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«Chef-Masche»: BKA warnt vor Firmenbetrügern

Mit einer Art «Enkeltrick de luxe» schaffen es Betrüger immer wieder, Firmen um hohe Geldbeträge zu bringen. Dabei geben sie sich als Chefs aus und lassen Angestellte in die Falle tappen. Aber das Bundeskriminalamt hält dagegen - mit Unterstützung aus Israel.



Online-Überweisung
Mit einer «Chef-Masche» wollen Betrüger Angestellte von Firmen dazu bringen, hohe Geldbeträge ins Ausland zu überweisen.   Foto: Angelika Warmuth/dpa

Dem Bundeskriminalamt ist ein Schlag gegen internationale Firmenbetrüger gelungen, die mit der sogenannten Chef-Masche Unternehmen um Millionensummen bringen.

Nach gemeinsamen Ermittlungen mit anderen Behörden seien in diesem Jahr in Israel sechs Verdächtige festgenommen worden, sagte die Leiterin der Abteilung «Schwere und organisierte Kriminalität», Sabine Vogt.

Bei der Methode «CEO fraud» (Chef-Betrug) rufen Täter meist in der Buchhaltung von Firmen an und geben vor, der Geschäftsführer (Chief Executive Officer/CEO) zu sein. Vorher informieren sie sich über offen zugängliche Quellen wie Internetseiten oder Soziale Medien über Unternehmen und deren Chefs. Mit geschickten Lügen und technischen Tricks bringen sie Angestellte dann beispielsweise dazu, Firmengeld ins Ausland zu überweisen. Die Beute landet meist auf chinesischen Konten und verschwindet.

Die nun gefassten mutmaßlichen Betrüger sollen für einen Schaden von 175 Millionen Euro verantwortlich sein. Die Verdächtigen haben laut dem BKA überwiegend die französische und die israelische Staatsbürgerschaft. Tatort sei ein Apartment in Tel Aviv gewesen.

Das Phänomen «CEO fraud» falle der Polizei seit drei bis vier Jahren verstärkt auf, sagte BKA-Vize-Präsident Peter Henzler. Er rechnete insgesamt mit einem Schaden von inzwischen bis zu einer Milliarde Euro - bei einer hohen Dunkelziffer. Manch betrogener Firmenchef meldete sich aus Angst vor Imageverlust nicht bei der Polizei.

Im Visier der Betrüger seien oft Mittelständler, sagte Henzler. Ein erfolgreicher Betrug um einen zweistelligen Millionenbetrag könne eine solche Firma an die Grenze ihres wirtschaftlichen Bestandes führen. Der BKA-Sachgebietsleiter für Wirtschaftskriminalität, Holger Kriegeskorte, sagte: «Das ist gehobene Art des Enkeltricks.»

Oft schärften die angeblichen Chefs den Angestellten in der Finanzabteilung ein, mit niemandem über die Überweisung zu sprechen, da alles streng geheim sei, erläuterte Kriegeskorte. Bei einer High-Tech-Firma in Südhessen habe ein Mitarbeiter kurz vor der Transaktion doch noch einen Kollegen eingeweiht - und der Schwindel flog auf.

Sparsam und wachsam sein: Drei Tipps gegen den «CEO Fraud»

Beim Kampf gegen diesen «CEO Fraud» sind vor allem die Unternehmen gefragt: Sie müssen dafür sorgen, dass Betrüger kein leichtes Spiel haben. Das gelingt zum Beispiel mit strengen Abwesenheitsregeln und Kontrollmechanismen, wie das Bundeskriminalamt (BKA) erklärt. Zielscheibe der Masche ist aber der einzelne Mitarbeiter - und auch er kann dazu beitragen, seinen Arbeitgeber vor Kriminellen zu schützen. Drei Tipps zur Vermeidung von «CEO Fraud»:

1. Wachsam sein: Die Betrüger arbeiten oft sehr genau, Fehler passieren aber trotzdem. Deshalb sollten zum Beispiel die Empfänger von Zahlungsaufforderungen die Schreibweise von Namen sowie die Absenderadresse einer solchen Mail genau prüfen.

2. Lieber nachfragen: Bei Zahlungsaufforderungen sollten sich Arbeitnehmer immer rückversichern. Das geht am besten schriftlich oder per Rückruf bei dem vermeintlichen Absender, rät das BKA.

3. Datensparsamkeit: Damit der Chef-Trick funktioniert, brauchen die Betrüger Informationen, zum Beispiel aus Abwesenheitsnotizen von Mitarbeitern. Diese sollten so gestaltet sein, dass sie nicht zu viel verraten, rät der Verband der Internetwirtschaft (eco). Nicht immer müssen dort zum Beispiel alle Daten der Urlaubsvertretung stehen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
18. 12. 2017
15:47 Uhr

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