Topthemen: Hofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnBenefiz-BallStromtrasse durch die RegionGrabung bei NailaGerch

 

Welcher Arbeitsplatz passt zu mir am besten?

Jede Art von Arbeitgeber hat so ihre Eigenheiten: Hier gibt es mehr Geld, aber kaum Kontakt zu den Kollegen. Anderswo ist der Zusammenhalt größer, dafür gibt es kaum Weiterbildung. Und da drüben lockt die Freiheit - und gleichzeitig droht der Burnout.



Menschen am Arbeitsplatz
Wo fühle ich mich wohl? Jeder Arbeitsplatz ist anders - genau wie jeder Arbeitnehmer. Da die richtige Kombination zu finden, ist oft gar nicht so leicht.   Foto: Florian Küttler/Westend61 » zu den Bildern

Der passende Beruf ist gefunden, die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Jetzt geht es darum, den richtigen Arbeitgeber für die kommenden Jahre zu finden.

Lieber in einem Großkonzern oder bei einem kleineren Unternehmen arbeiten? Wie wäre es, bei einem Start-up mitzumischen? Jeder Arbeitgeber hat Vorteile - und auch immer etwas, das gegen ihn spricht. Ein Überblick:

- Großkonzern: Die Arbeitsabläufe sind etabliert, die Bezahlung ist oft sehr gut. «Hinzu kommen häufig flexible Arbeitszeitmodelle», sagt Yasmin Kurzhals, Karriereberaterin bei Von Rundstedt & Partner. Hinzu kommen Benefits neben dem Gehalt - etwa Firmen-Smartphones, Jobtickets oder Rabatte. Und auch ein großes Weiterbildungsangebot ist keine Seltenheit.

Anderseits sind die Karrierewege bei Großkonzernen häufig fest vorgegeben. «In solchen Unternehmen kann es schwierig für jene Arbeitnehmer werden, die bestimmte Abläufe verändern wollen», so Kurzhals. Zudem geht es in Konzernen häufig anonym zu: Man kennt zwar die Kollegen in der eigenen Abteilung, der Rest der Belegschaft bleibt aber oft fremd.

- Kleine Firmen und Mittelständler: «Dort ist die Atmosphäre aufgrund der Betriebsgröße oft persönlicher», erklärt Johannes Wilbert, Karriereberater und Leiter des Instituts zur Berufswahl. Einer kennt den anderen - und sogar den Chef. All das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl: Häufig ist die emotionale Bindung zur Firma hier größer als in einem Konzern.

Mehr Geld gibt es aber meist nicht. «Die Bezahlung ist häufig schlechter als im Großkonzern», sagt Thomas Röser vom Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung (DVB). Und auch in Sachen Entwicklungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten hinken kleinere Betriebe den größeren oft hinterher.

- Start-up: Jeder darf und soll sich mit seinen Talenten und Ideen einbringen - und hat so reichlich Gelegenheit, sich auszuprobieren. Die Hierarchien sind flach, manchmal gibt es noch keine festen Strukturen. «Das bringt es mit sich, dass es dann auch schon mal etwas chaotisch zugeht», so Röser.

Der Umgang in einem Start-up ist meist ungezwungen, oft auch familiär bis freundschaftlich. «Arbeiten bei einem Start-up ist allerdings wie Handeln an der Börse», erklärt Röser. Sprich: Es gibt Risiken. Niemand weiß schließlich, ob die Geschäftsidee sich am Markt durchsetzt.

- Öffentlicher Dienst: Geregelte Arbeitszeiten, in der Regel keine Überstunden, umfassender Kündigungsschutz ? die Vorteile liegen auf der Hand. Wer eine unbefristete Planstelle besetzt, hat zudem einen ziemlich krisensicheren Arbeitsplatz. «Allerdings sind die Einkommen im Vergleich zur freien Wirtschaft eher niedriger», sagt Kurzhals.

Hinzu kommt eine gewisse Schwerfälligkeit: Denn zumindest in der klassischen Amtsstube mahlen die Mühlen eher langsam, die Strukturen sind oft unflexibel, die Arbeitsabläufe fest vorgegeben.

Aber Vorsicht: Nicht jeder Großkonzern und nicht jedes Start-up sind gleich. Wie es in einem Betrieb tatsächlich zugeht, können Interessierte zum Beispiel im Netz herausfinden. «Eine Möglichkeit ist, über soziale Netzwerke mit Beschäftigten Kontakt aufzunehmen und Fragen zu stellen», erklärt Röser. Bewerber können aber auch im Anschluss an ein Bewerbungsgespräch fragen, ob sie einmal das Team kennenlernen dürfen, rät Kurzhals: «Auch auf diesem Weg lässt sich oft herausfinden, ob das jeweilige Unternehmen zu einem passt.»

Veröffentlicht am:
05. 03. 2018
12:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitsplätze Arbeitszeit Burnout-Syndrom Großkonzerne Konzerne Startup-Unternehmen Weiterbildung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Sigrun Rich

12.10.2018

Arbeiten mit Rheuma ist in nahezu allen Berufen möglich

Rheuma beeinflusst den Alltag von Betroffenen stark. Das betrifft häufig auch den Job. Kein Grund aber, den Mut zu verlieren. Von der Anpassung des Arbeitsplatzes bis zu neuen Positionen im Unternehmen: Es gibt viele Opt... » mehr

Nickerchen im Büro

31.08.2018

Wann macht der Büroschlaf Karriere?

Snoozing is losing? Wer am Schreibtisch ein Nickerchen macht, erntet Spott. Doch ausgeschlafene Mitarbeiter bringen mehr Leistung, das erkennen erste Konzerne. Aber nicht unbedingt in Deutschland. » mehr

Flexible Arbeitszeiten

22.01.2018

Fluch und Segen von Arbeitszeitkonten

Arbeitszeitkonten bringen mehr Flexibilität - für Beschäftigte und Unternehmen. Das System hat aber auch gesundheitliche und finanzielle Risiken - und zwar vor allem für die Angestellten. Gerade wer in Vollzeit arbeitet,... » mehr

Koch-Abend mit der Abteilung

22.01.2018

Kochen für das Klima: Das steckt hinter Teamevents

Gemeinsam kochen, bowlen oder klettern: Teamevents sind in vielen Firmen üblich. Im beruflichen Alltag kann das gemeinsame Erlebnis aber schnell verpuffen - wenn es keine klaren Ziele gibt. Davor drücken können sich Arbe... » mehr

Jennifer Reckow

01.01.2018

Überlebenstipps für das Homeoffice

Beruf und Familie verbinden. Die Zeit besser einteilen können. Oder einfach nur ungestört arbeiten. Das sind drei mögliche Gründe dafür, im Homeoffice zu arbeiten. Doch wie gelingt das Arbeiten von zu Hause am besten? » mehr

Weibliche Verstärkung

16.07.2018

Fachkräfte im MINT-Bereich händeringend gesucht

In technisch-mathematischen Berufen ist derzeit der Fachkräftemangel besonders groß. Doch welche Fachkräfte brauchen Firmen besonders? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
05. 03. 2018
12:04 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".