Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Überlebenstipps für das Homeoffice

Beruf und Familie verbinden. Die Zeit besser einteilen können. Oder einfach nur ungestört arbeiten. Das sind drei mögliche Gründe dafür, im Homeoffice zu arbeiten. Doch wie gelingt das Arbeiten von zu Hause am besten?



Homeoffice
Große Freiheit - oder noch mehr Druck? Viele Berufstätige träumen von der Arbeit zu Hause. In der Praxis hat das Homeoffice aber so seine Tücken.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Entspannt in der Hängematte liegen, den Laptop auf den Beinen, vielleicht noch einen Cocktail in der Hand. Mit solchen naiven Klischeevorstellungen hat die Arbeit im heimischen Büro nichts zu tun - im Gegenteil.

Der Traum vom Büro in den eigenen vier Wänden hat seine Tücken. Soziale Isolation und Selbstausbeutung sind nur zwei der möglichen Risiken. Die folgenden Tipps helfen dabei, solche Fallen zu umgehen:

Tipp 1: Kontakt halten!

Aus den Augen, aus dem Sinn: Für Arbeitnehmer kann es zum Problem werden, wenn sie den Kontakt zur Firma verlieren. «Wenn man von zu Hause arbeitet, kann man noch so fleißig sein, die anderen sehen es nicht», sagt Jennifer Reckow vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU).

Und auch für das eigene psychische Wohlbefinden sei es wichtig, die eigene Rolle in der Firma zu kennen, sagt Julia Scharnhorst, Vorsitzende der Sektion Gesundheits-, Umwelt- und Schriftpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Außerdem werde man im Homeoffice allzu leicht von Informationen abgeschnitten, die den Unternehmensalltag betreffen.

Tipp 2: Vertrag aufsetzen!

Ob Homeoffice oder Firmenbüro - arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen gelten für beide Arbeitsorte. «Das bedeutet, der Arbeitgeber hat das Recht und die Pflicht in das Haus des Arbeitnehmers zu gehen und die Einhaltung der Regelungen auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und falls es erforderlich ist, sie anzupassen», erklärt Reckow.

Der Chef in den eigenen vier Wänden? Viele Arbeitnehmer wollen das nicht. Umso wichtiger sei es, das Wesentliche vorab festzulegen, empfiehlt Jan Strunk, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied im Verband Deutscher Arbeitsrechts-Anwälte. Vertraglich festlegen sollte man zum Beispiel Arbeitszeit und Erreichbarkeit.

Tipp 3: Gesonderten Arbeitsplatz schaffen!

Arbeiten zwischen Abwasch und Bügelwäsche ? das funktioniert für die wenigsten. Statt mit dem Laptop am Küchentisch zu sitzen, sollten sich Arbeitnehmer zu Hause einen festen Arbeitsplatz mit vernünftigen Arbeitsmitteln schaffen, empfiehlt Scharnhorst.

Auch arbeitsrechtlich gibt es dabei einiges zu bedenken: «Wenn das Homeoffice ein dauerhafter und regelmäßiger Arbeitsplatz sein soll, gilt alles, was es an gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen gibt, auch hier», sagt Jan Strunk. Das betrifft die Arbeitssicherheit genauso wie den Datenschutz.

Tipp 4: Grenzen setzen!

Im Homeoffice regiert der Schlendrian? Von wegen! «Viele Leute arbeiten eher mehr, aus lauter schlechtem Gewissen. Die Tendenz geht in Richtung Selbstausbeutung», sagt Julia Scharnhorst. Meistens kommen dabei mehrere Gründe zusammen: Erstens das Gefühl, man müsste ständig erreichbar sein - zweitens aber auch der Anspruch, neben dem Beruf noch Haushalt und Kinderbetreuung zu schaffen. Damit die Arbeit daheim nicht irgendwann im Burnout endet, empfiehlt die Psychologin, klare Regeln für die eigene Arbeitszeit festzusetzen.

Tipp 5: Pausen machen!

Wer fleißig ist, braucht auch Pausen - im Büro und im Zuhause gleichermaßen. «Doch Pausen werden häufig gar nicht oder nicht regelmäßig genommen», sagt Scharnhorst. Stattdessen will man häufig noch schnell etwas im Haushalt erledigen, die Erholungszeiten kommen zu kurz.

Die Psychologin rät deshalb: «Man sollte sich Pausenzeiten fest einplanen. Das erfordert Selbstdisziplin, führt aber dazu, Arbeit und Privates besser zu trennen.»

Veröffentlicht am:
01. 01. 2018
05:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeiten Arbeitnehmer Arbeitsplätze Arbeitszeit Beruf und Karriere Büros Eigenheimbesitzer Psychologinnen und Psychologen Tipps
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Dr. Bernd Slaghuis

13.05.2019

Wie wir Erfüllung im Job finden

Wer seinen Job als sinnlos empfindet, lebt ungesund. Doch wann ist ein Job sinnvoll - oder fühlt sich wenigstens so an? Und wie motiviert man sich für vermeintlich sinnlose Tätigkeiten? Experten geben Antworten. » mehr

Der Ernstfall

02.09.2019

So wappnen sich Bewerber für Standardfragen

Aufgeregt vor dem Vorstellungsgespräch? Das muss nicht sein. Wer sich als Bewerber auf Standardfragen gut vorbereitet, ist im Vorteil. » mehr

Halbe oder ganze Tage im Büro

04.11.2019

Teilzeit und Teamgeist schließen sich nicht aus

Zwischen schlechtem Gewissen, dem Gefühl benachteiligt zu werden und heimlichem Groll: Arbeiten Teilzeit- und Vollzeitkräfte im Team zusammen, können sich unterschwellig Konflikte aufbauen. Was hilft? » mehr

Ein Mann steht lächelnd in einem Büro

19.11.2019

Die richtige Portion Selbstvertrauen im Job

Nervöses Wippen mit dem Bein, leise Stimme, Blick nach unten. Zack, erster Eindruck: wenig Selbstbewusstsein. Doch wie gelingt ein sicheres Auftreten im Beruf, ohne jemandem auf den Schlips zu treten? » mehr

Brückenteilzeit

06.05.2019

Was bei der Brückenteilzeit zu beachten ist

Einmal Teilzeit, immer Teilzeit - viele Arbeitnehmer mit reduzierter Arbeitszeit kennen sie: die Teilzeitfalle. Dank der neuen Brückenteilzeit soll nun Schluss sein mit dem Freiraum wider Willen. Für wen eignet sich das ... » mehr

Homeoffice

06.12.2019

Frauen dürfen öfter als Männer nicht ins Homeoffice wechseln

Frauen sind im Beruf benachteiligt: Sie verdienen weniger und besetzen seltener Führungspositionen. Nach eigener Aussage dürfen sie zudem öfter als Männer nicht von zu Hause arbeiten. Warum? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
01. 01. 2018
05:02 Uhr



^