Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

So gelingt die Kommunikation im Job

Emojis, keine großen Förmlichkeiten, und mit der Antwort darf man ruhig mal trödeln: Was im privaten Chat geht, hat im Austausch mit dem Chef nichts zu suchen. Stattdessen raten Experten zu Eile und Förmlichkeit. Auf Smileys muss man aber nicht ganz verzichten.



Konfliktherd Emoji
Im Chat mit Freunden und Kollegen mögen die kleinen Symbole noch okay sein. Dem Chef sollte man sie aber nur schicken, wenn er das gelgentlich auch macht. Foto: Karolin Krämer/dpa   Foto: dpa » zu den Bildern

Reden, wie der Schnabel gewachsen ist: Nach diesem Prinzip gehen die meisten auch im Chat oder in privaten E-Mails vor.

Mit der Rechtschreibung nimmt man es nicht so genau, stattdessen gibt es ja Smileys, und Anrede und Verabschiedung sind dann auch eher unwichtig. Was in der Familie oder im Freundeskreis noch okay ist, kann auf der Arbeit aber schnell unpassend wirken - vor allem dann, wenn am anderen Ende der Leitung der Chef sitzt. Welche Regeln gelten für die elektronische Kommunikation im Büro?

- Rechtschreibung: «Eine nachlässige Rechtschreibung ist wie ungeduscht ins Büro gehen», sagt Coach und Etikette-Expertin Elisabeth Bonneau. Wer den Kollegen oder gar dem Chef per Mail oder im Chat keinen Buchstabenhaufen schickt, zeige auch seinen Respekt. Zeitgleich werde man so auch selber eher respektiert. «Die Rechtschreibung dient ja auch der Verständlichkeit», sagt Bonneau - und empfiehlt deshalb, auch auf Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung zu achten.

- Anrede unter Kollegen: In der ersten Mail oder Nachricht sollte man nicht auf die Anrede verzichten. «Das gilt in Deutschland als sehr unhöflich», sagt Bonneau. Zwei Ausnahmen: Man schickt jemandem während eines Telefonats eine Zusatzinformation, oder die Mails gehen in kurzer Zeit hin und her. Innerhalb eines Unternehmens sind Anreden wie «Lieber...» oder «Hallo» meist in Ordnung.

- Anrede gegenüber dem Vorgesetzten: Gerade in konservativen Unternehmen und Branchen gelten bei großen Statusunterschieden Extraregeln. Ein Trainee in einer Bank sollte den Abteilungsleiter ruhig mit «Sehr geehrter...» anschreiben, rät Bonneau. Erwidert der Abteilungsleiter die höflich-förmliche Variante, sollte der Trainee im weiteren Mailverlauf dabei bleiben - ansonsten darf er die Anrede anpassen. Ähnlich ist es bei Titeln: Hat jemand einen Doktor oder Professor, sollte man denjenigen auch damit anschreiben, rät Bonneau. Das gilt selbst dann, wenn derjenige in seiner Schlussformel auf Grad oder Titel verzichtet.

- Emojis: «Adressatengerecht» ist hier das Stichwort, so Bonneau. «Wenn der Chef selber mal ein «Schönen Abend» mit einem Glas Rotwein versehen schickt, darf man selbst auch mal einen Emoji verwenden», sagt sie. «Ansonsten lässt man besser die Finger davon.» In offiziellen Dokumenten haben Emojis aber nichts zu suchen, warnt Beraterin und Coach Anne Forster. Ansonsten dürfe es aber schon mal ein Smiley sein. «Das wirkt nicht unbedingt unprofessionell, gerade wenn man sich kennt.» Es kann sogar nützlich sein: «Emojis beeinflussen, wie das Gesagte wahrgenommen wird.»

