Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Technologischer Wandel beunruhigt die Deutschen

Die Wirtschaft verändert sich: Neue Technologien werden entwickelt, neue Jobs entstehen. Aber nicht jeder freut sich über den Wandel. Wie können Regierung und Wirtschaft die Menschen mitnehmen?



Künstliche Intelligenz
Die Digitalisierung schreitet im hohen Tempo voran. Viele Menschen befürchten, dass dadurch Arbeitsplätze wegfallen.   Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Fast drei Viertel (73 Prozent) der Menschen in Deutschland haben einer aktuellen Umfrage zufolge Angst vor einem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Im Zentrum steht für viele der technologische Wandel, wie die Beratungsagentur Edelman in ihrem aktuellen «Trust Barometer» ausgewertet hat.

«Die Menschen ahnen eine schlechte Zukunft voraus, sie sind nervös», sagte Agenturchef Richard Edelman am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Befürchtet werde, dass mit der zunehmenden Automatisierung Arbeitsplätze wegfielen. So sei zum Beispiel unklar, was die Entwicklung autonomer Fahrzeuge für Lastwagenfahrer bedeute. Aus der Furcht um den Arbeitsplatz entstehe auch Angst, weniger Geld zu verdienen oder soziale Anerkennung zu verlieren, sagte Edelman.

Faire Löhne und Mitarbeiterschulung

Der Studie zufolge findet die Hälfte der Menschen hierzulande, der technologische Wandel schreite mit zu hoher Geschwindigkeit voran. Wirtschaft und Regierung müssten Hand in Hand arbeiten, um das Vertrauen der Menschen wiederzugewinnen, sagte Edelman. Wichtig seien etwa faire Löhne sowie Möglichkeiten bei der Mitarbeiterschulung. Als Möglichkeiten nannte Edelman steuerliche Anreize für Unternehmen, zum Beispiel bei der Aus- und Weiterbildung oder bei Angeboten eines Fernstudiums für die Mitarbeiter.

Institutionen werden der Umfrage zufolge in Deutschland sehr skeptisch gesehen. Dazu fragte die Agentur, ob Unternehmen, Regierung, Medien und Nichtregierungsorganisationen (NGO) kompetent und ethisch seien. Denn dies seie die beiden Hauptkriterien, die für die Entstehung von Vertrauen entscheidend sind. Resultat: Keine Institution wird als kompetent und ethisch empfunden. Nur die Wirtschaft gilt als etwas kompetent, nur Medien und NGO als leicht ethisch korrekt.

«Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: Unternehmen müssen besser werden», betonte Edelman-Deutschland-Chefin Christiane Schulz. Dabei gehe es nicht um Wertschöpfung oder Wertsteigerung, sondern um ethisches Verhalten - «also in Aspekten wie Fairness, Glaubwürdigkeit und ihrem Einsatz für die Zukunft unserer Gesellschaft».

Influencer als Vorbild

Richard Edelman fasste zusammen: «Es gibt eine Ablehnung von Autoritäten, von Fachwissen. Das ist äußert problematisch.» Eine Möglichkeit sei es, Influencer einzubinden, in Gesundheitsfragen etwa solche, die in sozialen Medien wissenschaftliche Fragen erklären. «Ihnen wird mehr vertraut als dem Gesundheitsministerium.»

Dieses Vertrauen beträfe aber auch Nichtregierungsorganisationen: «Klassische NGO wie der WWF werden von jungen Aktivisten aufgemischt», sagte Edelman. Die Aktivisten könnten junge Leute besser mitnehmen, sie teilten und diskutierten öffentlich. «Greta Thunberg nutzt die sozialen Medien äußerst professionell. Sie ist ein Vorbild für junge Leute», sagte er.

Wie Edelman bereits zuvor mitgeteilt hatte, blicken die Menschen in Deutschland der Studie zufolge pessimistisch in ihre Zukunft. Nur etwa jeder Vierte (23 Prozent) erwartet, dass es ihm in den kommenden fünf Jahren ökonomisch besser gehen wird. Mehr als die Hälfte stellte demnach stellt den Kapitalismus (55 Prozent) und das bestehende System in Frage (61 Prozent). Über diese Aspekte hatte zuerst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet. Das «Edelman Trust Barometer» ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, NGO, Wirtschaft und Medien.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 01. 2020
12:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktivistinnen und Aktivisten Gesundheitsministerien Greta Thunberg Influencerinnen und Influencer Löhne und Einkommen Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungsunabängige Organisationen Social Media Technik Umfragen und Befragungen Unternehmen Weltwirtschaftsforum World Wide Fund For Nature
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gehaltsgespräch

04.03.2020

Faire Bezahlung: Warum Frauen über ihr Gehalt reden sollten

So lange Frauen noch immer weniger verdienen als Männer, ist es mit der Gleichstellung nicht weit her. Mehr über Geld zu sprechen soll helfen, sagt eine Finanzexpertin. Aber wie stellt man das an? » mehr

Coach Claudia Kimich

11.10.2019

Mit drei Bewerbungen im Jahr Marktwert testen

Frauen verdienen weniger als Männer. Umso wichtiger, dass sie in Sachen Gehalt geschickt verhandeln. Eine Trainerin verrät ihre Tricks. » mehr

Roboter

22.08.2019

Trifft Jobverlust durch Technisierung weniger hart?

Wer den Job verliert und durch eine Maschine ersetzt wird, leidet laut einer Studien weniger darunter. Aber warum ist das so? » mehr

Arbeit am Tablet

13.09.2019

Firmen setzen auf IT-Anwenderkenntnisse

Die Arbeitswelt wird digitaler. Das bedeutet aber nicht, dass Programmierkenntnisse für Arbeitnehmer künftig unerlässlich sind - im Gegenteil. Wichtiger sind ganz andere, weichere Fähigkeiten. » mehr

Enzo Weber

18.11.2019

Bringen Jobs im Netz das große Geld?

Ob als Crowdworker oder Influencer: Im Internet Geld zu verdienen, klingt oft erstmal einfach. Lukrativ ist das allerdings nicht immer. » mehr

Urlauber mit Smartphone

25.07.2019

Die meisten Arbeitnehmer sind im Urlaub erreichbar

Urlaub soll der Erholung dienen. Am besten ist es, während der Auszeit gar nicht an den Job zu denken. Doch das ist laut einer Umfrage bei den meisten Berufstätigen nicht der Fall. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 01. 2020
12:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.