belastu... » mehr

Buch: Barre Training

27.12.2017

Fit bleiben mit dem Barre-Workout

In Hollywood halten sich Models und Schauspielerinnen seit einiger Zeit an der Ballettstange fit - mit beachtlichen Ergebnissen. Nun hat sich das Training auch in Deutschland etabliert. Die Übungen haben es in sich. Das ... » mehr

Plank

06.01.2017

Trainieren mit dem Gymnastikball

Er ist ein bewährtes Mittel, um den Rücken fit zu halten. Und wer auf ihm sitzt, merkt schnell, wie schwer es ist, die Balance zu halten. Genau das macht den Gymnastikball zu einem außergewöhnlichen Sportgerät. » mehr

Selbstverteidigung

07.11.2018

Den richtigen Kampfsport finden

Kampfsport stärkt nicht nur den Körper, sondern meist auch das Selbstbewusstsein. Doch die Angebote sind vielfältig. Bei einigen Kampfsportarten steht eher das Kräftemessen im Vordergrund, bei anderen die fernöstliche Tr... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
24. 05. 2017
05:10 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".