- Schnelligkeit: «24 Stunden, um eine Antwort zu geben, sind die Obergrenze», sagt Forster. Das gelte für Mails, nicht für Chats. Denn diese ersetzen häufig den persönlichen Kontakt und erfordern daher im Prinzip sofort eine Antwort. Ähnlich sieht es Bonneau: Antworten sollte man «so schnell wie möglich». Manchmal sei es jedoch weniger eilig: etwa wenn jemand schreibt, dass er etwas bis morgen um 14.00 Uhr braucht. Da reicht es, im Laufe des Tages mit einem kurzen «Okay» zu antworten. Und natürlich spielt auch der Status des Absenders eine Rolle: Antworten an den Chef gehen in der Regel vor.

- Privates: Dem Arbeitgeber steht es frei, Privates am Arbeitsplatz und während der Arbeitszeit zu untersagen, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Dabei sei unerheblich, ob man Privates mit Externen bespreche oder mit Kollegen. Entweder gibt es dazu eine offizielle Ansage - also eine Erlaubnis oder ein Verbot - oder man findet dazu etwas in der Betriebsvereinbarung. «Rechtlich gilt: Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist es verboten.» In der Praxis werde aber vieles geduldet, so die Expertin.

- Kontrolle: Eine Rundumüberwachung des Computers darf es laut Oberthür nicht geben. Ist die Privatnutzung gestattet, sind die Möglichkeiten der Kontrolle durch den Arbeitgeber sogar noch geringer. Es komme immer darauf an, was im Einzelfall als verhältnismäßig gilt: Ohne das Einverständnis des Mitarbeiters darf der Chef daher zum Beispiel nicht auf Mails oder Chatverläufe zugreifen. Nichtsdestotrotz sollte man Vorsicht walten lassen, sagt die Anwältin: «Die virtuelle Welt hat nicht denselben Schutz der Vertraulichkeit wie das heimische Wohnzimmer.»

Veröffentlicht am:
30. 10. 2017
04:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Chat Leiter von Firmenunterabteilungen Rechtschreibung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Videomeeting

23.03.2020

Videomeeting: Wir konferieren jetzt virtuell

Einige machen die ersten Gehversuche, andere sind schon im Online-Konferenz-Marathon: Weil viele Unternehmen auf Homeoffice umstellen, müssen Meetings per Videoschalte stattfinden. Wie geht's? » mehr

Im Homeoffice

29.05.2020

Was von «Homeoffice für alle» bleiben kann

Technik, Datenschutz, Absprachen: Remote-Arbeit konnte sich vor Corona in Deutschland nie richtig durchsetzen. Wie lassen sich die guten Seiten vom Homeoffice jetzt in den Arbeitsalltag integrieren? » mehr

Arbeiten im Homeoffice

20.05.2020

Von den Tücken der Rückkehr ins Büro

Alle ab ins Homeoffice - im März war die Sache noch klar. Bei der Rückkehr ins Büro sind sich Arbeitgeber deutlich weniger einig. Das kann Konsequenzen haben. » mehr

Tjark Menssen

18.05.2020

Arbeitnehmer oder Arbeitgeber: Wer zahlt die Weiterbildung?

Bildung ist ein kostbares Gut. Wer sich als Arbeitnehmer weiterqualifizieren möchte, muss sich auch mit den Kosten dafür auseinandersetzen. In welchen Fällen trägt sie der Arbeitgeber? » mehr

Offen sein

04.05.2020

Warum die Unternehmenskultur wichtig ist

Jedes Unternehmen hat eine eigene Kultur. Manchmal gibt es sogar in jeder Abteilung eine eigene Subkultur. Gerade für Neulinge ist es nicht so einfach, dahinterzukommen. Wie knackt man den Code? » mehr

Ab 55

27.04.2020

Was Arbeitnehmer bei der Altersteilzeit beachten sollten

Altersteilzeit kann für ältere Arbeitnehmer eine Option sein, schrittweise aus dem Job auszusteigen. Allerdings muss der Arbeitgeber mitspielen. Und eines sollten Interessierte auf jeden Fall prüfen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
30. 10. 2017
04:15 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.