Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

 

Was an Karneval im Betrieb erlaubt ist

Wer sich mit Pappnase und Jeckenkappe in ein Hamburger Büro setzt, muss damit rechnen, auch an Rosenmontag abschätzige Blicke zu ernten. Aber wie viel Karneval am Arbeitsplatz ist überhaupt erlaubt?



Karneval
Von wegen «Helau und Alaaf»: In vielen Büros sind Kostüme zu Karneval nicht so gerne gesehen.   Foto: Felix Kästle

In Hamburg oder Berlin weiß kaum einer, worum alle so viel Aufhebens machen, in Köln und Umgebung bedeutet Karneval: Narrenfreiheit. Oder etwa doch nicht?

Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin, stellt klar: «Erstmal muss man sagen: Es gibt kein Karnevalsarbeitsrecht.» Auch von Weiberfastnacht bis Faschingsdienstag gelten also die üblichen Regeln. Was ist also arbeitsrechtlich zu Karneval erlaubt und was nicht?



Eine Frage der Region

Grundsätzlich komme es meist darauf an, in welcher Region man arbeitet, erläutert Bredereck. Wer am Rosenmontag verkleidet zur Arbeit kommt, könne da mit Verständnis vom Chef rechnen, wo Karnevalsfeiern üblich sind. Gleiches gilt zum Beispiel für laute Karnevalslieder aus dem Radio, ein Gläschen Sekt unter Kollegen oder Kamelle, die durch die Firma fliegen.

Wenn das seit Jahren so Tradition ist, können Angestellte in der Regel darauf vertrauen, dass närrisches Verhalten keine Konsequenzen nach sich zieht. «Als Bankangestellter in Berlin empfiehlt es sich dagegen nicht, einfach verkleidet hinter dem Schalter zu sitzen», so der Fachanwalt. «Da sollten sich Angestellte am besten ganz normal verhalten.»

Wenn der Chef Verkleiden anordnet

Und andersherum? Darf der Chef seine Mitarbeiter dazu auffordern, an Karneval mit Papphütchen an der Verkaufstheke zu stehen? «Wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse hat und seine Anordnung begründen kann, kann er durchaus Anweisungen zur Betriebskleidung geben - auch an Karneval», so Bredereck. Das werde aber in der Regel eher in Regionen passieren, in denen üblicherweise Karnevalsfeiern stattfinden. Demgegenüber stehe auch immer das Persönlichkeitsrecht des Angestellten. «Es gibt da auch Grenzen», erläutert der Fachanwalt. Etwa, wenn eine vom Arbeitgeber angedachte Verkleidung sexistisch ist. «Keiner muss sich erniedrigen lassen», so Bredereck.



Einschränkungen kann es auch da geben, wo Sicherheitsrisiken bestehen. Konfetti und Luftschlangen über die Werkbank oder die Arbeitsmaschinen zu werfen, ist zum Beispiel so ein Fall. Mitarbeiter können Arbeitsräume nicht einfach nach Lust und Laune dekorieren. «Hier gehen die Sicherheitsbestimmungen ganz klar vor», betont Bredereck. Zugunsten des Arbeitsschutzes kann der Arbeitgeber Deko-Artikel also verbieten. Und in diesem Fall macht es auch keinen Unterschied, ob der Betrieb in Nordrhein-Westfalen oder in Hamburg sitzt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 02. 2019
10:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Rosenmontag
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Anfahrt zum Bewerbungsgespräch

vor 22 Stunden

Wer trägt die Kosten für die Anfahrt zum Bewerbungsgespräch?

Die Bewerbung hat überzeugt, man ist zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das findet jedoch einige hundert Kilometer entfernt statt. Wer zahlt die Fahrtkosten? » mehr

Befristeter Arbeitsvertrag

11.03.2019

Darf ein Arbeitgeber den Vertrag nachträglich befristen?

Befristet oder unbefristet: Das ist ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl der zukünftigen Stelle. Doch bleibt ein unbefristeter Vertrag auch in jedem Fall ohne zeitliche Begrenzung? - Nicht unbedingt. » mehr

Bewerbungsgespräch

04.03.2019

Dürfen Arbeitgeber die Zeugnisse von Bewerbern prüfen?

Manche Arbeitgeber möchten die Zeugnisse der Bewerber genauer prüfen. Unter welchen Umständen ist dies erlaubt und was gilt im Falle sogenannter Background-Checks? » mehr

Warnstreik in einer Berliner Schule

26.02.2019

Was Arbeitnehmer während der Warnstreiks wissen müssen

Arbeitnehmer mit Kita- und Schulkindern bekommen heute verstärkte Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu spüren. Auch der Weg zur Arbeit wird zur Herausforderung. Welche Rechte haben Arbeitnehmer in dieser Situation? » mehr

Konflikt

20.02.2019

Wenn sich ein Freund im gleichen Unternehmen bewirbt

Manchmal bewerben sich Freunde im gleichen Unternehmen - und erhoffen sich Hilfestellung. Das kann zu Konflikten führen. Experten raten daher zu einer besonderen Strategie. » mehr

Bundesarbeitsgericht

20.02.2019

Ehedauerklausel bei Hinterbliebenenversorgung unwirksam

Für eine betriebliche Hinterbliebenen-Rente klagt sich eine Witwe aus Hessen bis vor das Bundesarbeitsgericht und bekommt nun Recht. Denn eine entsprechende Klausel erklären die Richter für unwirksam. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 02. 2019
10:14 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".